Haushalte mit Kindern in Berlin: 2025 nur noch jeder sechste
376.000 Haushalte mit Kindern unter 18 - nur noch 16,9 Prozent aller Berliner Haushalte. Zugleich wächst der Anteil der Single-Haushalte weiter, und in jeder vierten Familie lebt nur ein Elternteil mit den Kindern. Ein Blick in die neue Einwohnerregisterstatistik.
In Berlin wurden 2025 rund 2,23 Millionen Privathaushalte gezählt - 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl wächst also weiter, doch die Struktur verschiebt sich deutlich. Immer weniger dieser Haushalte sind Familien mit Kindern: Nur noch 376.000 Haushalte haben mindestens ein Kind unter 18 Jahren - das entspricht 16,9 Prozent. Das geht aus der aktuellen Einwohnerregisterstatistik des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor.
Die Zahl der Haushalte mit Kindern ist gegenüber 2024 leicht gesunken - um 0,3 Prozent. Die Haushalte ohne Kinder legen dagegen weiter zu, um 0,9 Prozent. Rein rechnerisch bedeutet das: In fünf von sechs Berliner Wohnungen leben nur Erwachsene. In einer Stadt, in der neue Wohnungen und Kita-Plätze knapp bleiben, ist das eine strukturelle Verschiebung, die Politik und Planung beschäftigt.
Single-Haushalte wachsen weiter
Den größten Zuwachs verzeichnen weiterhin die Alleinlebenden: 1,27 Millionen Berlinerinnen und Berliner wohnen 2025 in einem Single-Haushalt - 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit sind 56,8 Prozent aller Haushalte in der Stadt Ein-Personen-Haushalte - so viele wie nie zuvor. Zwei-Personen-Haushalte gingen leicht zurück (−0,3 %), große Haushalte mit vier oder mehr Personen ebenfalls (−0,1 %). Lesen Sie auch unsere Tipps für Singles in Berlin.
Wer in Berlin allein wohnt, ist entweder ziemlich jung oder deutlich älter. Mehr als ein Viertel aller Single-Haushalte wird von einer Person über 64 Jahren geführt - viele Berlinerinnen und Berliner leben im Alter allein. Auf der anderen Seite sind 17,4 Prozent der Alleinlebenden jünger als 30 Jahre: Studierende, Berufseinsteiger und Neuzugezogene. Ein-Personen-Haushalte prägen also beide Enden des Altersspektrums.
Alleinerziehende: jede vierte Familie
Wer 2025 in Berlin eine Familie führt, tut das oft allein. Die Statistik weist 107.977 Alleinerziehenden-Haushalte aus - das sind 28,7 Prozent aller Berliner Familien mit Kindern. Fast jede vierte Familie in der Stadt kommt ohne zweiten Elternteil im Haushalt aus. In mehreren Bezirken hat die Zahl gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen, in Neukölln zum Beispiel um 3,9 Prozent.
Tipps für Familien mit Kindern in Berlin.
Ein Privathaushalt umfasst alle Personen, die zusammen wohnen und wirtschaften. Ein Familienhaushalt ist ein Haushalt mit mindestens einem minderjährigen Kind - unabhängig davon, ob es sich um Eltern-, Stief- oder Adoptivkinder handelt. Grundlage der Statistik ist das Melderegister zum Stichtag 31.12.2025.
„Berlin bleibt eine Single-Stadt - und immer weniger Wohnungen sind Familienwohnungen.“
Aus der Einwohnerregisterstatistik 2025
Was das für Berlin bedeutet
Weniger Haushalte mit Kindern und mehr alleinlebende Ältere - das hat handfeste Folgen für die Stadtplanung. Wohnungen mit drei oder mehr Zimmern werden immer häufiger von Ein- oder Zwei-Personen-Haushalten belegt, während Familien in vielen zentralen Kiezen keine passenden Wohnungen mehr finden. Die durchschnittliche Haushaltsgröße liegt inzwischen bei 1,76 Personen - und sinkt seit Jahren weiter.
Für die Bezirksämter in Berlin, die Kitas planen, und für die Wohnungsbaugesellschaften stellt sich daher weniger die Frage nach der Gesamtzahl von Wohnungen als nach ihrer Struktur: Wo entstehen kleine, altersgerechte Wohnungen für Alleinlebende - und wo werden dringend Familienwohnungen gebraucht? Die Einwohnerregisterstatistik liefert dafür die Grundlage, die Antworten müssen andere geben.
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