Wirtschaft

Verbraucherpreise Juni 2026: Teuerung in Berlin und Brandenburg schwächt sich weiter ab

Redaktion: Tjark Knittel · Letzte Aktualisierung: 02.07.2026 · Lesezeit: 3 Min.

Die Verbraucherpreise in Berlin lagen im Juni 2026 um 2,2 Prozent über dem Vorjahresmonat, in Brandenburg um 2,4 Prozent. In beiden Ländern schwächt sich die Teuerung deutlich ab - Nahrungsmittel wurden sogar erstmals seit März 2024 wieder billiger. Die Details aus dem Preisindex des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg.

Die Teuerung in Berlin und Brandenburg schwächt sich ab
Die Teuerung in Berlin und Brandenburg schwächt sich ab · Foto: © nicoletaionescu - stock.adobe.com

Der Trend zur Preisberuhigung setzt sich fort. Nach 2,8 Prozent im Mai liegt die Berliner Inflationsrate im Juni bei nur noch 2,2 Prozent, Brandenburg meldet 2,4 Prozent statt 2,7 Prozent. Gegenüber dem Vormonat sind die Preise in Berlin sogar um 0,3 Prozent gefallen, in Brandenburg um 0,2 Prozent. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die Zahlen am 29. Juni 2026 vorgelegt.

Energie: Aus dem Preistreiber wird ein Bremser

Der auffälligste Effekt kommt aus dem Energiesektor. Nachdem Energiepreise noch im Mai die Inflation nach oben getrieben hatten (Berlin +8,0 Prozent, Brandenburg +8,1 Prozent zum Vorjahr), liegt der Zuwachs im Juni nur noch bei +3,0 Prozent in Berlin und +4,9 Prozent in Brandenburg. Das ist eine Halbierung binnen eines Monats.

Besonders deutlich zeigt sich das bei Kraftstoffen: In Berlin kosteten Benzin und Diesel im Juni "nur" noch 15,1 Prozent mehr als im Vorjahr - im Mai waren es 25,9 Prozent gewesen. In Brandenburg fiel die Steigerungsrate von 20,2 auf 12,1 Prozent. Auch Heizöl bleibt zwar deutlich teurer als vor einem Jahr (Berlin +22,1 Prozent, Brandenburg +41,4 Prozent), aber der Auftrieb lässt nach. Beim Erdgas gaben die Preise gegenüber dem Vormonat sogar leicht nach.

Infografik: Verbraucherpreise Juni 2026 - Berlin +2,2 Prozent, Brandenburg +2,4 Prozent
Die Teuerung schwächt sich in beiden Ländern deutlich ab, Nahrungsmittel sind erstmals seit über zwei Jahren wieder billiger. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Nahrungsmittel: Erstmals wieder billiger seit März 2024

Ein noch stärkeres Signal kommt aus dem Supermarkt. In Berlin lagen die Nahrungsmittelpreise im Juni 2026 0,3 Prozent unter dem Vorjahr, in Brandenburg sogar 0,6 Prozent. Das ist zum ersten Mal seit März 2024, dass Lebensmittel überhaupt wieder billiger sind als ein Jahr zuvor - nach vielen Monaten mit Steigerungsraten zwischen zwei und vier Prozent eine kleine Wende.

Die deutlichsten Preisrückgänge verzeichneten die Statistiker bei Butter, Käse und Quark sowie bei Kartoffeln. Fleisch, Obst und Gemüse bewegten sich seitwärts. In den Berliner Supermärkten und Discountern zahlen Kunden also für einen typischen Wochenendkorb tatsächlich wieder etwas weniger als vor zwölf Monaten.

Dienstleistungen und Mieten treiben weiter

Während Energie und Nahrungsmittel entlasten, bleiben die Dienstleistungspreise Treiber der Inflation. In Berlin waren Dienstleistungen im Juni 3,7 Prozent teurer als vor einem Jahr, in Brandenburg 3,2 Prozent. Damit liegen sie deutlich über der Gesamtteuerung. Innerhalb der Dienstleistungen sticht die Wohnungsmiete heraus: Die Nettokaltmieten kletterten in Berlin um 4,2 Prozent, in Brandenburg um 1,6 Prozent - die Berliner Mietkurve bleibt damit unverändert steil.

Auch bei Versicherungen, Handwerker- und Reparaturleistungen sowie im Gastgewerbe verzeichneten die Statistiker überdurchschnittliche Preissteigerungen. Der klassische Dienstleistungsblock wirkt damit als Puffer, der die Gesamtteuerung über dem EZB-Zwei-Prozent-Ziel hält.

Was die Zahlen für die Region bedeuten

Für Verbraucher heissen die Zahlen: Die Kaufkraft wächst wieder etwas. Wer in Berlin einkauft oder zur Arbeit pendelt, spürt die Entlastung an der Zapfsäule und beim Wocheneinkauf. Wer sich dagegen um eine neue Wohnung bewirbt oder eine Handwerkerrechnung offen hat, merkt kaum eine Beruhigung. Für die Geldpolitik der EZB liefert die Region ein gemischtes Signal: Die Gesamtrate nähert sich dem Zwei-Prozent-Ziel, die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) bleibt aber hartnäckig höher.

Ob sich der Trend zur Preisberuhigung im Sommer fortsetzt, entscheiden vor allem zwei Faktoren: die weitere Entwicklung des Ölpreises und ob die Nahrungsmittelhändler die inzwischen günstigeren Rohstoffkosten wirklich an die Kunden weitergeben. Der nächste Preisindex für Juli 2026 wird Ende Juli veröffentlicht.

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