Brandenburger Tor

Brandenburger Tor in Berlin
Das Brandenburger Tor in Berlin mit der Quadriga bei Nacht. - Foto © chrisdorney

Das Brandenburger Tor: Entrée ins alte Berlin

Jahrzehntelang stand das Brandenburger Tor symbolisch für die deutsche Teilung, platziert im Niemandsland auf öder Flur direkt hinter der Berliner Mauer. Jeweils davor und dahinter begann eine fremde Welt, ein anderes Deutschland. Erst nach der Wende ist es wieder das, was es einmal sein sollte: ein Eingangstor, ein Entrée in die historische Mitte der Hauptstadt. "Kann ick da nu durchjurken, oder watt?" ist daher nicht ohne Grund einer der essentiellsten Fragen, die sich der Berliner bis heute stellt - eine Frage der Demokratie, wenn man so will.

Das Brandenburger Tor als Wahrzeichen Berlins:

Als Carl Gotthard Langhans das monumentale Bauwerk ziemlich genau 200 Jahre vor dem Mauerfall von 1789-91 aus dem Boden stampfen ließ, war die Demokratie noch ein utopischer Begriff. Gerade erst hatten die Franzosen den Absolutismus per Guilottine ins Jenseits verabschiedet und in Berlin war die Preußenaristokratie noch unantastbar. Immerhin, mit dem Entwurf des Brandenburger Tors wagte auch Carl Gotthard Langhans eine kleine Revolution, denn das aufwändigste unter damals insgesamt 18 Stadttoren, bedeutete die erste Hinwendung in der Berliner Baugeschichte zu antiken griechischen Vorbildern. Inspirieren ließ sich Langhans beim Entwurf des Baus von den Propyläen der Athener Akropolis. Ein erster Meilenstein war gelegt: viele Architekten folgten dem Beispiel und aus aus Berlin wurde langsam Spree-Athen.

Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor

Während die meisten anderen Stadttore Berlins, die es damals gab, aus zwei einfachen Torpfeilern bestanden, hat das Brandenburger Tor fünf durch Mauern getrennte, elf Meter tiefe Durchfahrten, deren Stirnen von dorischen Säulen verdeckt werden. Ein imposanter Bau, doch immerhin musste es schone twas besodneres sein, wünschte sich der König damals einen würdevollen Abschluss des Prachtboulevards Unter den Linden. Schmuckstück des Tors ist die Quadriga von Gottfried Schadow. 1806 jedoch marschierte Napoleon mit seinem heer durch ads Brandeburger Tor und ließ die Quadriga auf dem Wasserweg nach Paris entführen. Ein paar Jahre später holten es sich die Deutschen allerdings 1814 im Triumphzug zurück. Auf diese Weise wurde die Quadriga zum Symbol des Sieges in den Freiheitskriegen und Schinkel fügte in den Kranz auf dem Stab der Siegesgöttin, quasi als Trophäe, das Eiserne Kreuz ein.

Das Brandenburger Tor in Berlin nach dem Krieg

Nachdem die Bomben des Zweiten Weltkrieg am Brandenburger Tor erhebliche Schäden angerichtet hatten, wurde es in den 50er Jahren von Ost und West gemeinsam - wenn auch nicht ganz reibungsfrei - wiederhergestellt und mit neu getriebener Quadriga versehen, deren originale Gußformen sich noch im Depot der West-Berliner Firma Noack befanden. Auf das eiserne Kreuz samt dem darauf thronenden preußischen Adler wurde allerdings verzichtet. Zu sehr, so befürchtete der Osten, könnten diese Insignien an die Symbolikd es Naziregimes erinnern. Erst nachd er wende gab man der im Streitwagen voranpreschenden Victoria ihre Trophäe zurück. Jetzt konnte auch der Wiederaufbau des Pariser Platzes in seinen historischen Abmessungen in Angriff genommen werden. Resultat ist ein moderner, aber dennoch traditionsreicher Platz mit viel Flair und beeindruckender Kulisse. Schließlich soll das Brandenburger Tor, auch wenn es nun mitten in der City liegt, nach langem Ausharren im Todesstreifen zwischen Ost und West wieder seinen alten Zweck erfüllen: als Entrée in die historische Mitte Berlins.

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Fotos vom Brandenburger Tor

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Wichtige Informationen für Besucher des Brandenburger Tors in Berlin:

Brandenburger Tor
Pariser Platz
10117 Berlin
Lesen Sie auch unseren Artikel über den Raum der Stille im Brandenburger Tor!

Öffentlicher Nahverkehr:
S-Bahn: S1, S2, S25 bis Brandenburger Tor
U-Bahn: U55 bis Brandenburger Tor
Bus: 100, TXL bis Brandenburger Tor
100, M85 bis Reichstag / Bundestag
200 bis Behrenstr. / Wilhelmstr.
M85 bis Ebertstr.
147, 200 bis Brandenburger Tor / Glinkastr.
TXL bis Marschallbrücke

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Text: ak, Alle Angaben ohne Gewähr!, Stand: 29.07.2016