Die Vaganten Bühne ist sesshaft geworden

Fahrendes Volk - also Menschen, die arm und immer auf der Suche nach dem nächsten Stück Brot durch die Lande zogen; rechtlos, verachtet und gejagt - wurden
Vaganten Bühne Berlin
Auf der Vaganten Bühne werden alte und neue
Theaterstücke aufgeführt - Foto © FotoSasch
auch Vaganten genannt. Heutzutage wird der Begriff fahrendes Volk romantisch verklärend - wenn überhaupt noch - auf umherziehende Schausteller und Zirkusleute angewandt. Die Berliner Vaganten Bühne begann ihre Existenz tatsächlich damit, dass sie umherwanderte und ihr Publikum überall in der großen Stadt suchte, um ihnen ihre Stücke vorzuführen. Doch das ist schon eine ganze Weile her.

Die Geschichte der Vaganten


1949, die ganze Stadt lag in Trümmern. Doch es wurde fleißig aufgebaut und die Menschen mussten auch nicht mehr täglich hungern. Doch der Appetit auf etwas
anderes meldete sich und ließ sich ebenfalls schwer unterdrücken: der nach Abwechslung und Unterhaltung nach einem harten Arbeitstag. 1949 war das Jahr, in dem sich die Vaganten Bühne gründete. Und sie zog wirklich durch das zerstörte Berlin, um sich ihr Publikum buchstäblich zu erfahren. Damals spielten die Schauspielerinnen und Schauspieler noch überwiegend Stücke mit religiösem Inhalt. Doch schon einige Jahre später hatte sich das Repertoire enorm erweitert. Die Werke berühmter Autoren wie Tennessee Williams, Jean-Paul Sartre und Jean Cocteau standen jetzt ebenfalls auf dem Spielplan. Und im Jahr 1956 wurden die Vaganten auch in der Kantstraße erstmals sesshaft. Seit den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts präsentiert die Bühne vor allem Werke anspruchsvoller Unterhaltung; Komödien, Klassiker der Moderne und Stücke zeitgenössischer Autorinnen und Autoren. Des weiteren werden junge Talente gefördert.

Aufführungen in der Vaganten Bühne


Sister Helen Prejean hat ein Buch geschrieben, dessen Verfilmung ein Welterfolg werden sollte. Die Ordensschwester erzählt in Dead Man Walking die Geschichte eines Vergewaltigers und Mörders, der im Todestrakt auf seine Hinrichtung wartet. Das spannende und beklemmende Psychogramm eines Monsters wird seit März 2012 erstmals auf einer deutschen Theaterbühne gezeigt - der Vaganten Bühne.
Heiterer geht es in dem Stück Der Stiefel und sein Socken zu. Eine Frau, ein Mann, die schon ewig zusammen zu sein scheinen. Doch die beiden gehen sich nicht auf die Nerven wie so manche Paare, die nur noch aus Gewohnheit zusammen leben. Sehr individuell, eigensinnig und mit skurrilen Ansichten wurschteln sie sich durch ihr Leben und verlieren bei allen Widrigkeiten nie ihre Liebe aus den Augen.
Eines der bekanntesten Werke des brandenburgischen Schriftstellers Theodor Fontane ist Effi Briest. Die Geschichte um eine Frau, die viel zu jung verheiratet wurde, ohne vorher gefragt zu werden und die aus der Ehe ausbricht, indem sie ein Verhältnis beginnt, haben die Vaganten mit großem Erfolg für die Bühne adaptiert.
1931 gründete der berühmte Theatermann Friedrich Hollaender sein Tingel Tangel - Cabaret der skurrilen Sorte. Kurz darauf machten die Nazis Schluss mit der intelligenten Amüsierbühne. Jetzt haben die Vaganten die alten Stücke wiederentdeckt und präsentieren ihrem begeisterten Publikum viele Jahrzehnte später wieder die zersägte Jungfrau, das Nachtgespenst und viele andere skurrile Gestalten.
Und auch bei der Langen Nacht der Opern und Theater sitzen Sie bei den Vaganten in der ersten Reihe. Vorhang auf und viel Vergnügen!

Adresse:
Vaganten Bühne
Kantstraße 12 A
10623 Berlin Charlottenburg
Telefon (Karten): 030/ 312 45 29

Öffentlicher Nahverkehr:
S-Bahn: S9, S75, Bahnhof Zoologischer Garten;
U-Bahn: U2, U9, Bahnhof Warschauer Straße, U5, Bahnhof Zoologischer Garten,
U1, U9, Bahnhof Kurfürstendamm.
Text: UG / 20.03.2012


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