Bunker Harnekop - Hinter dem Eisernen Vorhang

Im Atombunker Harnekop bei Strausberg entsteht ein Cold War Information Center.
Am 10.Februar 1962 hebt sich auf der Glienicker Brücke im Morgengrauen an der Grenze zwischen Potsdam und West-Berlin zum ersten Mal in der Geschichte des Kalten Krieges für einen kurzen Moment der Eiserne Vorhang.
Zwei Männer dürfen ihn passieren; der eine ist CIA-Top-Agent Gary Francis Powers, der andere KGB-Spion Rudolf Iwaniowitsch Abel. Während Powers auf einem U2-Aufklärungsflug über dem Ural von den Russen abgeschossen worden war, landete Abel nach dem Auffliegen seines internationalen Spionagenetzes im Gefängnis von Atlanta - ein so schmerzhafter Verlust für beide Seiten, dass sich die verfeindeten Machtblöcke erstmals auf einen Deal einlassen.
Der erste gelungene Agententausch zwischen den USA und der Sowijetunion zählt somit zu einem der spannendsten Kapitel in der Geschichte der geteilten Stadt Berlin. Das findet auch Francis Gary Power Jr., Sohn des berühmten US-Agenten, und plant jetzt im Atombunker Harnekop nahe Strausberg die Errichtung eines ständigen Cold War Information Centers.
Adresse:
Bunker Harnekop
Lindenallee 1
15345 Prötzel OT Harnekop
Telefon: (030) 645 89 63

Öffnungszeiten des Atombunker Harnekop:


Nach Vereinbarung

Was kann man im Atombunker Harnekop erleben?


Um das Andenken an seinen berühmten Vater und andere Veteranen des Kalten Krieges zu wahren, baut Francis Gary Powers Jr. derzeit in Amerika ein Cold War
Museum auf. Momentan tourt bereits eine mobile Ausstellung, u.a. mit Wrackteilen der U2, durch die ganze Welt. Zusammen mit der Berlinerin Bärbel Simon, die Gary Powers Jr. bereits seit einiger Zeit mit der Beschaffung von Zeitzeugenmaterial aus der ehemaligen DDR unterstützt, will Powers sein museales Projekt nun auch auf den Standpunkt Deutschland erweitern.
Nachdem er im September 2005 während eines Besuches in Potsdam von dem "Förderverein Denkmal Atombunker Harnekop" bei Strausberg zu einem Ehren-Empfang auf das Gelände des heute sich in Privatbesitz befindlichen, ehemaligen NVA-Schutzbunkers geladen worden war, stand für ihn auch der Ort seines Projektes fest. Mit Bunkerbetreiber Hartmut Mehland, der auf dem Gelände an Wochenenden und Feiertagen nach telefonischer Anmeldung Gruppenführungen anbietet, war er sich schnell einig, dass er ein paar Räume des unterirdischen Labyrinths aus Stollen, Schutzräumen und Sanitätstrakten mietfrei für eine Ausstellung nutzen könne.
"Einen besseren Ort für ein deutsches Informationszentrum zum Kalten Krieg als einen ehemaligen Atombunker kann ich mir gar nicht vorstellen", schwärmt Powers, "Er ist authentisch und die Räume sind noch größtenteils im Originalzustand eingerichtet. Im Anschluss an die regulären Bunkerführungen können sich die Besucher, vielleicht gegen eine kleine Spende, die Ausstellung ansehen." Ab Juni 2007 soll die Ausstellung in die erste Phase gehen. Ab Herbst soll das Information Center dann komplett sein. Dabei werden neben einem kleinen Archiv mit Spezialliteratur zum Kalten Krieg, die gegen eine Schutzgebühr auch entliehen werden darf, u.a. Originalfotos vom Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke, der Gerichtsverhandlung und Wrackteilen der U2 sowie zahlreiche Zeitzeugenberichte aus dem Kalten Krieg, Prozessakten aus dem Fall Abel und persönliche Gegenstände von Francis Gary Powers Sr. die fahlen Betonwände zieren. Auch Originalfotos anderer Agentenaustausche und Erfahrungsberichte, die durch damals Beteiligte vorhanden sind, kommen zum Einsatz.

So hat Simon beispielsweise Hans-Dieter Behrendt, der lange Jahre auf der Ost-Seite der Glienicker Brücke die Passkontrollen durchführte, als Mitstreiter für den musealen Non-Profit-Kraftakt, der komplett auf ehrenamtlicher Basis durchgezogen werden soll, gewinnen können. Er wird zahlreiche Originalfotos beisteuern und seine Erlebnisse bis zur Eröffnung des Cold War Museums dokumentieren. Zeitzeugenmaterial über eine Brücke der ganz anderen Art - die aber auch in die Zeit des Kalten Krieges fällt - soll zu späterem Zeitpunkt auch von Candy-Pilot Gail S. Halvorsen beigesteuert werden, der während der Luftbrücken-Ära mit süßen "Geschossen" die Westberliner Kinderherzen höher schlagen ließ.
Ergänzt werden soll die Ausstellung durch eine umfassende Presseschau mit Artikeln sowohl aus der West- als auch der Ostpresse zum Thema des Kalten Krieges im Allgemeinen. "Wichtig ist uns vor allem, dass die Ausstellung keine Partei bezieht, weder für Ost, noch für West", erklärt Bärbel Simon, die von Gary Powers mittlerweile zur ehrenamtlichen Deutschlandbeauftragten des Cold War Museums ernannt worden ist und einen Großteil der bevorstehenden Arbeit auf sich nimmt, "Der Besucher soll sich selbst eine Meinung bilden".

Zielgruppe des Museumsprojekts sind vor allem jüngere Menschen, die den Kalten Krieg selbst nicht miterlebt haben. "Wir wollen nicht nur zukünftige Generationen über die Ängste, Teilung und Gefahren, die den Kalten Krieg förderten, informieren , sondern auch Lernmöglichkeiten entwickeln, welche die Auswirkungen des Kalten Krieges auf öffentliche Politik, öffentliche Verwaltung, nationale Sicherheit, den internationalen Frieden und die Rüstungskontrolle betreffen", so Simon, "Und gerade jetzt, wo zwar die Machtklüngeleien zwischen Ost und West ausgestanden sind, nicht aber die Bedrohung der westlichen Welt durch den internationalen Terrorismus, ist es wichtig, alle Sinne für den Frieden zu schärfen!".
Tipp: Es gibt auch Tipp: Führungen durch die Festung Küstrin!
Text: ak / Stand: 11.06.2014


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