Ist Berlin eine familienfreundliche Stadt?

Text: A. K. (Journalistin aus Berlin) / Letzte Aktualisierung: 06.01.2021

Kinder in Berlin
So familienfreundlich ist Berlin - Symbolbild: © Christian Schwier - stock.adobe. com

Berlin für Familien

Jung, hip und urban - Berlin ist die Hauptstadt der Singles.
Ist dabei die Familienfreundlichkeit in Berlin in den Hintergrund geraten?

Keineswegs, denn auch wenn es viele junge Familien zum Kinderkriegen ins beschauliche Berliner Umland zieht, ist Berlin dennoch eine kinderfreundliche Stadt. Die Geburtenzahlen der letzten Jahre sprechen für sich. So lagen etwa 2008 gerade die eher quirligen Stadtteile wie Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauer Berg bei den Geburtenzahlen weit vorn. Junge Paare, die so genannte "mobile Gruppe" der 18- bis 35-Jährigen, kommen nach Berlin und lassen sich vorzugsweise in den attraktiven, lebensfrohen Szene-Kiezen nieder - und ziehen dort ihre Kinder auf. Denn die Infrastruktur ist dort unschlagbar: Grüne Straßen und Parks, Bäder und Seen, fantasievolle Spielplätze, riesige Indoor-Spielhallen, Kitaplätze für alle und flächendeckend Ganztagsschulen, familiengerechte Betreuungszeiten, Familienpass und Ferienpass, Kinderkino, Kindertheater, Kindermuseum, Zoo und Tierpark usw. - unmöglich alles aufzuzählen. Sogar Yoga-Kurse speziell für Kinder werden angeboten.

So familienfreundlich ist Berlin

Ein besonderes Highlight für Kinder ist z.B. das FEZ in der Wuhlheide, Europas größtes gemeinnütziges Kinder-, Jugend- und Familienzentrum, umgeben von einem der schönsten und größten Waldparks Berlins. Einzigartig sind die inhaltlichen Angebote zu den Themen Globales Lernen, Nachhaltige Entwicklung, Kultur, Lebensweise, Ökologie, Technik, Raumfahrt, Spiel- und Bewegungspädagogik, Internationale Begegnungen. Wer will, kann sogar mitten in Berlin ein klein wenig Landluft schnuppern gehen. Im Museumsdorf Düppel im Stadtteil Zehlendorf etwa kann man erkunden, wie sich dörfliches Leben im Mittelalter abgespielt hat - vor allem für Kinder ist dies ein eindrucksvolles Erlebnis. Eine empfehlenswerte Adresse ist auch der Kinderbauernhof in der Ufa-Fabrik im Bezirk Tempelhof. Hier gibt es Ponys, Kaninchen, Hühner, Gänse, Frettchen und Schweine. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre können dort unter Anleitung beim Füttern und bei der Tierpflege helfen, die Geheimnisse von Pflanzen kennen lernen, gemeinsam Schularbeiten erledigen, spielen und Freunde finden.

Berlin - Eine Stadt für Familien

Umfangreich und vielseitig ist in Berlin auch das vorschulische Betreuungsangebot. Die Regierung kommt den Eltern mit entsprechender Gesetzgebung entgegen. So ist der Kitaplatz seit dem 01.08.2018 kostenfrei, es muss nur ein Verpflegungsentgeld für das Mittagessen bezahlt werden. Alarmierend ist auch die steigende Zahl vernachlässigter Kinder. Für diese Kinder ein kostenloses Ganztags-Betreuungskonzept zu schaffen, ist absolut begrüßenswert. Kritiker des Kita-Konzepts werfen jedoch nicht ganz zu Unrecht ein, dass ab einem gewissen Einkommen der Eltern die Kitaplätze dennoch weiterhin kostenpflichtig bleiben sollten. Denn alles, was über sorgsame Verwahrung der Kinder hinausgeht, muss schließlich auch aus dem Stadtsäckel irgendwie bezahlt werden. Und in Sachen Betreuungsqualität könnte mitunter in manchen Einrichtungen sicher mit etwas Finanzkraft noch gut nachgebessert werden.

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