Wirtschaft

Inflation in Berlin und Brandenburg: 2,8 Prozent im Mai 2026

Redaktion: Tjark Knittel · Letzte Aktualisierung: 09.06.2026 · Lesezeit: 3 Min.

Die Verbraucherpreise in Berlin und Brandenburg lagen im Mai 2026 um 2,8 Prozent über dem Vorjahr. Preistreiber bleibt die Energie mit einem Plus von rund 8 Prozent - während viele Lebensmittel, allen voran Butter und Speiseöl, deutlich günstiger wurden.

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Die Verbraucherpreise in Berlin und Brandenburg im Mai 2026 - Symbolbild

Die Teuerung in der Hauptstadtregion bleibt stabil im moderaten Bereich: Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg lagen die Verbraucherpreise im Mai 2026 um 2,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat April sanken die Preise sogar leicht - in Berlin um 0,2 Prozent, in Brandenburg um 0,1 Prozent.

Die Zahlen stammen aus dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Hinter dem unauffälligen Gesamtwert steckt ein deutliches Auseinanderdriften der Warengruppen: Energie verteuert sich weiter spürbar, während viele Grundnahrungsmittel billiger geworden sind.

Energie bleibt der größte Preistreiber

Mit einem Plus von 8,0 Prozent (Berlin) beziehungsweise 8,1 Prozent (Brandenburg) gegenüber dem Vorjahr ist Energie weiterhin der wichtigste Treiber der Inflation. Rechnet man Heizöl und Kraftstoff heraus, fällt die Teuerung deutlich niedriger aus: In Berlin lag sie dann bei 1,9 Prozent, in Brandenburg bei 2,0 Prozent. Immerhin: Im Monatsvergleich gaben gerade die Spritpreise nach - Heizöl und Kraftstoff verbilligten sich gegenüber April um 4,6 Prozent (Berlin) und 8,2 Prozent (Brandenburg). Auch Strom und Gas waren in beiden Ländern günstiger als zuletzt.

Lebensmittel: Butter und Speiseöl deutlich billiger

Anders als in den Vorjahren entlasten die Lebensmittel die Haushaltskasse. Insgesamt lagen die Nahrungsmittelpreise in Berlin nur 0,3 Prozent über dem Vorjahr, in Brandenburg blieben sie unverändert. Bei einzelnen Grundprodukten gab es kräftige Rückgänge:

Balkendiagramm: Preisrückgang bei Lebensmitteln in Berlin im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr - Butter minus 22,5 Prozent, Speisefette und -öle minus 13,2 Prozent, Kartoffeln minus 9,2 Prozent, Käse und Quark minus 5,7 Prozent.
In Brandenburg fielen die Rückgänge teils noch stärker aus (Butter −29,2 %). Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

In Brandenburg waren die Rückgänge teilweise noch ausgeprägter: Butter kostete dort 29,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, Käse und Quark 9,6 Prozent, Kartoffeln 12,9 Prozent und Speisefette 14,5 Prozent. Für Verbraucher ist das eine spürbare Entlastung beim alltäglichen Einkauf. Supermärkte in Berlin

Teurer wurden Alkohol und Tabak

Nicht alles wurde billiger: Überdurchschnittlich stiegen die Preise für alkoholische Getränke und Tabakwaren - hier wirken unter anderem höhere Steuern. Zusammen mit der teuren Energie sorgt das dafür, dass die Gesamtteuerung trotz billiger Lebensmittel nicht unter die Marke von rund 2,8 Prozent rutscht.

Subjektive Beobachtung: Was mir in den letzten Tagen aufgefallen ist: Auch das Eis wird in Berlin und Brandenburg immer teurer. Während man in Brandenburg mit etwas Glück noch eine Kugel Eis für 1,50 bis 1,80 Euro bekommt, muss man in Berlin meist 2 Euro und mehr bezahlen. Auch 3 Euro sind wohl keine Seltenheit mehr!

Was die Zahlen bedeuten

Eine Inflationsrate von 2,8 Prozent liegt nur leicht über dem Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank von rund zwei Prozent. Für die Hauptstadtregion ist das eine vergleichsweise ruhige Entwicklung - weit entfernt von den Spitzenwerten der Energiekrise. Entscheidend für das Gefühl im Geldbeutel bleibt, wie sich Energie und Mieten weiterentwickeln, während der Einkauf im Supermarkt zuletzt wieder etwas günstiger geworden ist.
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