Berlins neuer Hauptbahnhof: Monument der Mobilität

Für viele West-Berliner mischte sich eine gehörige Portion Wehmut in die Vorstellung, als bekannt wurde,
Hauptbahnhofin Berlin
Foto © immodium
dass mit der WM 2006 der neue Superbahnhof im Regierungsviertel den guten alten Bahnhof Zoo auf Abstellgleis verdonnern sollte. Zwar hatte der Bahnhof Zoo keinen guten Ruf und das obwohl er bei Weitem keine so desperate Gegend mehr war als zu Christiane F.'s Zeiten. Doch die Westberliner hängen an ihrem alten Fernbahnhof. Manche gingen sogar auf die Straße für "ihren Zoo" oder sammelten Unterschriften. Doch alle Bürgerproteste halfen nichts. An der ehemaligen Schnittstelle zwischen Ost und West, wo sogar heute noch Walachei ist, wurde mit langfristig-strategischem Blick schon 2006 der neuen Mitte ein schlagendes Herz implantiert: der größte Kreuzungsbahnhof Europas, ein gigantischer Bau aus Stahl und Glas, der sich mit Fug und Recht auch als rein funktionales Gebäude in die die Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt einreihen kann.

Der Hauptbahnhof in Berlin


Rund 1.100 Züge des Fern-, Regional- und S-Bahnverkehrs halten täglich an 14 Bahnsteigen auf
2 Ebenen. Dass das filigrane Bauwerk, dessen üppige Verglasungen Tageslicht auf allen Ebenen (zu den zwei Gleisebenen kommen noch die Shopping-und Gastro-Ebenen), rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft, die 2006 in Berlin ihren Hauptaustragungsort hatte, fertig wurde, grenzte schon fast an ein Wunder. Bahnchef Mehdorn gab kurz vor der Eröffnung, als er als Erster mit einem der gläsernen Panorama-Fahrstühle durch den neuen Bahnhof der Superlative schwebte, zu, ihm falle ein großer Stein vom Herzen, dass doch noch alles geklappt hatte. So wurde zum Beispiel allein das Dach in absoluter Rekordzeit von nur vier Monaten gebaut.

Im Berliner Hauptbahnhof


Dass bei all der Hektik scheinbar in Sachen Statik oder zumindest der Bauausführung ein wenig geschludert worden ist, dafür sollte es nur allzu früh einen ersten Beweis geben. Durch den Orkan Kyrill wurde nur wenige Monate, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel den Hauptbahnhof feierlich seiner Bestimmung übergeben hatte, ein tonnenschwerer Stahlträger aus einer der seitlichen Glasfassaden heruntergerissen. Der gesamte Hauptbahnhof musste daraufhin evakuiert werden. Zumindest dem Hamburger Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner, das für den Bau verantwortlich zeichnet und für den Entwurf von Flughäfen, Stadien, Messehallen und Bahnhöfe weltbekannt ist, kann man dafür keinen Vorwurf machen. Mit seinem Entwurf hat Gerkan versucht, die Belle Epoque ins 21. Jahrhundert zu übersetzen. Doch das Glasdach aus seinem Entwurf, eine spektakuläre Kreuzgewölbedecke, wurde aus Kostengründen durch ein schnödes Glasdach ersetzt. "Wir haben einen Bahnhof bestellt und kein Monument", sagte damals Mehdorn rechtfertigend, als der Streit zwischen Architekten und Auftraggeber, der Bahn, auch in den Medien hohe Wellen schlug. Gerkan selbst hatte nach diesen eigenmächtigen Änderungen seines Entwurfs die Deutsche Bahn AG im Oktober 2005 auf Urheberrechtsverletzung verklagt und seine Honorarforderung laut Bahnangaben auf 39 Millionen Euro verdoppelt.

Wenn der neue Hauptbahnhof auch nicht ganz kritiklos geblieben ist, schaffte er es dennoch, von der Allianz pro Schiene als Bahnhof des Jahres 2007 gekürt zu werden. Man kann ihn lieben oder hassen - aber kalt lässt ihn kaum einen. In den ersten Monaten kamen täglich Zehntausende, nicht als Passagiere, sondern einfach nur, um zu gucken. Was auf den ersten Blick bei der Besichtigung dieses Monuments der Mobilität auffällt, ist seine Sauberkeit. Weder gibt es Graffiti noch Scratching, was wohl auch an der offenen Bauweise liegt. Kaum gibt es dunkle Ecken, in denen man sich bedroht fühlen könnte. Die Christiane F.`s des 21.Jahrhunderts wird man hier garantiert nicht finden. (Text: ak / 11.06.2008)

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