Der Berliner Flughafen Tempelhof

Seine Fläche entspricht 500 Fußballfeldern. Trotz dieses ansehnlichen Territoriums ist der Flughafen Tempelhof der kleinste und am wenigsten angeflogene der drei Berliner Airports.
Der Flughafen Berlin-Tempelhof
Blick auf den Flughafen Tempelhof
Foto © -wn-
In der elften Abendstunde kehrt Ruhe ein. Bis sechs Uhr morgens ist der Flugbetrieb aus Gründen des Lärmschutzes unterbrochen. Der Sicherheitsdienst der Flughafengesellschaft verschließt nun die Türen zur Abfertigungshalle. Und bald erlischt die blaue Befeuerung zu beiden Seiten der rund 2100 Meter langen, in der ost-westlichen Hauptwindrichtung verlaufenden Start- und Landebahn. Jetzt regt sich Leben in den Grünanlagen. Die beiden mageren Flughafenfüchse begeben sich auf Mäusejagd. Ein ebenfalls nachtaktiver Steinmarder erscheint auf der Szene und erklimmt die aus griffigem Tuffstein gefertigte Außenwand des markant gekrümmten Flughafengebäudes. Das Tier mit seinem Faible auch für Kabel und Bremsleitungen ist jetzt auf Tauben aus.

Der Flughafen in Berlin Tempelhof


Auch in fortschreitender Nacht ist der monumentale Gestus dieses drittgrößten Bauwerkes der Welt unübersehbar. Mit einer Gesamtlänge von 1230 Metern ist es
überdies das längste in Europa. Größer ist nur noch das Pentagon in Washington, D.C., und der im pseudoklassizistischen Stil hochgezogene Bukarester Parlaments-Palast. Der überdimensionierte Prestige-Bau der damaligen Ceausescu-Regierung firmiert als zweitgrößtes Gebäude der Welt.

THF, wie das Tempelhofer Flughafenkürzel lautet, hat neben seiner Monumentalität eine großartige Geschichte: Hier befindet sich die Wiege der Luftfahrt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auf dem Areal Flugversuche unternommen, die für die Luftfahrgeschichte maßgebend sind. Der erste Zeppelin stieg hier auf und flog zur Jungfernheide. Der Amerikaner Orville Wright (1871-1948), Miterfinder des Motorflugzeuges, stellte 1909 im Tempelhofer Luftraum mit seinem Doppeldecker den für damalige Verhältnisse legendären Höhenflug-Weltrekord von 172 Metern auf. Es ging ihm auch um Marketing. Gab es doch noch genügend Skeptiker, die dem so genannten Bernoulli-Effekt misstrauten, wonach die über und unter der gewölbten Tragfläche unterschiedlich stark vorbeiströmende Luft den nötigen Auftrieb bringt und Fliegen überhaupt erst möglich macht.

Tempelhof ist ein Synonym für Fortschritt und Sensation. In den zwanziger und dreißiger Jahren entstand ein Airport, den man das erste Drehkreuz der Welt nannte. Mit dem Neubau ab 1934 in heutiger Gestalt wurden erstmals alle Anforderungen eines modernen Großflughafens mit einzelnen Funktionsebenen für Ankunft, Abflug, Post- und Frachtverkehr erfüllt.

Ein weiterer Weltrekord bleibt die bis heute größte zivile Luftbrückenoperation, die der Versorgung von Berlin (West) während der Berliner Blockade zwischen Juni 1948 und Mai 1949 diente. So genannte Rosinenbomber, die in den westlichen Besatzungszonen gestartet waren, landeten im Zwei- bis Dreiminutentakt auch in Tempelhof. Die gesamte Transportleistung amerikanischer und britischer Flugzeuge betrug bei insgesamt 277 728 Flügen 2 110 235,5 Tonnen eingeflogene Hilfsgüter. Das Luftbrückendenkmal vor dem Flughafen erinnert an dieses Ereignis.

Heute ist Tempelhof ein Airport mit vorwiegend regionalen Verbindungen. Obwohl der 31. Oktober 2008 der allerletzte Flugtag ist, wird das Gebäude auch weiterhin zu den Berliner Sehenswürdigkeiten zählen. Bereits 1999 wurde in einem Masterplan ein neuer richtunggebender Begriff geboren: das Wiesenmeer. Eine geplante große Grünfläche mit nur lockerer Bebauung, die das denkmalgeschützte Flughafengebäude einbezieht, hat enorme mikroklimatische Bedeutung, wie sie der Flugplatz heute schon besitzt. Wenn sich im Sommer die Stadt ringsum aufheizt, wirkt die 386 Hektar große Fläche als einzigartiges Kühlaggregat. Daran soll sich nichts ändern. Es ist also keine schlechte Aussicht, wenn sich ab nächstes Jahr in THF weiterhin Fuchs und Hase Gute Nacht sagen können. (Text: –wn- / 10.10.2007)

Zum Flughafen Berlin-Tempelhof kommt man mit der U-Bahnlinie U6, Station Platz der Luftbrücke. Den Besucherdienst erreicht man für Rückfragen über Tel. 6091- 1660 / 2250. Eine angemeldete Besichtigung des Flughafens führt durch die Eingangshalle, die von den Amerikanern angelegten Sportanlagen, zu einer Plattform mit einem imposanten Rundblick über weite Teile Berlins, auf das Rollfeld und den großen Hallenbogen des Flughafens, durch das Eisenbahntunnel und in zahlreiche Kellerräume, darunter in den so genannten Filmbunker.




  • Berliner Flughäfen
  • BBI
  • Übernachtungsmöglichkeiten in Berlin
  • Hotels in Berlin
  • Ferienwohnungen in Berlin
  • Privatunterkünfte in Berlin
  • Campingplätze in Berlin
  •  
    Locations in Berlin Restaurants Diskotheken Strandbars Biergärten Grillplätze Kneipen Clubs Einkaufen in Berlin Verkaufsoffene Sonntage Elektronikmärkte Einkaufscenter Möbelhäuser Trödelmärkte Baumärkte Mode Urlaub in Berlin Ferien & Feiertage in Berlin Autovermietungen Hotels Sehenswürdigkeiten Gedenkstätten Museen Plätze Freizeit Veranstaltungen Ausflugstipps Nachtleben Bäder in Berlin Schwimmhallen Freibäder Berliner Bezirke Straßenverzeichnis Ämter & Behörden Berliner Firmenverzeichnis Rechtsanwälte Banken Ärzte Sonstiges Partnerschaft & Kontakte Wellness Wohnen Arbeit Forum Blog Datenschutz & AGB Urlaub in Brandenburg