Stadtleben

Eheschließungen und Scheidungen 2025: Berlin auf Tiefstand, Brandenburg leicht im Plus

Redaktion: Kathrin Knittel · Letzte Aktualisierung: 22.09.2026 · Lesezeit: 4 Min.

In Berlin wurde 2025 so selten geheiratet wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr - nur 11.235 Ehen wurden geschlossen. In Brandenburg zählt das Standesamt dagegen ein leichtes Plus. Und in beiden Ländern werden Ehen im Schnitt nach sechs bis elf Jahren geschieden.

Brautstrauß in Berlin - Symbolbild Hochzeit
Es wird immer weniger geheiratet in Berlin · Foto: © arianarama - stock.adobe. com

Im Jahr 2025 wurden in Berlin und Brandenburg insgesamt 22.187 Ehen geschlossen und 9.503 Ehen richterlich aufgelöst. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, verlief der Trend zum Bund fürs Leben in beiden Ländern unterschiedlich: In Berlin sank die Zahl der Eheschließungen minimal um 0,1 Prozent auf 11.235 - und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Brandenburg legte um 0,3 Prozent auf 10.952 Trauungen zu.

Die absolute Differenz ist gering, das Signal aber deutlich: In der Hauptstadt setzt sich der Abwärtstrend fort, während das Umland stabil bleibt.

Berlin: bunter, internationaler, offener

Der zweite große Unterschied liegt in der Zusammensetzung der Ehen. In Berlin hatte 2025 mehr als jede vierte Ehe (26,3 Prozent) mindestens eine ausländische Partnerin oder einen ausländischen Partner - in Brandenburg war das nur bei 7,3 Prozent der Trauungen der Fall. Auch gleichgeschlechtliche und diverse Eheschließungen sowie Umwandlungen von Lebenspartnerschaften sind in Berlin mit 6,4 Prozent mehr als doppelt so häufig wie in Brandenburg (2,9 Prozent). In absoluten Zahlen: 721 in Berlin, 317 in Brandenburg.

Frauen ergreifen häufiger die Initiative

Bei den Scheidungen zählten die Gerichte 2025 in Berlin 5.451 reine Ehescheidungen und in Brandenburg 3.917. Rechnet man Aufhebungen und Auflösungen eingetragener Lebenspartnerschaften hinzu, kommen 5.567 Eheauflösungsbeschlüsse in Berlin und 3.936 in Brandenburg zusammen. Frauen beantragten die Trennung in beiden Ländern etwas häufiger als Männer: in Berlin in knapp 53 Prozent der Fälle (2.887), in Brandenburg in gut 54 Prozent (2.127).

Über die Hälfte aller Scheidungen verlief ohne minderjährige Kinder - in beiden Ländern nahezu identisch. Betroffen waren dennoch 4.015 Kinder in Berlin und 2.940 in Brandenburg.

Sechs bis elf Jahre halten die meisten Ehen

Ein Blick auf die Ehedauer zeigt ein bemerkenswert einheitliches Muster: Die meisten der 2025 geschiedenen Paare hatten zwischen 2014 und 2019 geheiratet - die typische Ehe hält in der Metropolregion also sechs bis elf Jahre. Den absoluten Höchstpunkt bildete das Eheschließungsjahr 2018: 409 Berliner und 265 Brandenburger Ehen aus diesem Jahrgang wurden 2025 geschieden. In Berlin lag das Jahr 2019 mit 405 Scheidungen fast gleichauf.

Was misst die Statistik?
Eheschließungen, Scheidungen und Auflösungen

Erfasst werden alle in den Standesämtern Berlins und Brandenburgs geschlossenen Ehen sowie die von den Familiengerichten ausgesprochenen Eheauflösungen. Zu den Auflösungen zählen die reinen Scheidungen sowie Aufhebungen und Auflösungen eingetragener Lebenspartnerschaften. Die Zahlen sagen also, was in einem Kalenderjahr geschieht - nicht, wie viele Ehen insgesamt bestehen. Und weil sich Scheidungsverfahren oft über Monate hinziehen, liegt zwischen Trennung und Registrierung meist ein gewisser Abstand.

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