Hohe Mieten in Berlin - Kleine Wohnungen effektiv nutzen

Text: O. K. / Letzte Aktualisierung: 05.11.2025

Kleine Wohnungen in Berlin
Wegen der hohen Mieten sind kleine Wohnungen in Berlin besonders gefragt! - Foto: © tilialucida - stock.adobe. com

Wohnen entwickelt sich in Berlin mehr und mehr zum Luxusgut. Die Zeiten, in denen man noch für vergleichsweise kleines Geld eine unsanierte Altbauwohnung in Friedrichshain oder Kreuzberg beziehen konnte, sind endgültig vorbei. Stattdessen kennen die Mieten für sowohl Alt- als auch Neubauten seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Das belegen auch aktuelle Zahlen vom Berliner Wohnungsmarkt. Demnach sind die durchschnittlichen Angebotsmieten in der Hauptstadt zuletzt erneut auf jetzt 15,79 Euro/m² gestiegen. Bei Neubauten in Mitte hat der Quadratmeterpreis sogar die Marke von 32 Euro geknackt. Um die monatlichen Kosten im Griff zu behalten und trotzdem im gewünschten Kiez wohnen zu können, entscheiden sich viele Berliner bewusst für eine kleine Wohnung. Wohnen auf wenigen Quadratmeter spart zwar Geld, ist aber auch eine Herausforderung. Vor allem, wenn der Hausstand vorher auf 80 oder 100 m² ausgelegt war und jetzt nur noch 40 oder 50 m² Wohnfläche zur Verfügung stehen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Wohnraum clever nutzen, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen.

Kleine Wohnung in Berlin - Trennen Sie sich von unnötigem Ballast

In einer 50 m² Wohnung ist der Platz begrenzt. Auch wenn sie im leeren Zustand bei der Besichtigung noch so geräumig gewirkt hat: Wenn Sie aus einer großzügigen Wohnung mit 100 m² kommen und beim Umzug ihren kompletten Hausstand mitbringen, wird der Platz in Ihrem neuen Zuhause knapp, bevor der Möbeltransporter auch nur zur Hälfte leer ist. Umso wichtiger ist eine gute Vorplanung. Nur so lässt sich späteres Chaos vermeiden. Bei einer kleinen Wohnfläche ist Minimalismus trumpf. Das heißt übrigens nicht, dass Sie wie ein Asket verzichten müssen. Sie sollten sich nur auf das fokussieren, was Sie auch wirklich in Ihrer neuen Wohnung brauchen und was eben nicht. Am besten gehen Sie dazu nach der von vielen Organisationsexperten empfohlenen 3-Stapel-Methode vor. Dieses können Sie natürlich auch dann anwenden, wenn Sie schon in einer kleiner Wohnung leben und sich durch eine Inventur Ihres Hausstands mehr Luft zum Leben verschaffen möchten.

Die 3-Stapel-Methode

Bei der 3-Stapel-Methode nehmen Sie jeden Gegenstand in die Hand und bewerten ihn für sich. Wichtig ist, dass Sie dabei ehrlich zu sich sind, nur so kann die Methode funktionieren. Jedes Teil landet dann auf einem der folgenden drei Stapel. Es können auch drei Kisten sein. Für den Anfang tut es auch eine Liste mit drei gedanklichen Stapeln.

Der Behalten-Stapel
Hier legen Sie alles ab, was Sie täglich nutzen und unbedingt in Ihrer Wohnung brauchen. Das sind beispielsweise Ihr PC/Laptop, die Kaffeemaschine, der Fernseher, die wichtigsten Möbel (sofern sie passen), die Heißluftfritteuse und unverzichtbare Teile aus Ihrer Garderobe.

Der Loswerden-Stapel
Tummeln sich in Ihren Schränken abgestaubte Accessoires, doppelte und dreifache Dekostücke, defekte Küchengeräte oder solche, die Sie "irgendwann" einmal nutzen wollen? Das sind klassische Fälle für den Loswerden-Stapel. Hier gehören 15 der 20 Tassen hin, von denen Sie seit Jahren ohnehin immer nur dieselben zwei nutzen und auch Kleidungsstücke, die seit 10 Jahren darauf warten, dass Sie wieder hineinpassen. Sie sollen diese Teile nicht auf den Müll werfen, sondern verschenken oder verkaufen. Auf den vielen Flohmärkten in Berlin lassen sich damit sicher noch einige Euro für den Umzug verdienen.
Auf den BSR Recyclinghöfen in Berlin können Sie alte Möbel, Hausrat und Kleidung entsorgen.

Der Auslagern-Stapel
Jeder Mensch sammelt Dinge an, die einen emotionalen Wert haben und von denen er sich nicht trennen möchte, auch wenn er sie nur selten nutzt. Beispielsweise alte Fotoalben und Bücher, eine Plattensammlung oder das Erbstück der Oma. Diese Dinge sollen Sie natürlich nicht abgeben. Es lohnt sich aber, sie aus der Wohnung auszulagern, um so wertvollen Platz freizumachen. Das gilt auch für andere Gegenstände, die Sie nicht ständig benötigen, wie zum Beispiel Saisonkleidung oder Ihre Winter-Sportausrüstung.

Tipp:
Wiederholen Sie das Ausmisten regelmäßig, am besten einmal pro Jahr. So halten Sie in Ihrer Wohnung Ordnung und packen sich nicht mit unnötigen Dingen zu.

Lagern Sie Ihren nicht benötigten Hausrat aus

Haben Sie Ihr gesamtes Hab und Gut durchforstet, in drei Stapel unterteilt und die Dinge vom Loswerden-Stapel entsorgt, verschenkt oder zur Geld gemacht, können Sie sich jetzt um den Einlagern-Stapel kümmern. Hier stellt sich nun die Frage: wohin damit? Falls zu Ihrer Wohnung ein Abteil in einem unsanierten Berliner Altbaukeller gehört, sollten Sie diesen nicht als Lagerort für Stücke nutzen, die Ihnen etwas wert sind. Die Kellerabteile sind nämlich:

  • oft schlecht gesichert und entsprechend häufig das Ziel von Dieben.
  • so gut wie immer feucht, wodurch Schimmel & Co. leichtes Spiel haben.
  • eng und dunkel, was das Wiederfinden einzelner Teile zum Glücksspiel macht.
Eine Lagerbox in Berlin
Viele Berliner mieten Lagerräume für ihren Hausrat. - Foto: © Grispb - stock.adobe. com

Oft die bessere Lösung: Externen Lagerraum anmieten

Besser ist es, Dinge, die Sie nur selten brauchen, die aber einen hohen emotionalen oder finanziellen Wert haben, in einem externen Lagerraum unterzubringen. Eine professionelle Lösung bieten sogenannte Self-Storage-Anbieter. Sie vermieten Privatleuten unterschiedlich große Lagerflächen wöchentlich, monatlich oder auch dauerhaft. In Berlin finden sich diese Anbieter in nahezu jedem Stadtteil. Die Vorteile: Self-Storage-Boxen

  • befinden sich in alarmgesicherten und videoüberwachten Lagerzentren.
  • sind in der Regel rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zugänglich.
  • sind trocken, sauber und in der Regel vollklimatisiert (ideal für Bücher, Akten, etc.).
  • lassen sich für unbestimmte Zeit buchen (z. B. nur für den Umzug oder dauerhaft).

Und die Kosten für das Anmieten eines professionellen Lagerraums? Die sind häufig geringer als die ungenutzten Dinge in der kleinen Wohnung zu lagern. Vor allem bei den hohen Berliner Mietpreisen. Rechnen Sie doch mal nach: Nehmen wir an, Sie zahlen glatte 18 Euro pro m². Die zwei Quadratmeter für die drei bis vier Kisten voller ungenutzter Dinge und die eine Seite des Kleiderschranks mit Saisonkleidung kosten Sie so schon 432 Euro Miete pro Jahr. In einer 2 m² Storage-Box bringen Sie das und noch vieles mehr unter - für einen deutlich niedrigeren Preis. Und Sie haben den Platz in Ihrer Wohnung frei. Hier können Sie eine Lagerbox in Berlin mieten.

Richten Sie Ihre Wohnung für maximale Platzausbeute ein

Nachdem Sie Ihren Hausrat gründlich aussortiert und eingelagert haben, können Sie sich jetzt voll und ganz dem Einrichten bzw. Umgestalten Ihrer Wohnung widmen. Mit den folgenden Tipps und den passenden Möbeln können Sie die gefühlte Größe Ihres Zuhauses leicht verdoppeln und auch auf kleinem Raum ein großzügiges Wohngefühl genießen.

Nutzen Sie den vertikalen Raum aus

Der teuerste Platz in Ihrer Wohnung ist der Boden. Alles, was Sie hier abstellen, nimmt Ihnen wertvolle Wohnfläche weg und kostet Sie bares Geld. Die Lösung: Nutzen Sie die Raumhöhe Ihrer Wohnung aus. Jeder ungenutzte Zentimeter Wandfläche ist verschenkter Stauraum.

  • Lagern Sie Ihre Schuhe in einem schlanken Wandregal statt auf dem Boden.
  • Hängen Sie Ihr in Berlin unverzichtbares Fahrrad an eine stabile Wandhalterung.
  • Nutzen Sie "toten Raum" wie den Platz über den Türrahmen (für Regale), die Innentüren von Schränken (für Hängeregale) und Zimmertüren als Garderobe (für Badutensilien oder ein Vorratsregal).
  • Kaufen Sie, wann immer es geht, schwebende Möbel wie wandmontierte Sideboards und Nachttische, damit der Boden darunter für andere Dinge freibleibt.

Schaffen Sie Möbel mit Zusatznutzen an

In einer kleinen Wohnung muss jedes Möbelstück eine sinnvolle zweite Funktion haben. Ihr Bett sollte Schubladen oder einen großen Bettkasten bieten oder hoch genug sein, damit Sie Kisten darunter verstauen können. Beim Esstisch und Schreibtisch können Sie sich für an die Wand montierte Klapptische entscheiden. Beide öffnen Sie nur bei Bedarf (z. B. für die Arbeit im Homeoffice). In der übrigen Zeit nehmen sie keinen Platz weg. Alternativ können Sie auch einen ausziehbaren und höhenverstellbaren Couchtisch anschaffen. An diesem können Sie bequem essen und sogar mit dem Laptop arbeiten.

Statt Sesseln können Sie im Wohnzimmer Hocker als Sitzgelegenheiten anschaffen. Ideal sind Modelle mit Stauraum. Diese können Sie aufklappen, um ungenutzte Decken, Kissen und andere Dinge darin zu verstauen. Auch Sofas können mehr. Zum Beispiel als Sofa mit integriertem Bettkasten oder als Schlafsofa. Ist die Wohnung sehr klein, kann Letzteres das Bett ersetzen und Ihnen so viel Platz einsparen.

Apropos Bett: Wie wäre es anstelle eines normalen Betts mit einem Hochbett? In einem Altbau mit passender Deckenhöhe können Sie damit die Fläche verdoppeln, indem Sie den Platz unter dem Bett für Ihr Homeoffice nutzen oder anderweitig clever gestalten.

Familie in einer kleinen Wohnung in Berlin
Auch kleine Wohnungen können schön eingerichtet werden. - Foto: © Pixel-Shot - stock.adobe. com

Vergrößern Sie Ihre Räume optisch

Spiegel sind nicht nur dekorativ, sondern können auch kleine Räume optisch vergrößern. Machen Sie sich das zunutze, indem Sie zum Beispiel einen großen Spiegel gegenüber einem Fenster aufhängen. Dieser reflektiert das natürliche Licht, was für mehr Helligkeit sorgt und dem Raum mehr Tiefe verleiht. Gestalten Sie die Wände zudem in hellen Farben und achten Sie auch beim Möbelkauf darauf, keine dunklen Farbtöne zu wählen. Diese schlucken das Licht und lassen Ihre Wohnung so nur kleiner und gedrungener wirken. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Beleuchtung. Eine einzelne Deckenlampe im Raum ist nicht optimal und sorgt für dunkle Ecken, die den Raum kleiner wirken lassen. Besser ist eine Mischung aus direkten und indirekten Lichtquellen. Damit hellen Sie dunkle Ecken auf, schaffen optisch mehr Platz und sorgen für eine wohlige Atmosphäre.

Was Sie bei der Wohnungseinrichtung noch beachten sollten, wenn Sie eine kleine Wohnung in Berlin haben:

  • Setzen Sie Deko mit Bedacht ein. Weniger ist hier oft mehr. Zu viele Pflanzen, Bilder, Lampen und Accessoires lassen kleine Räume schnell vollgestellt und chaotisch wirken. Begrenzen Sie sich außerdem auf einen Stil und eine Farbfamilie.
  • Unterteilen Sie Ihre Wohnung in einzelne Zonen. Das ist besonders bei 1-Zimmer-Wohnungen wirkungsvoll. Mit Raumteilern (z. B. einem Kallax-Regal) können Sie zum Beispiel ganz einfach den Schlaf- vom Wohnbereich trennen.
  • Planen Sie für Schrägen oder Wandvorsprünge, die Sie nicht anders sinnvoll nutzen können, Einbauschränke. Vielleicht können Sie Ihren Vermieter bei der Finanzierung mit an Bord holen, da diese auch seine Wohnung aufwerten. Mehr Tipps zum Thema Wohnung mit Dachschrägen.
  • Montieren Sie Rollen unter Möbeln wie Tisch, Stuhl, Regal oder Sofa. So können Sie diese, wenn Gäste kommen und Sie mehr Platz benötigen, leicht verschieben.
  • In den großen Möbelhäusern wie zum Beispiel bei Ikea in Berlin oder in den Berliner Höffner Filialen gibt es Möbel speziell für kleine Wohnungen.

Weiterführende Informationen und Quellen:

Wohnen in Berlin

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