Verbraucherpreise Juli 2026: Inflation in Berlin und Brandenburg zieht wieder an
Die Verbraucherpreise in Berlin lagen im Juli 2026 um 2,9 Prozent über dem Vorjahr, in Brandenburg um 2,7 Prozent. Beide Werte sind höher als im Juni. Verantwortlich ist vor allem eine kräftige Verteuerung bei Kraftstoffen und Heizöl - Strom, Erdgas und Butter dämpfen die Teuerung dagegen.
Die Inflation in der Hauptstadtregion hat im Juli wieder etwas Fahrt aufgenommen. Der Verbraucherpreisindex lag in Berlin um 2,9 Prozent höher als im Juli 2025, in Brandenburg um 2,7 Prozent. Im Juni waren es 2,2 und 2,4 Prozent gewesen. Gegenüber dem Vormonat legten die Preise in Berlin um 1,0 Prozent zu, in Brandenburg um 0,7 Prozent. Das geht aus den vorläufigen Ergebnissen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg (Pressemitteilung Nr. 97) hervor.
Der Ausschlag nach oben hängt vor allem mit einem Basiseffekt bei Energie zusammen: Vor einem Jahr waren Kraftstoffe und Heizöl besonders billig. Im aktuellen Vergleich fällt der Sprung deshalb ungewöhnlich hoch aus - obwohl die absoluten Preise an der Zapfsäule nicht dramatisch gestiegen sind.
Kraftstoffe sind der größte Preistreiber
Wer im Juli getankt hat, hat das im Portemonnaie gespürt: Diesel kostete in Berlin 32,6 Prozent mehr als vor einem Jahr, in Brandenburg 26,2 Prozent. Beim Superbenzin waren es 29,1 beziehungsweise 23,0 Prozent. Noch stärker legte leichtes Heizöl zu - in Berlin um 38,0 Prozent, in Brandenburg um 27,0 Prozent. Das trifft besonders Haushalte, die im Sommer ihre Tanks für die kommende Heizsaison füllen.
Strom, Erdgas und Butter dämpfen die Teuerung
Auf der anderen Seite gibt es Kategorien, die die Inflation abmildern. Strom war in Berlin 7,9 Prozent billiger als vor einem Jahr, in Brandenburg 3,9 Prozent. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei Erdgas aus: Berlin −13,8 Prozent, Brandenburg −3,4 Prozent. Bei Butter zeigt sich der wohl auffälligste Preissturz - hier gaben die Preise in beiden Ländern um rund 29 Prozent nach.
Auch bei frischem Obst sanken die Preise: In Berlin um 6,2 Prozent, in Brandenburg um 8,6 Prozent gegenüber Juli 2025. Die Preisrückgänge bei Grundnahrungsmitteln entlasten vor allem Haushalte mit kleinerem Budget - während die Kraftstoff-Verteuerung eher Pendlerinnen und Pendler trifft.
Die jährliche Inflationsrate misst, wie viel Prozent ein Warenkorb heute mehr oder weniger kostet als vor genau einem Jahr. War der Vergleichsmonat besonders billig - wie im Juli 2025 die Kraftstoffe -, wirkt der aktuelle Wert automatisch hoch, auch wenn die Preise seither nur moderat gestiegen sind. Umgekehrt wirken Basiseffekte auch preissenkend, wenn der Vergleichsmonat sehr teuer war.
Dienstleistungen weiter deutlich über Durchschnitt
Neben Energie treiben vor allem Dienstleistungen die Teuerung: In Berlin verteuerten sie sich um 3,5 Prozent, in Brandenburg um 3,1 Prozent. Waren stiegen mit 2,3 (Berlin) beziehungsweise 2,4 Prozent (Brandenburg) etwas moderater. Damit bleibt das bekannte Muster erhalten: Der Preisdruck auf Löhne und Personalkosten schlägt sich weiter bei Dienstleistungen nieder.
„Im Juli treibt vor allem der Kraftstoff die Teuerung nach oben - ohne den Basiseffekt bei Energie läge die Rate deutlich niedriger.“
Aus der Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg
Was das für Verbraucher bedeutet
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt das Bild gemischt. Grundnahrungsmittel wie Butter und Obst sind in den Berliner Supermärkten spürbar billiger geworden, Strom und Erdgas dämpfen die Nebenkosten. Wer viel Auto fährt oder mit Öl heizt, spürt dagegen deutlich höhere Preise als vor einem Jahr - selbst wenn die Preise an der Tankstelle im Vergleich zum Vormonat kaum gestiegen sind.
Wie stark der aktuelle Aufwärtstrend anhält, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: dem weiteren Verlauf der Energiepreise und den anstehenden Tarifabschlüssen im Dienstleistungssektor. Die endgültigen Zahlen für Juli werden Mitte August veröffentlicht.
Unsere Tipps zum Einkaufen in Berlin
Weitere News
Weitere Nachrichten aus Berlin und Brandenburg