Brandenburg-Kabinett beschließt Reform der Pflegeausbildung
Das Brandenburger Kabinett hat am 4. Juni 2026 eine Reform der Pflegeausbildung beschlossen. Sozialminister René Wilke setzt einen einheitlichen Pflegeassistenz-Lehrgang auf den Weg, der ab Oktober 2027 an den Brandenburger Pflegeschulen starten soll.
Brandenburg bündelt die bisher ausgesplitterten Helferqualifikationen in der Pflege zu einer einzigen, einheitlich geregelten Pflegeassistenz-Ausbildung. Das hat das Kabinett auf seiner Sitzung am 4. Juni 2026 in Potsdam beschlossen - ein zentrales Vorhaben in Wilkes erstem Jahr als Sozialminister.
Bisher gibt es im Land verschiedene Berufsbezeichnungen und Lehrgangsformen für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer - die einen werden in der Altenpflege ausgebildet, die anderen in der Krankenpflege, manche über kommunale Träger, andere über freie Schulen. Wer früher in der Altenpflege gelernt hatte, konnte nicht ohne Weiteres im Krankenhaus arbeiten - umgekehrt das Gleiche. Diese Splitter-Landschaft soll ab Oktober 2027 verschwinden.
Was sich konkret ändert
Der neue Pflegeassistenz-Lehrgang soll in Vollzeit 18 Monate dauern und sowohl theoretische als auch praktische Anteile in Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege umfassen. Wer den Abschluss in der Tasche hat, kann später eine verkürzte dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann dranhängen - der Pflegeassistenz-Abschluss wird darauf angerechnet.
Damit will die Landesregierung zwei Probleme auf einmal angehen: den Fachkräftemangel in der Pflege und die geringe Durchlässigkeit zwischen Helfer- und Fachkraftberufen. Bislang verlieren viele junge Menschen nach dem Helferabschluss den Anschluss an die nächste Qualifikationsstufe - weil die Anrechnungswege unklar oder bürokratisch sind.
Brandenburg fehlen bis 2030 nach Schätzungen mehrere Tausend Pflegekräfte. Mit der Vereinheitlichung der Ausbildung will das Land die Berufseinstiegshürde senken und ein klares Karriere-Modell schaffen - vom Quereinstieg über die Pflegeassistenz bis zur ausgebildeten Pflegefachkraft.
Pflegeschulen müssen sich anpassen
Für die rund zwei Dutzend Pflegeschulen in Brandenburg bedeutet die Reform eine umfangreiche Umstellung. Sie müssen ihre Curricula auf die neue einheitliche Form anpassen, das Lehrpersonal entsprechend weiterbilden und neue Praxisplätze in den verschiedenen Pflegebereichen organisieren. Das Sozialministerium will die Schulen dabei mit einem Übergangsbudget unterstützen - Details dazu sollen in den nächsten Monaten folgen.
Wilke betonte nach der Sitzung, das Land wolle "wettbewerbsfähig bleiben gegenüber Berlin und Sachsen". Brandenburg sei das erste der ostdeutschen Flächenländer, das die Pflegeassistenz so weitreichend reformiere. Die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern beobachten den Brandenburger Vorstoß aufmerksam.
(Eine Liste mit Adressen von Seniorenheimen in Berlin)
Was Auszubildende und Träger jetzt wissen sollten
Wer bereits eine laufende Ausbildung in der Altenpflege- oder Krankenpflegehilfe absolviert, kann diese unter den bisherigen Regelungen zu Ende bringen. Für Neueinstiege ab dem Herbst 2027 gilt dann ausschließlich die neue, einheitliche Pflegeassistenz-Ausbildung. Träger und Schulen werden in den kommenden Monaten von Ministerium und Landesamt für Soziales und Versorgung mit Umsetzungshinweisen versorgt.
(Hinweis: Bei uns finden Sie auch eine Liste von Anbietern von Seniorenwohnungen in Berlin.)
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