Verkehr

Binnenschifffahrt 1. Halbjahr 2026: Berlin mit Frost-Einbruch, Brandenburg stabil

Redaktion: Tjark Knittel · Letzte Aktualisierung: 18.09.2026 · Lesezeit: 4 Min.

Auf Berlins Binnenwasserstraßen wurden im ersten Halbjahr 2026 nur noch 515.610 Tonnen Güter befördert - fast ein Viertel weniger als im Vorjahr. Brandenburg hält sich mit 847.886 Tonnen trotz zugefrorener Kanäle nahezu unverändert. Zwei Zahlen, zwei Geschichten - und dahinter derselbe strenge Frost zum Jahresstart.

Oder-Spree-Kanal - Wasserstraße mit Güterverkehr
Auch auf dem Oder-Spree-Kanal werden Güter transportiert · Foto: Tkni für In-Berlin-Brandenburg.com

Der Güterverkehr auf den Berliner Binnenwasserstraßen ist im ersten Halbjahr 2026 kräftig eingebrochen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, wurden zwischen Januar und Juni 515.610 Tonnen befördert - 156.088 Tonnen oder 23,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In Brandenburg blieb das Volumen dagegen mit 847.886 Tonnen praktisch gleich (+768 Tonnen, +0,1 Prozent).

Beide Länder hatten mit denselben Bedingungen zu kämpfen: zugefrorene Wasserstraßen zum Jahresstart. Dass Brandenburg den Frost fast ohne Delle wegsteckt, während Berlin fast ein Viertel des Volumens verliert, liegt an der Zusammensetzung der Fracht - und daran, welche Warengruppen Halbjahr bewegt wurden.
Eine Liste der Flüsse in Berlin finden Sie natürlich auch in unserem Portal!

Berlin: Kohle, Erdöl und Baustoffe brechen ein

Der Rückgang in Berlin zieht sich quer durch die wichtigsten Warengruppen. Kohle, rohes Erdöl und Erdgas gaben um 57.967 Tonnen (-33,6 Prozent) nach, Erze, Steine und Erden um 44.961 Tonnen (-29,1 Prozent). Auch bei Holzwaren, Papier und Druckerzeugnissen fiel die Menge um 48.832 Tonnen (-51,0 Prozent), Sekundärrohstoffe und Abfälle verloren 29.079 Tonnen (-22,5 Prozent). Nennenswert zulegen konnten nur Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft (+26.280 Tonnen).

Brandenburg: Metalle stemmen die Bilanz

In Brandenburg wirkten dieselben Frostwochen - trotzdem steht am Ende ein Mini-Plus. Getragen wird das Ergebnis vor allem von den Metallen und Metallerzeugnissen, die mit einem Zuwachs von 136.635 Tonnen ihre Beförderungsmenge mehr als verdoppelt haben (+108,8 Prozent). Auch sonstige Mineralerzeugnisse legten um 15.441 Tonnen (+39,4 Prozent) zu.

Dem stehen deutliche Rückgänge bei Sekundärrohstoffen und Abfällen (-61.497 Tonnen, -16,4 Prozent), Land- und Forstwirtschaft (-36.313 Tonnen, -17,7 Prozent) sowie Erzen, Steinen und Erden (-34.316 Tonnen, -57,1 Prozent) gegenüber. Besonders stark eingebrochen: Holzwaren, Papier, Pappe und Druckerzeugnisse mit einem Minus von 80,6 Prozent.

Infografik: Binnenschifffahrt 1. Halbjahr 2026 - Berlin 515.610 Tonnen (-23,2 Prozent), Brandenburg 847.886 Tonnen (+0,1 Prozent)
Berlin verliert fast ein Viertel, Brandenburg hält das Vorjahresniveau - trotz derselben Frostperiode.

Deutsche und polnische Flaggen dominieren

Von Januar bis Juni fuhren in Berlin 983 beladene Schiffe: 651 unter deutscher Flagge (66,2 Prozent), 268 unter polnischer (27,3 Prozent), 64 unter niederländischer, tschechischer, französischer oder belgischer Flagge (6,5 Prozent). In Brandenburg waren es 1.445 beladene Schiffe - 768 deutsch (53,2 Prozent), 492 polnisch (34,0 Prozent), 185 unter weiteren Flaggen (12,8 Prozent). Der polnische Anteil fällt in Brandenburg damit deutlich höher aus als in Berlin.

Container wurden im ersten Halbjahr 2026 weder in der Berliner noch in der Brandenburger Binnenschifffahrt umgeschlagen.
Frage: Wissen Sie wieviele Seen es in Berlin gibt? Auch eine Liste der Seen in Brandenburg haben wir für Sie vorbereitet.

Was misst die Binnenschifffahrts-Statistik?
Güter auf Wasserstraßen des Landes

Erfasst wird der Güterumschlag auf den Binnenwasserstraßen Berlins und Brandenburgs - unabhängig davon, ob es sich um Transit-, Empfangs- oder Versandverkehr handelt. Grundlage sind Meldungen der Schifffahrtsunternehmen an das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Die Zahlen zeigen also nicht, wie viel über die Region insgesamt bewegt wurde - Fluss- und Kanalabschnitte außerhalb der Landesgrenzen zählen andere Statistikämter, und Lücken durch Frost, Niedrigwasser oder Wartungsphasen schlagen unmittelbar auf die Halbjahres-Bilanz durch.

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