Außenhandel 1. Halbjahr 2026: Berlin und Brandenburg exportieren mehr, jeweils Importueberschuss
Berlin und Brandenburg haben ihre Ausfuhren im ersten Halbjahr 2026 jeweils um rund acht Prozent gesteigert - Berlin exportierte Waren im Wert von 9,8 Milliarden Euro, Brandenburg 13,1 Milliarden Euro. Bei den Importen liegen beide Länder mit gut einer halben Milliarde Euro darüber und verzeichnen jeweils ein Handelsdefizit von 0,8 Milliarden Euro.
Der Außenhandel der Hauptstadtregion ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gewachsen. Berlin steigerte die Ausfuhren um 8,6 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro, Brandenburg um 8,0 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Beide Länder importierten weiter etwas mehr, als sie ausführten - Berlin 10,6 Milliarden Euro (−1,5 %), Brandenburg 13,9 Milliarden Euro (+5,2 %). Das geht aus den Pressemitteilungen Nr. 115 und 116 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 7. September 2026 hervor.
Rechnerisch bleibt in beiden Ländern ein negatives Handelsvolumen von 0,8 Milliarden Euro - die Region importiert also mehr Waren, als sie ins Ausland verkauft. Der Unterschied zwischen den Nachbarn liegt weniger im Saldo als in der Zusammensetzung der Exporte.
Berlin: Digitalprodukte und Pharma legen deutlich zu
In Berlin führen Maschinen mit 1,4 Milliarden Euro die Exportgruppen an - allerdings mit einem Rückgang von 7,8 Prozent. Kräftig gewachsen sind dagegen Datenverarbeitungsgeräte und elektronische Erzeugnisse (1,2 Milliarden Euro, +26,0 %) sowie pharmazeutische Erzeugnisse (1,0 Milliarden Euro, +18,7 %). Wichtigstes Zielland aus der EU ist Frankreich mit 976 Millionen Euro Ausfuhr (+44,8 %), gefolgt von Polen (705 Millionen Euro, −3,0 %). Außerhalb der EU stehen die USA mit 838 Millionen Euro (+14,2 %) vorn.
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Brandenburg: Kraftwagen tragen den Export, Mineralöl explodiert
Brandenburg ist beim Export deutlich stärker industriell geprägt: Kraftwagen und Kraftwagenteile stehen mit 4,1 Milliarden Euro (+9,6 %) an der Spitze - ein Erbe der Tesla-Gigafactory Grünheide und weiterer Zulieferer. Auffallend stark legen Kokerei- und Mineralölerzeugnisse zu (1,6 Milliarden Euro, +61,2 %); auch Metalle wachsen um 10,1 Prozent auf 939 Millionen Euro. Auf der Einfuhrseite bleiben elektrische Ausrüstungen (2,1 Milliarden Euro, +2,9 %) sowie Erdöl und Erdgas (1,9 Milliarden Euro, −7,3 %) die größten Posten.
Viele Brandenburger Firmen haben sich im Berliner Speckgürtel oder in der Flughafenregion angesiedelt.
EU-27 dominiert, USA und China kommen dazu
Der wichtigste Handelspartner bleibt in beiden Ländern die EU-27: Berlin exportierte dorthin 5,2 Milliarden Euro (+12,1 %), Brandenburg 9,3 Milliarden Euro (+15,6 %). Innerhalb der EU sticht Polen als wichtigster Nachbar heraus - Brandenburg exportiert dorthin 2,7 Milliarden Euro (+25,7 %), Berlin 705 Millionen Euro.
Bei den Einfuhren zeigt sich ein anderes Bild: Berlin bezog aus China Waren im Wert von 2,2 Milliarden Euro (+20,6 %), Brandenburg dagegen nur 1,7 Milliarden Euro (−13,7 %). Auffallend stark wächst der Import aus den USA nach Brandenburg um 54,1 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.
Erfasst wird der grenzüberschreitende Warenverkehr - also Ausfuhren an das Ausland (Export) und Einfuhren aus dem Ausland (Import). Dienstleistungshandel, digitale Angebote oder Kapitalströme sind nicht enthalten. Der Handelssaldo ist die Differenz aus Aus- und Einfuhren; ein negativer Wert bedeutet, dass mehr importiert als exportiert wurde. Für regionale Bewertungen ist auch die Zuordnung wichtig: exportiert wird von dem Bundesland, in dem die Ware produziert oder das exportierende Unternehmen ansässig ist.
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