Wirtschaft

Verdienste 2025: Berliner verdienen mehr als Brandenburger

Redaktion: Tjark Knittel · Letzte Aktualisierung: 20.07.2026 · Lesezeit: 3 Min.

27,42 Euro in Berlin, 22,66 Euro in Brandenburg: Beim Bruttostundenverdienst trennt die beiden Länder 2025 eine deutliche Lücke von rund einem Fünftel. Auf das Jahr gerechnet verdienen Berliner Beschäftigte im Schnitt gut 9.400 Euro mehr als Brandenburger. Die Zahlen der Verdiensterhebung im Überblick.

Verdienste in Berlin und Brandenburg
Wieviel verdienen die Berliner und Brandenburger · Foto: Stockfotos-MG, stock.adobe. com

Berlin und Brandenburg trennt beim Lohn eine deutliche Lücke. Im April 2025 verdienten Beschäftigte in Berlin im Schnitt 27,42 Euro brutto pro Stunde, in Brandenburg waren es 22,66 Euro. Das sind rund 21 Prozent mehr in der Hauptstadt. Das geht aus der Verdiensterhebung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor.

Rechnet man nur die Vollzeitbeschäftigten, steigt der Stundenverdienst auf 29,86 Euro in Berlin und 24,10 Euro in Brandenburg. Auf das Jahr hochgerechnet - inklusive Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld - kamen Berliner Beschäftigte 2025 auf durchschnittlich 51.111 Euro brutto, Brandenburger auf 41.694 Euro. Zwischen beiden Ländern liegen damit gut 9.400 Euro im Jahr.

Infografik: Bruttostundenverdienst 2025 in Berlin (27,42 Euro) und Brandenburg (22,66 Euro), Vollzeit 29,86 und 24,10 Euro
Beim Bruttostundenverdienst liegt Berlin 2025 rund 4,76 Euro vor Brandenburg - bei Vollzeitbeschäftigten sind es 5,76 Euro. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Die meisten verdienen zwischen 12 und 18 Euro

Der Durchschnitt verdeckt, wie breit die Löhne streuen. Der überwiegende Teil der Beschäftigten fand sich 2025 in beiden Ländern im Bereich zwischen 12 und 18 Euro pro Stunde wieder. Spitzenverdienste von 65 Euro und mehr blieben die Ausnahme, drücken den Mittelwert aber spürbar nach oben - deshalb liegt der Durchschnitt deutlich über der am häufigsten gezahlten Lohnspanne.

Wie wird der Verdienst erhoben?
Die Verdiensterhebung des Amtes für Statistik

Grundlage ist eine monatliche Befragung von Betrieben zu Bruttoverdiensten und bezahlten Arbeitsstunden. Erfasst werden Grundgehalt, Zuschläge und Sonderzahlungen. Aus den Betriebsangaben rechnet das Amt für Statistik die Durchschnitts- und Verteilungswerte für Berlin und Brandenburg hoch.

Frauen in der Mitte, Männer an den Rändern

Bei der Verteilung zeigt sich ein klares Geschlechtermuster. Frauen prägen vor allem die mittleren Verdienstklassen zwischen rund 21 und 26 Euro pro Stunde. Männer dagegen dominieren die Ränder: Sie stellen sowohl die Spitzenverdiener mit 65 Euro und mehr als auch einen großen Teil der niedrigsten Lohnklassen.

Dieses Muster erklärt einen Teil des bekannten Verdienstabstands zwischen den Geschlechtern: Wenn Männer die absolute Spitze deutlich stärker besetzen, hebt das ihren Durchschnitt an - auch wenn Frauen in der breiten Mitte gut vertreten sind.

Warum Berlin vorn liegt - und was bleibt

Der Abstand zwischen Hauptstadt und Umland hat vor allem strukturelle Gründe. In Berlin sitzen viele gut bezahlte Branchen - Verwaltung, Informationswirtschaft, unternehmensnahe Dienstleistungen und Forschung. Brandenburg ist stärker von Verarbeitendem Gewerbe, Logistik, Landwirtschaft und Tourismus geprägt, wo die Stundenlöhne im Schnitt niedriger ausfallen.

Der höhere Berliner Verdienst relativiert sich allerdings durch die Lebenshaltungskosten: Vor allem die Mieten liegen in der Stadt deutlich über denen im ländlichen Brandenburg. Wie viel vom Verdienst am Ende real bleibt, zeigt sich eher beim verfügbaren Einkommen und bei den Verbraucherpreisen in der Region.

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