Sie gelten per Rasse als bissig und gefährlich und müssen einen Wesenstest ablegen, bevor sie als ganz normale Hunde in einer Familie leben dürfen: so genannte Kampfhunde. Zehn Hunde stehen auf der Rasseliste, vier sind Meldepflichtig: der Pit-Bull, Bullterrier, American Stafford und Tosa Inu. Doch nun soll die umstrittene Kampfhundeliste abgeschafft werden. Darauf einigten sich die Berliner SPD und CDU bereits während der Koalitionsverhandlungen.
Seitdem die Kampfhundeliste in Berlin vor sieben Jahren durchgesetzt wurde, quillt das Tierheim über vor Hunden wie Bullterriern, Mastiffs, Staffords und deren Mischlingen. Ein neues Zuhause zu finden ist für diese Tiere aufgrund der Auflagen und der herrschenden Vorurteile ziemlich schwer. Statt Hunde allein aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit als bissig einzustufen, sollen nun die Statistiken geprüft werden, um heraus zu finden, welche Vierbeiner besonders häufig Personen gefährden. Außerdem solle die Schulterhöhe der Tiere in die Einstufung mit einbezogen werden – wie aussagekräftig die Größe eines Tieres für seine Bissigkeit ist, ist allerdings ebenfalls mindestens umstritten. Einen Maulkorb werden die so genannten Kampfhunde allerdings auch weiterhin in der Öffentlichkeit tragen müssen, daran will keiner der tierschutzpolitischen Sprecher der Fraktionen rütteln. Dass die Maulkorbpflicht kaum durchgesetzt wird, stört da auch wenig.
Der Ersatz für die Kampfhundeliste ist momentan noch nicht spruchreif, die Diskussionen laufen. Im Gespräch ist auch ein Hundeführerschein – für die Halter von Hunden, die dann als bissgefährlich eingestuft werden. Finanziell schlechter gestellte Hundebesitzer sollen unterstützt werden, um den Führerschein erwerben zu können. Ein allgemeiner Hundeführerschein wird bislang nur von den Grünen gefordert. Der Hundeführerschein könnte nach niedersächsischem Vorbild gestaltet werden: Dort müssen Hundehalter ihre Sachkunde im Umgang mit ihren Tieren nachweisen und das Tier muss weiterhin einen Wesenstest bestehen. Die Pläne sind ambitioniert, ein Problem aber bleibt: Zahlreiche Hundebesitzer melden ihren Hund nicht einmal steuerlich an, die Tiere werden nirgendwo erfasst. Solange die Meldepflicht nicht durchgesetzt und kontrolliert wird, werden auch Pläne wie der Hundeführerschein keinen großen Effekt haben.
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