Die Sophienkirche Berlin Mitte & Der Alte Jüdische Friedhof

Text: R. H. (Journalistin aus Berlin) / Letzte Aktualisierung: 10.02.2021

Die Sophienkirche in Berlin Mitte
Blick auf die Sophienkirche in Berlin Mitte - Foto: © Achim Wagner - stock.adobe. com

Die Berliner Sophienkirche wurde 1712/13 erbaut. Bereits 1893 erhielt die Kirche elektrische Beleuchtung. 1964 predigte Martin Luther King in der Sophienkirche. Mehr über die Geschichte der Kirche erfahren Sie in diesem Artikel:

Die Sophienkirche in Berlin Mitte und ihre Umgebung

Irgendwie scheint die Sophienstraße überhaupt nicht in den hektischen Bezirk Mitte zu passen. Denn sie besteht hauptsächlich aus alten, schmucken Häusern, die noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. Überhaupt (fast) alles ist charmant in der Sophienstraße, die kleinen ausgefallenen Läden, das Puppentheater Firlefanz und natürlich die Sophienkirche, die versteckt hinter einem schmiedeeisernen Zaun liegt. Auch ein Eingang zu den Hackeschen Höfen liegt in der Sophienstraße. In der Adventszeit lockt der bezaubernde Umwelts- und Weihnachtsmarkt, der jeweils an den Wochenenden stattfindet, viele Besucher an. Die Sophienstraße trifft auf die Große Hamburger Straße. Und erst hier hat man Zutritt zur Sophienkirche.

Infos für Ihren Besuch

Adresse:
Sophienkirche
Große Hamburger Str. 29/30
10115 Berlin
Tel: 030/ 30 87 92

Anfahrt:
U-Bahn: U8 bis Weinmeisterstraße
S-Bahn: S3, S5, S7, S9 bis Hackescher Markt
Tram: 50, M1 bis U Weinmeisterstr. / Gipsstr.

Öffnungszeiten der Sophienkirche:

Täglich 14:00 Uhr - 18:00 Uhr

Veranstaltungen in der Sophienkirche:

Es finden regelmäßig Gottesdienste und Orgelkonzerte statt. Genaue Termine bitte direkt in der Kirche erfragen.

Die Sophienkirche ist eine der weniger bekannten Sehenswürdigkeiten in Berlin. Umgeben von Cafés, Restaurants und Theatern gehen viele Berlin Besucher an ihr vorbei. Aber Sie sollten sich ruhig einen Moment Zeit nehmen die Kirche zu besichtigen. Die Schuke-Orgel spielt Neue Orgelmusik des 20. und 21. Jahrhunderts.

Die Sophienkirche Berlin

"Wie lieblich sind Deine Wohnungen Herr Zebaoth! Höre des Herrn Wort", steht am Eingang der Kirche. Die Sophienkirche, mit dem einzigen noch erhaltenen barocken Turm in Berlin, wurde am 18. Juni 1713 eingeweiht. Der Kirchturm wurde erst 1734 von Johann Friedrich Grael hinzugefügt. 1891/92 wurde die Sophienkirche von Adolf Heyden und Kurt Berndt umgebaut. Berühmte Tote, die hier ihre letzte Ruhe fanden, sind die Dichterin Anna Luise Karsch und Carl Friedrich Zelter. Carl Friedrich Zelter (1758 - 1832) arbeitete als Mauermeister, Lehrer Dirigent und Komponist. 1787 baute er ein Haus für seinen Freund den Schriftsteller und Verlagsbuchhändler Friedrich Nicolai. Unter seinen Schülen war Felix Mendelssohn-Bartholdy. Als Komponist schrieb er unter anderem die Melodie von "Der Kuckuck und der Esel". Carl Friedrich Zelter war eng mit der 1791 gegründeten Singakademie verbunden. Zu seinen Freunden gehörte Goethe. Anna Luisa Karsch (1722-1791), auch die Karschen genannt, kam aus einfachen Verhältnissen. Aber Dichten konnte sie und war die erste, deutschsprachige Frau, die damit ihr Geld verdiente. 1761 kam sie nach Berlin und faszinierte mit ihren Werken die Berliner Gesellschaft. Bald bekam sie den Titel "deutsche Sappho". An der Kirchmauer erinnert eine Tafel mit folgender Inschrift an sie: "Kennst Du, Wandrer, sie nicht, / So lerne sie kennen."

Der Alte Jüdische Friedhof

In der Großen Hamburger Straße liegt auch Berlins ältester Friedhof. Wer durch das Tor tritt, sieht nichts als Grün, nur ein einzelter Grabstein steht verloren auf dem Friedhof. Der Friedhof wurde von 1672 bis 1827 benutzt. Das Grab von Moses Mendelssohn, ist das einzig erhaltene auf dem Alten Jüdischen Friedhof. Auch Veitel Ephraim (1703-1775), der Erbauer des Ephraim Palais, fand hier seine letzte Ruhe. 1844 wurde in der Großen Hamburger Straße das jüdische Altenheim eröffnet. 1943 zerstörten die Nazis den Friedhof und das Altenheim. Kurz vor der Zerstörung des Altenheimes errichtete die Gestapo hier ein Sammellager für Juden vor ihrer Deportation in die Konzentrationslager. In den letzten Kriegstagen wurden auf dem Friedhof etwa 2427 Kriegstote beerdigt; ein Gedenkstein in der Friedhofsmauer erinnert daran. 1985 wurde an der Stelle des zerstörten Altenheimes die Skulptur "Jüdische Opfer des Faschismus" des Bildhauers Will Lammert aufgestellt.
Tipp: Von hier ist es nicht weit zur Museumsinsel Berlin. Dort befinden sich gleich 5 Museen. Unter anderem auch das Pergamonmuseum das u.a. vorderasiatische und islamische Kunst zeigt.

Kirchen in Berlin: