Politik

Wärmeplan für Berlin: So soll die Stadt bis 2045 klimaneutral heizen

Redaktion: Tjark Knittel · Letzte Aktualisierung: 18.06.2026 · Lesezeit: 3 Min.

Der Berliner Senat hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen. Interaktive Karten zeigen künftig, welche Heizlösung in welchem Kiez sinnvoll ist - vom Fernwärmenetz bis zur Wärmepumpe.

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Berliner Senat beschließt den Wärmeplan · Symbolbild

Wie heizt Berlin in 20 Jahren? Der Senat hat am 16. Juni 2026 einen Plan vorgelegt, der diese Frage beantworten soll. Auf Vorlage von Umweltsenatorin Ute Bonde beschloss die Landesregierung den gesamtstädtischen Wärmeplan - einen Fahrplan für klimaneutrale, bezahlbare und verlässliche Wärmeversorgung bis 2045.

In den vergangenen Monaten hat die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Daten zusammengeführt, Potenziale für erneuerbare Wärme und Abwärme analysiert und die Stadt in Gebiete mit unterschiedlichen Versorgungsoptionen gegliedert. Das Ergebnis: Für jeden Berliner Kiez soll künftig sichtbar sein, ob dort eher ein Wärmenetz ausgebaut wird oder ob individuelle Lösungen wie Wärmepumpen die bessere Wahl sind.

Interaktive Karten in Fünfjahresschritten

Der Wärmeplan zeigt erstmals ein klares Bild, wie sich die Wärmeversorgung der Stadt bis 2045 entwickeln kann. Die Darstellung erfolgt in Fünfjahresschritten und mit interaktiven Karten. Eigentümer, Unternehmen und Bezirke bekommen damit eine Planungsgrundlage, um langfristig investieren zu können. Der Plan ist dabei ausdrücklich als Orientierung gedacht, nicht als Vorschrift - die Entscheidungsfreiheit bleibt gewahrt.

Erdwärme, Flusswasser und Abwärme aus Rechenzentren

Berlin verfügt über eine ganze Reihe von Wärmequellen, die bisher kaum genutzt werden. Der Plan setzt auf Erdwärme, Solarenergie, Wärme aus Flüssen und der Abwasserinfrastruktur sowie Abwärme aus Rechenzentren, industriellen Prozessen und sogar dem U-Bahn-System. Die verstärkte Nutzung dieser Quellen soll die Abhängigkeit von Energieimporten verringern und Preis- sowie Versorgungsrisiken senken.

Senatorin Bonde sagte dazu: "Mit dem Wärmeplan stellen wir die Wärmewende in Berlin auf ein solides Fundament. Wir zeigen transparent, wie unsere Stadt Schritt für Schritt raus aus den fossilen und hin zu erneuerbaren Wärmequellen kommt." Der Plan richte sich an Mieter, an die Wohnungswirtschaft und an Unternehmen gleichermaßen.

Was jetzt schon passiert

Erste Maßnahmen laufen bereits an. Die Bezirke erhalten Unterstützung beim Aufbau neuer Nahwärmenetze, und lokale erneuerbare Potenziale sollen besser erschlossen werden. Außerdem plant das Land Berlin eine zentrale Anlaufstelle, die Eigentümern den Einstieg in die Wärmewende erleichtern soll. Wer sich über Energiesparmöglichkeiten informieren will, findet dort künftig Beratung aus einer Hand.

Der Wärmeplan wird fortlaufend aktualisiert. Neue Erkenntnisse - etwa zu den Potenzialen der Tiefen Geothermie - fließen schrittweise ein und verbessern die Datengrundlage für alle Beteiligten.

Infoveranstaltung
Öffentliche Vorstellung des Wärmeplans

Ende Juni 2026 können sich interessierte Berliner bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung über die Ergebnisse des Wärmeplans informieren. Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es auf der Seite Berlin spart Energie. Details zur Berliner Wärmewende, zum Wärmeplan und den Wärmekarten finden sich unter berlin.de/waermewende.

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