Schlaflos in Berlin: Heiße Nächte im Insomnia
Gediegene Atmosphäre in schön dekorierten, hohen Räumen, eine große Tanzfläche, ein originelles und abwechslungsreiches Musikprogramm, viele Sitz- und Relaxgelegenheiten und ein äußerst entspanntes und interessantes Publikum: Das Insomnia dürfte der Traum jedes Discogängers sein.
Dass es trotzdem nur eine eher eingeschworene Gemeinschaft nach Alt Tempelhof verschlägt, dürfte daran liegen, dass das Insomnia ein Erotik-Club ist. Gründerin Dominique war von Anfang an im Kit Kat-Club dabei und realisierte mit dem Insomnia schließlich ihre eigenen Vorstellungen und Träume.
Wer auf Fetisch, SM und Livesex steht, kommt hier natürlich voll auf seine Kosten - aber auch für Leute, die einfach nur zu richtig guter Musik tanzen und dabei mal etwas anderes als die übliche Disco-Routine erleben wollen, ist der Club eine gute Adresse. Natürlich sollte man, wenn einem solche Veranstaltungen nicht liegen, den Gangbang oder "Saturday Night Fuck" lieber auslassen - sehr empfehlenswert sind dagegen die regelmäßigen Depeche Mode- ("Master and Servant") und Gothic-Parties ("Angel in Bondage"), die alle ein bis zwei Monate an Freitagen stattfinden.
Samstags tanzt man normalerweise beim "Circus Bizarre" Trance- und House-Klängen und beobachtet dabei mehr oder weniger bekleidete Leute, die teilweise auch mal direkt an der Bar zur Sache kommen. Wer sich von solchen Eskapaden und den normalerweise auf der großen Leinwand über der Tanzfläche laufenden Porno-Videos nicht stören lässt, findet genug Gelegenheit zum Tanzen und Staunen - und das ohne Angst vor Anmache haben zu müssen.
Denn wie in jedem guten Erotik-Club wird hier sehr darauf geachtet, dass keine Übergriffe passieren. Die Gäste wissen das und akzeptieren daher ein Nein auch wirklich als Nein.
Wichtig ist, den Dresscode ernst zu nehmen. Hier lauten die Minimalanforderungen: weder Jeans noch Turnschuhe. Für manchen Themenabend sind aber auch spezielle Outfits gefordert, so dass man sich vorher auf der Website informieren sollte. Wer dennoch in Straßenklamotten kommt, darf entweder wieder nach Hause gehen oder sich an der Garderobe einen langen, auf beiden Seiten bis zur Hüfte geschlitzten Rock aushändigen lassen - und zwar egal, ob Männlein oder Weiblein.
Weniger peinlich ist es da, gleich die engen schwarzen Hosen und die schicken Stiefel anzuziehen. Andererseits ist der Haus-Rock noch ein Schmuckstück gegen das, was manche der Gäste für erotische Kleidung halten. Genug zu gucken gibt es auf jeden Fall immer im Insomnia, und die Stimmung ist normalerweise deutlich gehoben.
Die Eintrittspreise liegen am Wochenende meist bei 10 - 12 Euro für Damen, 12 -17 Euro für Herren und 17 - 22 Euro für Paare, Sonntags und in der Woche oft schon ab 5 Euro.