Osterurlaub: Von Berlin nach Schweden
Text: O. K. / Letzte Aktualisierung: 13.02.2026
Reisetipp Schweden: Osterurlaub mit der ganzen Familie
Berliner Winter können lang sein. Da ist es nur verständlich, dass man irgendwann zwischen Mitte Februar und Ende März einen Punkt erreicht, an dem man das ständige Grau in Grau nicht mehr ertragen kann und sich nach Abwechslung sehnt. Viele Berliner haben dabei einen ganz bestimmten Ort im Kopf: Schweden.
Die rot gestrichenen Holzhäuser, die herrliche Natur mit ihren unzähligen Wäldern und Seen, der entspannte Lebensstil und nicht zuletzt die leckeren Zimtschnecken machen das sympathische skandinavische Land für viele Hauptstädter zum ultimativen Sehnsuchtsort. Wahrscheinlich, weil es das genaue Gegenteil zur niemals schlafenden Spreemetropole ist. Oder weil es durch die große skandinavische Gemeinschaft in Berlin an fast jeder Ecke präsent zu sein scheint. Um die Faszination Schweden mit Haut und Haar zu erleben, muss man aber selbst dagewesen sein. Ein idealer Zeitpunkt dafür ist Ostern.
Auf einen Blick:
- In Berlin ist Schweden allgegenwärtig. Grund dafür ist die große schwedische Gemeinde in der Stadt, die hier unter anderem Cafés und Restaurants betreibt.
- Wer nicht nur schwedische Zimtwaffeln naschen, sondern die Natur und die Lebensweise erleben möchte, muss jedoch selbst nach Schweden reisen.
- Das Land hat für Familien viel zu bieten und ist im Gegensatz zur Sommerzeit nicht überlaufen. Auch die berüchtigten Mücken legen noch eine Pause ein.
- Besonders bequem kommen Familien mit dem Auto und der Fähre nach Schweden. Die Fährverbindung von Rostock nach Trelleborg ist die schnellste Lösung.
- Vor Ort gibt es für jeden Geschmack viel zu entdecken.
Vom Midsommar-Festival bis zum schwedischen Süßwarenladen: So viel Bullerbü steckt in Berlin
Schweden und Berlin - das ist schon immer eine kleine Liebesgeschichte. Über die Jahre haben rund 6000 Schweden ihren Lebensmittelpunkt in die Hauptstadt verlegt. Entweder, weil sie hier nicht allzu weit von zu Hause entfernt einen attraktiven guten Job im Start-up-Sektor gefunden haben oder weil Wohnen und Leben in Berlin im Vergleich zu Stockholm einfach immer noch günstig ist. Mit der Zeit hat sich so eine kleine aber durchaus überall im Berliner Stadtleben präsente schwedische Community entwickelt.
Einer der Mittelpunkte der Gemeinde ist die schwedische Kirche in der Wilmersdorfer Landhausstraße, an die eine schwedische Kita und eine schwedische Auslandsschule angegliedert sind. Mit dem "Café Victoria" (Landhausstr. 26 - 28, 10717 Berlin, Öffnungszeiten: Montag - Donnerstag 12.00 Uhr - 17:00 Uhr) gibt es hier auch einen idyllischen Ort, an dem man authentische Zimtschnecken, Kekse und Prinzessinnentorte genießen kann.
Auf die blau-gelbe Flagge Schwedens trifft man aber auch anderswo. Zum Beispiel im "Herr Nilson Godis" in Prenzlauer Berg (Immanuelkirchstr. 22, 10405 Berlin, Öffnungszeiten: Mo + Di 13:00 Uhr - 18:00 Uhr, Do + Fr 13:00 Uhr - 18:30 Uhr, Sa 12:00 Uhr - 18:00 Uhr). Hier wartet auf Kinder und Erwachsene ein kleines Paradies mit typisch schwedischen Süßwaren, die man sich selbst zusammenstellen kann. Geheimtipp: die "Djungelvrål" - extrem salzige Lakritztiere. Schweden ist natürlich auch Midsommar. Auch das kann man als Berliner aus verschiedenen Veranstaltungen (u. a. an der schwedischen Kirche) feiern - inklusive Blumenkränze binden, Singen und Tanzen.
Großer Beliebtheit erfreuen sich übrigens auch die 4 Ikea Möbelhäuser in Berlin und Brandenburg. Diese sind so über die Stadt verteilt, dass jeder Berliner eines in seiner Nähe hat.
Wem das alles noch nicht genügt, der kann sich aufmachen und Schweden auf eigene Faust entdecken. Besonders für Familien ist das Land eine echte Empfehlung und die Osterferien bieten den perfekten Rahmen für ein kleines skandinavisches Abenteuer. (Die Osterferien in Berlin 2026 sind vom 30.03. - 10.04.2026)
Osterurlaub in Schweden: Gründe für ein Abenteuer mit der Familie beim skandinavischen (Fast-)Nachbar
Warum zu Ostern nicht mal ins schwedische Jamjö oder Kivik statt wie jedes Jahr nach Usedom oder Masuren? Das denken sich immer mehr Berliner, die vielleicht durch Astrid Lindgrens Bücher oder Reiseberichte aus dem Internet neugierig auf das Land geworden sind. Gründe für einen Urlaub bei unserem skandinavischen (Fast-)Nachbar gibt es genug.
Schweden ist nur einen Katzensprung entfernt
Von Berlin aus ist Schweden quasi um die Ecke. Bis zur Fähre in Rostock sind es bei normaler Fahrt gut zweieinhalb Stunden. Das ist weniger als eine Fahrt zu IKEA in Spandau (von Treptow-Köpenick aus), wenn Hertha spielt oder wieder mal eine Demo in Mitte stattfindet. Ist man erstmal auf der Fähre, kann man sich zurücklehnen und die Fahrt über die Ostsee genießen, ohne ständig nach Stauumfahrungen suchen oder die Kinder auf dem Rücksitz bei Laune halten zu müssen. Nach einigen Stunden rollt man zum Beispiel in Trelleborg an Land und kann sich gut erholt auf zum Urlaubsort machen.
Skandinavier sind sehr kinderfreundlich
Für Familien mit Kids ist Schweden zudem ein Traum. Nicht nur wegen der spektakulären und größtenteils unberührten Natur, die jeden Freizeitpark ersetzt. Auch in Hotels, Cafés, Restaurants und anderen Einrichtungen sind kleine Gäste immer willkommen. Hochstühle, Wickeltische, Malzeug und Spielsachen gibt es praktisch überall und selbst bei Quengeleien oder auch mal einem vollgekleckerten Tisch bleiben die Bedienungen gelassen und freundlich.
Hinzu kommt das schwedische Jedermannsrecht ("Allemansrätten"), dass es Kindern (und natürlich auch ihren Eltern) erlaubt, sich völlig frei in der Natur zu bewegen und Spaß zu haben. Auf einen Baum klettern? Kein Problem. Auf einer Wiese zelten? Ist erlaubt. Mit dem Boot über den See fahren? Auch kein Problem. Sogar Privatwege und Weiden darf man queren, solange man sich an einige Grundregeln hält.
Ostern ist es ruhig und es gibt noch keine Mücken
Viele heben sich die Reise nach Schweden für den Sommer (Midsommar) auf. Unserer Meinung nach ein Fehler, weil Ostern gerade für Familien viele Vorteile bietet. Einer davon ist die Ruhe. Im Juni/Juli sind beliebte Küstenorte wie Skåne sowie Rad- und Wanderwege nämlich oft mit Touristen aus Deutschland und Holland überfüllt. Auch vor den berüchtigten schwedischen Mücken bleibt man an Ostern verschont. Die Plagegeister werden ab Juni aktiv und machen es manchmal unmöglich, abends entspannt am See zu sitzen.
Die kleinen Osterhexen kommen
Wenn man an Ostern in Schweden ist, kann man mit den Osterhexen (Påskkärring) auch gleich noch einen süßen Brauch miterleben. Dabei verkleiden sich die Kinder mit Schürze und Kopftuch, malen sich rote Bäckchen und Sommersprossen an und ziehen so mit einem Körbchen in der Hand um die Häuser. Anders als beim hierzulande bekannten "Süßes oder Saures"-Brauch überbringen die Kleinen Ostergrüße oder verteilen selbst gemalte Bilder. Im Gegenzug möchten sie aber wie die Kids hierzulande Süßigkeiten haben.
Familienreise von Berlin nach Schweden: Mit dem Bus, Zug, Flugzeug oder Auto?
Als Berliner hat man den Luxus, sich das Verkehrsmittel für eine Reise nach Schweden praktisch aussuchen zu können. Jedes davon hat seine Vor- und Nachteile.
Flieger - schnell, aber stressig
Man kann natürlich am BER in den Flieger steigen und ist dann eine gute Stunde später in Malmö. Das bezieht sich allerdings nur auf die reine Flugzeit. Das Einchecken, das Mieten eines Autos in Schweden und das Transportieren des Gepäcks inklusive Angel oder SUP-Board für die Kids gestaltet sich oft sehr umständlich und ist zeitaufwendig. Zudem lässt sich nicht viel Proviant mitnehmen und insbesondere Alkohol ist in Schweden sehr teuer.
Bus & Zug - romantisch, aber unflexibel
Mit dem FlixBus oder dem Snälltåget (Nachtzug) von Berlin nach Schweden zu reisen, klingt erstmal romantisch. Gerade vor und an Ostern sind die Busse und Züge aber oft sehr voll und schon Monate im Voraus ausgebucht, da auch viele Schweden an den Feiertagen in die Heimat fahren. Darüber hinaus kann man nur begrenzt Gepäck mitnehmen und ist vor Ort auch wieder auf einen Mietwagen oder Bus und Bahn angewiesen.
Auto & Fähre - die beste Lösung
Mit dem eigenen Auto und der Fähre ist man bei der Reise in den hohen Norden am flexibelsten. Man kann sich den Kofferraum vollpacken, Fahrräder mitnehmen und dann entspannt die zweieinhalb bis drei Stunden nach Rostock fahren. Dort angekommen, rollt man auf die Fähre nach Trelleborg, stellt das Auto ab und genießt die Überfahrt. Die dauert zwischen 6 und 8 Stunden, die sich zum Beispiel im Bordrestaurant oder Café mit Blick auf das Meer vertreiben lassen. Kids können sich in den eigenen Spielbereichen austoben.
In Schweden angekommen, kann man sich sofort mit Sack und Pack auf den Weg zu seinem Urlaubsziel machen, da es anders als beim Flieger, Bus oder Zug weder Mietauto noch öffentliche Verkehrsmittel braucht. Und in Trelleborg ist man praktisch mittendrin. Bis in beliebte Orte wie Malmö oder Ystadt sind es gerade mal 30 Kilometer.
Tipp:
Noch entspannter ist die Reise mit der Nachtfähre. Hier checkt man abends auf der Fähre ein, schläft in einer Kabine und kommt morgens ausgeruht in Südschweden an.
Wohin in Südschweden? Drei Tipps für den Oster-Trip mit der Familie
Wer nach Südschweden reisen möchte, aber noch keine Idee hat, welche Orte sich für Familien lohnen und was man gesehen haben muss, für den haben wir einige Tipps.
Ystad & Ales Stenar
Nur etwa eine Dreiviertelstunde östlich vom Fähranleger in Trelleborg liegt Ystadt. Eingefleischten Krimi-Fans ist die Stadt als Heimat von Henning Mankells fiktivem Kriminalkommissar Kurt Wallander bekannt. Wer möchte, kann vor Ort Touren zu den einzelnen Drehorten unternehmen oder auch eine Pause in Wallanders Lieblings-Café "Fridolfs Konditori" einlegen und das Treiben auf der Straße beobachten.
Ystadt hat mit seiner Altstadt und über 300 Fachwerkhäusern, langen Sandstränden und den an überall wachsenden Rosen aber auch abseits von Mord und Totschlag einiges zu bieten. Und nur ein kleines Stück weiter, in Kåseberga, wartet mit "Ales Stenar" noch ein Highlight. Das "schwedische Stonehenge" besteht aus 59 massiven Steinen, die in Form eines Schiffes aufgereiht sind, liegt direkt an der Küste und kostet keinen Cent Eintritt.
Småland
Wer das typische Schweden sucht, muss Skåne verlassen und etwa zwei bis drei Stunden weiter nach Norden fahren. Sobald hier die Wälder etwas dichter werden, tauchen auch die ersten roten Häuschen auf und man ist in Småland angekommen. Familien mit Kids mieten sich hier am besten ein kleines "Stuga" (Ferienhaus) an einem idyllischen See. Oft gibt es das Boot gleich mit dazu, sodass für Abenteuer gesorgt ist.
In der Umgebung gibt es mit dem IKEA-Museum, Schloss Kalmar, dem Bonbonparadies Gränna und natürlich dem Themenpark "Astrid Lindgrens Värld" jede Menge zu entdecken und zu erleben. Allerdings ist der Park an Ostern oft noch geschlossen. Alternativen für Astrid Lindgren-Fans gibt es aber einige, wie zum Beispiel das kleine Örtchen Sevedstorp (Drehort der Bullerbü-Filme) oder das Filmdorf Småland, in dem viele der Kulissen aus den Pipi Langstrumpf- und Bullerbü-Filmen zu sehen sind.
Kullaberg
Wem Ystadt zu verschlafen und Småland zu kitschig ist, der sollte sich den Kullaberg im Nordwesten von Skåne ansehen. Die Halbinsel ist etwa 90 Minuten von Trelleborg entfernt und zeigt die dramatische Seite Schwedens mit schroffen Steilklippen und grünen, dicht bewachsenen Hängen. Pflicht ist bei dieser Gelegenheit ein kurzer Abstecher in das kleine Örtchen Mölle, das ein echter Surfer-Hotspot ist und auch für Kaffee- und Keramik-Fans viel zu bieten hat. Auch das "Nimis", ein gigantisches (illegal errichtetes) Kunstwerk aus Treibholz von Künstler Lars Vilks muss man gesehen haben.
Weiterführende Informationen und Quellenangaben:
- Visit Sweden (Schwedens offizielle Webseite für Tourismus und Reiseinformationen) informiert über das traditionelle Osterfest in Schweden: https://visitsweden.de/aktivitaten/kultur-geschichte-und-kunst/schwedische-traditionen/ostern-in-schweden/ Besonders für Kinder ein großer Spaß.
- Wissenswertes über die Fährverbindung Trelleborg Rostock finden Sie auf https://www.misterferry.de/de/deutschland/faehren-trelleborg-rostock.aspx. Neben Informationen zu den Abfahrtszeiten und der Reisedauer finden Sie hier auch Infos über den Service an Bord!
- Neben der Deutschen Botschaft in Stockholm (Skarpögatan 9, 115 27 Stockholm, Telefonnummer: +46-8-670 15 00) gibt es mehrere Honorarkonsulate: https://stockholm.diplo.de/