Erwerbstätigkeit 2025 in Berlin und Brandenburg: Erstmals wieder rückläufig

Die Zahl der Erwerbstätigen ist 2025 sowohl in Berlin als auch in Brandenburg leicht gesunken. Damit endet in beiden Ländern eine Phase kontinuierlicher Zuwächse seit 2020. Das teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg auf Grundlage erster vorläufiger Berechnungen mit.

Brandenburg: Deutlicher Rückgang im Produzierenden Gewerbe

In Brandenburg waren 2025 im Jahresdurchschnitt 1.142.600 Menschen erwerbstätig. Das sind 4.100 Personen beziehungsweise 0,4 Prozent weniger als 2024. Bundesweit blieb die Erwerbstätigkeit nahezu stabil, in Ostdeutschland ohne Berlin sank sie um 0,6 Prozent.

Ein leichtes Plus verzeichnete Brandenburg im Dienstleistungssektor. Hier arbeiteten 2.400 Personen mehr als im Vorjahr (+0,3 Prozent). Wachstumstreiber war vor allem der Bereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent. Dagegen gingen die Zahlen bei Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistern (–1,4 Prozent) sowie im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (–0,1 Prozent) zurück.

Deutlich negativer entwickelte sich das Produzierende Gewerbe. Hier sank die Zahl der Erwerbstätigen um 5.200 Personen (–2,1 Prozent). Besonders betroffen waren das Verarbeitende Gewerbe (–3,1 Prozent) und das Baugewerbe (–1,6 Prozent). Auch in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei gab es mit –4,6 Prozent einen spürbaren Rückgang.
Ein beliebter Wirtschaftsstandort in Brandenburg ist der Speckgürtel um Berlin und die Flughafenregion.

Berlin: Leichtes Minus trotz stabilem Gewerbe

In Berlin lag die Zahl der Erwerbstätigen 2025 bei 2.195.000. Das entspricht einem Rückgang um 2.400 Personen beziehungsweise 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch hier ist es der erste Rückgang seit 2020.

Im Dienstleistungssektor, traditionell das Rückgrat des Berliner Arbeitsmarktes, sank die Beschäftigung leicht um 0,1 Prozent. Rückgänge gab es vor allem in den Bereichen Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (–0,6 Prozent) sowie bei Finanz- und Unternehmensdienstleistern (–0,8 Prozent). Positiv entwickelte sich hingegen der Bereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ mit einem Plus von 0,6 Prozent, wenn auch schwächer als im Bundesdurchschnitt.

Das Produzierende Gewerbe blieb in Berlin insgesamt nahezu stabil. Zwar gingen die Zahlen im Verarbeitenden Gewerbe (–0,8 Prozent) und im Baugewerbe (–0,6 Prozent) leicht zurück, insgesamt fiel die Entwicklung jedoch weniger stark aus als im Bundesdurchschnitt.
Die wichtigsten Arbeitgeber in Berlin

Einordnung:

Sowohl Berlin als auch Brandenburg bewegen sich damit im bundesweiten Trend einer stagnierenden Erwerbstätigkeit. Während Brandenburg vor allem mit strukturellen Rückgängen im Produzierenden Gewerbe zu kämpfen hat, zeigt sich Berlin insgesamt robuster – allerdings mit leichten Dämpfern im Dienstleistungsbereich.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen sind erste vorläufige Ergebnisse auf Basis des Rechenstandes vom Januar 2026. Endgültige Werte können noch leicht abweichen.

Ist der Wirtschaftsstandort Berlin – Brandenburg / Deutschland noch attraktiv?
Immer mehr Firmen verlagern Standorte ins Ausland. Zuletzt hat BASF angekündigt, Stellen von Berlin nach Indien zu verlagern.
Besonders der Einzelhandel in Berlin und Brandenburg hat es schwer.
Zum Beispiel das Traditionsmöbelhaus Hübner (Genthiner Str. 41, 10785 Berlin-Tiergarten) wird in diesem Jahr für immer seine Türen schließen. Auch hier gehen Arbeitsplätze verloren.