Wohnen

Wohnungsbestand 2025: Zuwachs verlangsamt sich in Berlin und Brandenburg

Redaktion: Tjark Knittel · Letzte Aktualisierung: 02.07.2026 · Lesezeit: 4 Min.

Berlin zählt Ende 2025 rund 2,07 Millionen Wohnungen, Brandenburg 1,4 Millionen - beide Länder legen leicht zu, aber langsamer als in den Vorjahren. Der Neubau bleibt hinter dem Bedarf zurück, während das Berliner Umland fast die Hälfte aller Brandenburger Neubauten aufsaugt. Die Zahlen im Detail.

Wohnungsbau in Berlin und Brandenburg
Über die Entwicklung des Wohnungsbaus in Berlin und Brandenburg · Foto: © ArTo - stock.adobe.com

In beiden Ländern der Hauptstadtregion ist der Wohnungsbestand Ende 2025 gewachsen, aber deutlich langsamer als in den Jahren zuvor. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die Bestandszahlen am 30. Juni 2026 vorgelegt. Für Wohnungssuchende sind das ambivalente Nachrichten: Es kommen zwar neue Wohnungen dazu, aber weniger als in den Jahren zuvor - und der Neubau konzentriert sich zunehmend im Berliner Umland.

Berlin: 2,07 Millionen Wohnungen, Wachstum unter dem Schnitt

Ende 2025 gab es in Berlin 2.069.432 Wohnungen in 338.557 Wohngebäuden. Das sind 10.766 Wohnungen mehr als ein Jahr zuvor (+0,5 Prozent) - ein Zuwachs, der unter dem Durchschnitt der Vorjahre liegt. Von den neuen Wohnungen entstanden 9.383 in neu errichteten Gebäuden, weitere 1.481 durch Umbauten und Aufstockungen im Bestand. Abgerissen wurden nur 98 Wohnungen.

Der größte Teil des Bestands liegt in Mehrfamilienhäusern - sie machen 87,3 Prozent aller Berliner Wohnungen aus. Ein- und Zweifamilienhäuser kommen zusammen auf 10 Prozent, Wohnheime und Wohnungen in Nichtwohngebäuden auf den Rest. Bei den Gebäuden ist das Verhältnis umgekehrt: 56,3 Prozent der Berliner Wohngebäude sind Ein- oder Zweifamilienhäuser, die aber wenige Wohnungen enthalten.

Die Verteilung über die Bezirke ist ungleich. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Treptow-Köpenick mit +1,2 Prozent, gefolgt von Lichtenberg mit +0,8 Prozent - beides Bezirke mit großen Neubaugebieten. Am wenigsten wuchs Reinickendorf (+0,1 Prozent). Die meisten Wohnungen absolut liegen in Pankow, dahinter Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf.

Infografik: Wohnungsbestand Ende 2025 - Berlin 2.069.432 Wohnungen, Brandenburg 1.396.992 Wohnungen
Berlin und Brandenburg legen beim Wohnungsbestand leicht zu, aber langsamer als in den Vorjahren. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Brandenburg: 1,4 Millionen Wohnungen, Umland als Motor

In Brandenburg zählten die Statistiker Ende 2025 1.396.992 Wohnungen in 712.615 Gebäuden. Der Zuwachs betrug 6.181 Wohnungen (+0,4 Prozent), auch hier weniger als im Vorjahr. Neubauten steuerten 5.917 Wohnungen bei, Umbauten 1.000. Abgerissen wurden 736 Wohnungen - mehr als in Berlin, was am größeren ländlichen Bestand mit älteren Gebäuden liegt.

Die Wohnungstypen-Verteilung unterscheidet sich stark von der Berliner: In Brandenburg entfallen nur 49,1 Prozent aller Wohnungen auf Mehrfamilienhäuser, während Ein- und Zweifamilienhäuser auf 48,3 Prozent kommen - fast gleichauf. Bei den Wohngebäuden dominieren Ein- und Zweifamilienhäuser mit 87 Prozent das Landschaftsbild - typisch für ein Flächenland mit vielen Dörfern und kleineren Städten.

Räumlich konzentriert sich der Neubau stark auf das Berliner Umland: 54,1 Prozent aller neuen Wohnungen entstanden in den Speckgürtel-Landkreisen (rund 3.200 Wohnungen). Den stärksten Zuwachs verzeichnete Potsdam-Mittelmark (+900 Wohnungen), gefolgt vom Landkreis Potsdam mit +664. Im weiteren Metropolraum, also den Landkreisen weiter außerhalb, entstanden zusammengenommen nur rund 2.700 Wohnungen.

Was die Zahlen für die Region bedeuten

Die Zahlen bestätigen, was die Baufertigstellungen 2025 bereits angedeutet hatten: Der Wohnungsbau in der Hauptstadtregion hat an Tempo verloren. Für Berlin bedeutet das anhaltenden Druck auf den Wohnungsmarkt - bei einer wachsenden Bevölkerung von 3,7 Millionen Menschen sind 10.000 neue Wohnungen pro Jahr wenig. Die steigenden Mieten und der Trend zum Umland-Neubau werden sich damit fortsetzen.

In Brandenburg zeigt sich die klassische Zweiteilung deutlich: Der Speckgürtel wächst, die Peripherie stagniert oder schrumpft. Für die Kommunen in den peripheren Landkreisen bedeutet das sinkende Einnahmen bei gleichbleibenden Aufgaben in der Daseinsvorsorge - Schulen, Kitas, Ärzte und Nahverkehr müssen finanziert werden, auch wenn die Einwohnerzahlen zurückgehen.

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