Wegner (CDU) zieht Spitzenkandidatur für die Wahl am 20. September zurück
Nach wachsendem Druck aus der Bevölkerung und zuletzt auch aus den eigenen Reihen hat Berlins Regierender Bürgermeister auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mitgeteilt, dass er bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September nicht mehr als Spitzenkandidat der CDU antreten wird.
Leider kommt dieser Rückzug viel zu spät. Wegner hätte bereits nach seinem Fehlverhalten während des großen Stromausfalls seinen Hut nehmen müssen. Damit hätte er seiner Partei bessere Chancen auf ein gutes Abschneiden bei der Wahl im September ermöglicht. Viele Berliner nahmen ihn ohnehin als schwachen Bürgermeister wahr.
CDU rutscht auf 17 Prozent - hinter Linke, Grüne und AfD
Derzeit liegt die Berliner CDU in den Umfragen bei nur 17 Prozent und damit hinter der Linken, den Grünen und der AfD. Lediglich der Koalitionspartner SPD schneidet mit 13 Prozent noch schlechter ab.
Der Vertrauensverlust der Berliner CDU ist enorm
Für die Berliner CDU ist der Vertrauensverlust enorm. Immerhin hatten im Juni 92,67 Prozent der Delegierten Wegner zum Spitzenkandidaten gewählt. Seine Versäumnisse beim Stromausfall und seine fehlerhafte Kommunikation waren zu diesem Zeitpunkt bereits hinlänglich bekannt.
Nun müssen die Mitglieder der Berliner CDU erklären, warum sie Herrn Wegner zunächst zum Spitzenkandidaten aufgestellt haben, nur um ihn einen Monat später abzusägen. Wen auch immer die Berliner CDU jetzt zum Spitzenkandidaten macht: Es dürfte schwer werden, die Umfragewerte deutlich zu verbessern.
Koalitionsfrage: Wer regiert Berlin nach dem 20. September?
Selbst wenn es der Berliner CDU gelingen sollte, wieder stärkste Kraft in Berlin zu werden, ist schon jetzt ziemlich klar, dass sie anschließend nur gemeinsam mit zwei Koalitionspartnern regieren könnte.
Mit der SPD und den Grünen? Wie viel vom CDU-Programm bliebe dann noch übrig?
Ich sehe derzeit keine andere realistische Konstellation. BSW und FDP schwächeln bei jeweils rund drei Prozent. Gleichzeitig hält die Berliner CDU an der Brandmauer zur AfD fest.
Kommentar: Auf dem Weg in eine rot-grün-rote Regierung?
Die Berliner können sich daher vermutlich schon einmal auf eine rot-grün-rote Regierung einstellen - vorausgesetzt, der SPD gelingt es, sich bis zur Wahl über der Fünfprozenthürde zu halten. Derzeit liegt sie in den Umfragen bei 13 Prozent. Spitzenkandidat Steffen Krach hat es jedoch schwer, hier in Berlin Fuß zu fassen.
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