Agrarstrukturerhebung 2026: 3.500 Brandenburger Betriebe werden befragt
Mitte April flattern bei rund 3.500 Brandenburger Landwirten und allen Berliner Betrieben die Fragebögen der Statistiker ins Haus. Was die EU dieses Mal wissen will - und warum die Zahlen die Agrarpolitik bis 2034 prägen werden.
Es ist eine der größten regelmäßigen Bestandsaufnahmen der europäischen Landwirtschaft: Die Agrarstrukturerhebung. Alle drei bis vier Jahre wollen Bund und EU wissen, wer auf den Feldern arbeitet, was angebaut wird und unter welchen Bedingungen. Für 2026 hat sie jetzt offiziell begonnen.
In Brandenburg wird das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg von rund 5.400 landwirtschaftlichen Betrieben etwa 3.500 anschreiben. In Berlin geht der Fragebogen sogar an alle Betriebe - weil der Stadtstaat zu wenige Landwirte hat, um stichprobenartig zu erheben. Die Briefe sollen Mitte April raus, beantwortet werden muss komplett digital über das IDEV-System der amtlichen Statistik.
Was die Statistiker wissen wollen
Der Fragebogen ist umfangreich. Er fragt ab, welche Tierhaltungsverfahren ein Betrieb einsetzt, wie viel Acker- und Grünland gepachtet wird, welche Flächen bewässert werden müssen und wer auf dem Hof arbeitet. Auch die Rechtsform, der Anteil ökologischer Bewirtschaftung und die Berufsbildung der Betriebsleitung gehen in die Statistik ein.
Neu im Erhebungsbogen 2026: Fragen rund um das Düngemanagement und die Lagerung von Wirtschaftsdüngern. Hintergrund sind die EU-Vorgaben zur Reduktion von Stickstoff-Einträgen ins Grundwasser. Die Bundesländer müssen ihre Programme bald an die neuen Werte anpassen, dazu brauchen sie belastbare Ausgangszahlen.
In größeren Bundesländern reichen Stichproben aus, um statistisch belastbare Aussagen über die Branche zu treffen. In Berlin als Stadtstaat sind die Fallzahlen so niedrig, dass jeder Betrieb gefragt werden muss - sonst wäre die Stichprobe nicht aussagefähig.
Entlastung über Verwaltungsdaten
Was die Statistiker schon haben, müssen Landwirte nicht erneut liefern. Daten aus den Agrarförderanträgen oder dem zentralen Rinderbestand werden automatisch übernommen. Das Statistikamt argumentiert mit dem Bürokratie-Abbau - eine Forderung, die Bauernverbände seit Jahren ins Land tragen.
Für die Politik sind die Ergebnisse trotzdem zentral. Aus den Erhebungs-Zahlen formt sich das Bild, mit dem die EU-Kommission ihre Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) für die Förderperiode 2028 bis 2034 ausgestaltet. Wer aus deutschen Stalldaten am Ende eine Prämienverordnung in Brüssel formt, hängt direkt an dem, was die Landwirte in Brandenburg ab April in die Online-Formulare eintragen.
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