Binnenschifffahrt Q1 2026: Berlin und Brandenburg deutlich im Minus
Die Binnenschifffahrt in der Hauptstadtregion hat das erste Quartal 2026 mit klaren Einbußen abgeschlossen. Auf den Berliner Wasserstraßen wurden 55,8 Prozent weniger Güter befördert als im Vorjahresquartal, auf den Brandenburger 46,2 Prozent weniger. Ursache waren zugefrorene Wasserstraßen zu Jahresbeginn.
Im ersten Quartal 2026 wurden auf den Wasserstraßen in der Hauptstadtregion deutlich weniger Güter bewegt als ein Jahr zuvor. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die Zahlen am 19. Juni 2026 vorgelegt - und der Befund ist eindeutig: Eis und Frost zu Jahresbeginn haben die Binnenschifffahrt längere Wochen lahmgelegt.
Berlin: Nur noch 171.638 Tonnen
In Berlin transportierten die Binnenschiffer im ersten Quartal 2026 zusammen 171.638 Tonnen Güter - ein Minus von 216.907 Tonnen oder 55,8 Prozent gegenüber Q1 2025. Insgesamt zählten die Statistiker 331 beladene Schiffe in Berliner Häfen, davon fast 60 Prozent unter deutscher Flagge (198 Schiffe), gut 31 Prozent unter polnischer Flagge (104 Schiffe) und der Rest aus den Niederlanden und Tschechien.
Besonders deutlich verloren die klassischen Massengut-Kategorien: Kohle, Erdöl und Erdgas brachen um 60,5 Prozent ein, Sekundärrohstoffe und Abfälle um 66,6 Prozent, Erze, Steine und Erden um 62,9 Prozent, Holzwaren, Papier und Druckerzeugnisse um 62,1 Prozent. Containerverkehr fand auf den Berliner Wasserstraßen im ersten Quartal überhaupt nicht statt - es wurde kein einziger Container umgeschlagen.
Brandenburg: 268.237 Tonnen, −46,2 Prozent
In Brandenburg lag die Gütermenge im ersten Quartal 2026 bei 268.237 Tonnen - rund 230.700 Tonnen weniger als im Vorjahresquartal, ein Minus von 46,2 Prozent. 418 beladene Schiffe wurden gezählt, davon 220 unter deutscher Flagge (52,6 Prozent), 125 unter polnischer (29,9 Prozent) und 73 aus den Niederlanden, Tschechien, Belgien, Frankreich und der Türkei.
Auch in Brandenburg zogen sich die Rückgänge durch fast alle Gütergruppen. Holzwaren, Papier und Druckerzeugnisse brachen um 76,7 Prozent ein, chemische Erzeugnisse sogar um 85,5 Prozent. Auch land- und forstwirtschaftliche Güter (−68,4 Prozent) sowie Sekundärrohstoffe und Abfälle (−52,6 Prozent) verloren deutlich. Wie in Berlin fand kein Containerumschlag statt.
Eis statt Schiffe
Die Hauptursache für die Einbrüche ist nach Angaben des Amts für Statistik die Witterung im Januar und Februar 2026. Zugefrorene Wasserstraßen machten die Schifffahrt zeitweise unmöglich, sodass viele Transporte auf Straße und Schiene verlagert wurden oder ganz ausfielen. Anders als in milderen Wintern blieb das Eis ungewöhnlich lange liegen und betraf auch die zentralen Verbindungen zwischen Berlin, Brandenburg und den Nordseehäfen.
Inwieweit das zweite Quartal die Verluste auffängt, hängt davon ab, ob die verschobenen Transporte nachgeholt werden oder als Auftrag verloren sind. Auch in den Vorjahren hat sich nach milden Wintern gezeigt, dass ein Teil der ausgefallenen Tonnage tatsächlich auf die Straße abwandert - einmal verloren, kommt das Geschäft selten zurück.
Weitere News
Weitere Nachrichten aus Berlin und Brandenburg