Wirtschaft

Verfügbares Einkommen 2024: Berlin und Brandenburg unter dem Bundesschnitt

Redaktion: Tjark Knittel · Letzte Aktualisierung: 27.06.2026 · Lesezeit: 3 Min.

Berliner hatten 2024 im Schnitt 27.595 Euro pro Person zur Verfügung, Brandenburger 27.560 Euro - rund 2.500 Euro weniger als der bundesweite Durchschnitt. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Länder hervor. Brandenburg hat aber kräftiger zugelegt als der Bund.

Das Einkommen der Berliner und Brandenburger liegt unter dem Bundesdurchschnitt
Das Einkommen der Berliner und Brandenburger liegt unter dem Bundesdurchschnitt · Foto: © Zerbor - stock.adobe.com

Das verfügbare Einkommen ist der Betrag, der einem Haushalt am Ende für Konsum oder Sparen übrig bleibt - also nach Steuern und Sozialabgaben, aber inklusive Rente, Kindergeld und sonstigen Transfers. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die neuen Werte für das Jahr 2024 veröffentlicht. Für Berlin und Brandenburg liegen sie weiter unter dem Bundesschnitt - allerdings hat sich der Abstand 2024 zumindest in Brandenburg etwas verringert.

Berlin: 27.595 Euro je Einwohner

In Berlin standen 2024 rein rechnerisch 27.595 Euro je Einwohner zur Verfügung. Das sind 911 Euro mehr als im Vorjahr - ein Plus von 3,4 Prozent. Im bundesweiten Vergleich entspricht das 91,8 Prozent des deutschen Durchschnitts. Berlin liegt damit zwar über dem Niveau der ostdeutschen Flächenländer, aber deutlich unter den wirtschaftsstarken westdeutschen Bundesländern.

Auffällig: Das Primäreinkommen je Person - also das, was die Berlinerinnen und Berliner aus Arbeit und Vermögen direkt erwirtschaften - lag mit 34.311 Euro recht hoch und wächst mit 3,5 Prozent etwa im Bundestempo. Nach Steuern und Abgaben bleibt davon aber nur ein Anteil von 80 Prozent als verfügbares Einkommen übrig - deutschlandweit sind es 83 Prozent. Berlin gibt also einen vergleichsweise hohen Anteil seines Einkommens ab.

Brandenburg: Schnelleres Wachstum als der Bund

In Brandenburg standen 2024 27.560 Euro je Einwohner zur Verfügung - nur 35 Euro weniger als in Berlin. Das Plus von +1.126 Euro (+4,3 Prozent) ist allerdings deutlich größer als in der Hauptstadt (+3,4 Prozent) und auch größer als im Bundesdurchschnitt (+3,7 Prozent). Brandenburg holt also bei den Einkommen auf, ohne den Rückstand schon aufgeholt zu haben.

Anders als in Berlin macht das Primäreinkommen einen kleineren Anteil aus: Mit 30.026 Euro je Person liegt es bundesweit deutlich hinten. Dafür ist das Verhältnis von verfügbarem zu Primäreinkommen mit 92 Prozent eines der höchsten Deutschlands - Brandenburgerinnen und Brandenburger profitieren also stärker von Renten, Kindergeld und anderen Transferzahlungen als die meisten anderen Landkreise Deutschlands.

Infografik: Verfügbares Einkommen 2024 - Berlin 27.595 Euro, Brandenburg 27.560 Euro, Deutschland 30.069 Euro
Berlin und Brandenburg liegen 2024 rund 2.500 Euro unter dem Bundesschnitt - Brandenburg wächst aber am stärksten. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Was die Zahlen für die Region bedeuten

Für die Hauptstadtregion sind die Werte ein typisches Bild: hoch erwirtschaftete Primäreinkommen in Berlin, aber durch Steuern und hohe Lebenshaltungskosten gibt es weniger zum Leben übrig - und Brandenburg liegt dank starker Transferzahlungen und niedrigerer Lebenshaltungskosten in der gefühlten Kaufkraft oft sogar besser da, als die Bruttozahlen vermuten lassen. Beide Länder zusammen bilden weiterhin eine wirtschaftliche Mittelschicht im Bundesvergleich.

Brandenburg holt langsam auf, Berlin hängt am Bundesschnitt fest. Wer im ländlichen Brandenburg lebt, hat zwar weniger verdient als der Bundesschnitt, kommt aber durch günstigere Mieten und höhere Transferzahlungen oft besser durch den Monat als das Pro-Kopf-Einkommen vermuten lässt.

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