Bevölkerung 2025: Berlin wächst, Brandenburg verliert erstmals seit 2013
Berlin ist Ende 2025 auf 3.700.577 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen, während Brandenburg erstmals seit 2013 wieder leicht schrumpft. Das geht aus der jährlichen Bevölkerungsfortschreibung des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg hervor. Zugewanderte sind die treibende Kraft hinter der unterschiedlichen Entwicklung beider Länder.
Die Hauptstadt wächst, das Umland hält sich, die brandenburgische Peripherie schrumpft - in einem Satz lässt sich die neue Bevölkerungsfortschreibung 2025 zusammenfassen. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die Zahlen am 22. Juni 2026 vorgelegt. Beide Länder haben mehr Sterbefälle als Geburten, aber Berlin gleicht das durch Zuwanderung überkompensierend aus, Brandenburg nicht mehr.
Berlin: Wachstum dank Wanderungsgewinn
Ende 2025 lebten in Berlin 3.700.577 Menschen - 15.312 mehr als ein Jahr zuvor (+0,4 Prozent). Dahinter steckt eine Doppelbewegung: Berlin verzeichnete einen Wanderungsüberschuss von +19.699 Personen, während mehr Berlinerinnen und Berliner starben als geboren wurden - 4.387 Personen Sterbeüberschuss, das vierte Jahr in Folge. Das Plus aus Zuwanderung trug also nicht nur den Sterbeüberschuss aus, sondern ließ die Bevölkerung netto wachsen.
Die Verteilung über die Bezirke ist sehr ungleich. Treptow-Köpenick legte mit +4.879 Personen (+1,7 Prozent) am stärksten zu - eine Folge der großen Neubaugebiete in Adlershof, Johannisthal und entlang des S-Bahn-Rings. Reinickendorf verlor dagegen 3.075 Einwohner (−1,2 Prozent), gefolgt von Steglitz-Zehlendorf mit einem Minus von 704 Personen. Für die meisten anderen Berliner Bezirke blieb die Einwohnerzahl in einem schmalen Korridor stabil.
Brandenburg: Erster Rückgang seit 2013
Brandenburg zählt Ende 2025 noch 2.551.889 Menschen - 4.858 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang um 0,2 Prozent klingt klein, ist aber historisch: Es ist das erste Mal seit 2013, dass die Bevölkerung des Landes wieder schrumpft. Der Grund liegt in einem stark gewachsenen Geburtendefizit von 21.248 Personen - der höchste Sterbeüberschuss seit der Wiedervereinigung. Die Wanderungsgewinne von 16.626 Personen reichten diesmal nicht, um das auszugleichen.
Das Bild im Land bleibt zweigeteilt. Das Berliner Umland wuchs erneut leicht (+2.363 Personen, +0,2 Prozent), während der weitere Metropolenraum - also die städtischen und ländlichen Gebiete jenseits des direkten Berlin-Speckgürtels - 7.221 Einwohner verlor (−0,5 Prozent). Die stärksten Rückgänge verzeichneten die Landkreise Spree-Neiße (−1.061), Oberspreewald-Lausitz (−1.049) und Uckermark (−1.010).
Was die Zahlen für die Region bedeuten
Die Hauptstadtregion bleibt insgesamt wachstumsstark, aber das Wachstum konzentriert sich immer stärker auf Berlin und das direkte Umland. Wer im ländlichen Brandenburg lebt, sieht eine andere Realität: alternde Bevölkerung, mehr Sterbefälle, weniger junge Familien, die zuziehen. Für Wohnungsbau, Verkehr und kommunale Finanzen ist die Spaltung relevant - während Berlin und der Speckgürtel die Infrastruktur für weiteres Wachstum schaffen, müssen Lausitz und Uckermark mit schrumpfenden Steuereinnahmen die Daseinsvorsorge organisieren.
Berlin bleibt somit ein wichtiger Anziehungspunkt für die ganze Region. Wer in Brandenburg arbeitet oder dort lebt, spürt das doppelt: einerseits durch wachsenden Pendelverkehr in die Hauptstadt, andererseits durch die Frage, wer in den entlegeneren Landkreisen langfristig Kitas, Schulen und Praxen trägt.
Auch in meiner Heimatstadt Putlitz (Landkreis Prignitz) kann man gut beobachten, wie immer mehr junge Menschen in die großen Städte wie Berlin, Hamburg oder Potsdam ziehen. Zurück bleiben die Rentner. Es wird Zeit, dass auch die ländlichen Gebiete für junge Menschen attraktiver werden.
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