Brandenburg-Tourismus 1. Halbjahr 2026: Leichter Rückgang, Cottbus verdoppelt Auslandsgäste
Rund 2,5 Millionen Gäste haben Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 besucht und dort 6,3 Millionen Übernachtungen gebucht. Beide Werte liegen leicht unter dem Vorjahr. Im Osten des Landes wachsen die Auslandsgäste dagegen deutlich - allen voran Cottbus mit einer Verdopplung.
Die Tourismusbilanz für Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 fällt gemischt aus: 2,5 Millionen Gäste reisten von Januar bis Juni ins Land, das sind 0,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen sank um 1,4 Prozent auf 6,3 Millionen. Das geht aus der Pressemitteilung Nr. 105 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor.
Rechnerisch bleibt Brandenburg damit knapp unter dem Vorjahresniveau, das nach mehreren starken Reisejahren erreicht worden war. Die Zahl der Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten liegt bei 1.455, dazu kommen 177 Campingplätze. Die Bettenauslastung stagniert bei 36,8 Prozent - gleich wie im ersten Halbjahr 2025.
Inlandsgäste dominieren weiterhin klar
Der Brandenburg-Tourismus lebt vom Inlandsmarkt: 93 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf Gäste aus Deutschland. Sie kamen zwar mit 0,3 Prozent weniger Gästeankünften und 1,2 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr - der Rückgang ist damit aber deutlich geringer als bei den ausländischen Gästen. Deren Übernachtungszahlen sanken landesweit um 5,2 Prozent.
Osten Brandenburgs zieht spürbar mehr Auslandsgäste
Während das Ausland landesweit rückläufig war, entwickelt sich das Bild in den Regionen sehr unterschiedlich. Deutliche Zuwächse bei den Auslandsübernachtungen verzeichnen vor allem Reisegebiete im Osten: Cottbus verdoppelt sich beinahe (+105,1 Prozent), das Lausitzer Seenland legt um 39,7 Prozent zu, das Elbe-Elster-Land um 26,6 Prozent und der Spreewald um 20,3 Prozent.
Seenland Oder-Spree bleibt das größte Reisegebiet
Bei den absoluten Übernachtungszahlen liegt das Seenland Oder-Spree mit 969.548 Übernachtungen knapp vorn (−0,1 %), gefolgt von der Brandenburgischen Seenplatte mit 948.940 Übernachtungen (−3,3 %) und dem Spreewald mit 906.642 Übernachtungen (−4,4 %). Das stärkste Wachstum insgesamt - also inklusive Inlandsgästen - erzielt das Lausitzer Seenland mit +10,4 Prozent.
Bei den kreisfreien Städten fällt Frankfurt (Oder) auf: Die Stadt an der polnischen Grenze legt bei den Übernachtungen um 12,8 Prozent zu und gehört damit zu den Wachstumstreibern. Potsdam als Landeshauptstadt kommt auf ein Plus von 3,3 Prozent bei den Gästen und 2,1 Prozent bei den Übernachtungen.
Die Statistik zählt gewerbliche Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Gästebetten sowie Campingplätze. Kleine Privatunterkünfte, Ferienwohnungen unterhalb der Schwelle und Airbnb-Angebote außerhalb der gewerblichen Meldung sind nicht enthalten. Die tatsächliche Zahl der Reisenden in Brandenburg liegt deshalb etwas höher als in der amtlichen Statistik ausgewiesen.
Was der Trend für Brandenburg bedeutet
Die Zahlen zeigen zwei parallele Bewegungen: Der insgesamt größere Inlandsmarkt ist weitgehend stabil, hier verliert das Land nur wenig. Der kleinere, aber wirtschaftlich wichtige Auslandsmarkt ist landesweit rückläufig - wächst aber gezielt dort, wo Überregionales sichtbar wird: Cottbus als Zweitliga-Standort, das Lausitzer Seenland als neu entstehende Bade- und Wassersport-Region, der Spreewald als etabliertes Auslandsziel. Für Ausflugsplaner in Berlin bleiben Spreewald, Havelland und die Uckermark die Klassiker.
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