Die Siegessäule in Berlin

Siegessäule Berlin
Die Siegessäule im Tiergarten - Foto © Henry Czauderna

Die "Goldelse"

Sie bildet das weithin sichtbare Zentrum des Großen Sterns auf der Straße des 17. Juni: fast 67 Meter hoch ragt die Siegessäule über den Tiergarten in die Höhe, um an ruhmreiche Zeiten deutscher Kriegsgeschichte zu errinnern.

Adresse:
Siegessäule
Straße des 17. Juni/ Großer Stern
10785 Berlin

Öffnungszeiten der Goldelse

Täglich geöffnet
Öffnungszeiten jahreszeitabhängig
Mehr Infos zu den Öffnungszeiten

Eintrittspreise in die Siegessäule

Erwachsene: 3,00 €
Ermäßigt: 2,50 €

Die Siegessäule in Berlin - Preußisches Soldatenglück

Die Berliner nennen sie liebevoll "Goldelse", doch als Siegesgöttin aus der römischen Mytholgie heißt sie offiziell Viktoria - auch wenn ihr Adlerhelm sie auch als Borussia, die Personifikation Preußens, erscheinen lässt. Wie auch immer: Anlass für den Bau der Siegessäule waren die Siege im Deutsch-Dänischen Krieg 1864. Eingeweiht wurde das Nationaldenkmal jedoch erst knapp zehn Jahre später am 2. September 1873, dem dritten Jahrestag der siegreichen Schlacht bei Sedan. Um an all diese Siege, u.a. auch an jenen im Deutschen Krieg 1866 gegen Österreich, setzte man der Siegessäule eine Bronzeskulptur auf, die samt Vergoldung ganze 35 Tonnen auf die Waage bringt.

Fotos der Siegessäule

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Geschichte der Siegessäule

Ursprünglich wurde die Siegessäule übrigens nicht dort aufgebaut, wo sie heute steht, sondern auf dem Königsplatz, dem heutigen Platz der Republik direkt vor dem - damals noch nicht existenten - Reichstag.
Erst als Hitlers Architekt Albert Speer das größenwahnsinnige Projekt Germania in Angriff nahm, demzufolge aus Berlin die Reichshauptstadt Germania hätte werden sollen, musste Viktoria auf den Großen Stern umziehen. Zu den ursprünglich drei Säulentrommeln, allesamt aus poliertem roten Granit gebaut und in ihren Kanellierungen mit Geschützrohren aus den drei Kriegen verziert, kam bei dieser Gelegenheit noch eine vierte Säulentrommel dazu. Diese ist allerdings nicht Geschützläufen, sondern mit vergoldeten Girlanden umrankt. Den Sockel der Siegessäule zieren vier bronzene Reliefdarstellungen, die das ganze preußische Soldatenglück, d.h. die drei Einigungskriege und den siegreichen Einzug der Truppen in Berlin im Jahr 1871 abbilden. Nach dem 2.Weltkrieg wurden sie abmoniert und nach Paris transportiert. Die Franzosen beantragten sogar einen Komplettabriss der Siegessäule, doch die Briten und Amerikaner bewahrten sie in letzter Sekunde vor einem Schicksal auf dem Trümmerhaufen. Begründung: es gab ein Stichdatum, welches über Abriss oder Erhalt entschied. Alle Bauwerke die ab dem 1.August 1914, dem Beginn des 1.Weltkrieges, erbaut worden waren, wurden gesprengt, alle anderen durften stehen bleiben. "Komplett" wurde die Siegessäule aber erst wieder zum 750.Stadtgeburtstag Berlins im Jahre 1987, denn zu diesem Anlass schickte Paris auch die konfiszierten Bronzetafeln zurück.

Die Goldelse der Berliner

Für viele Berliner gilt "ihre Goldelse" heute nicht mehr als Kundgeberin siegreicher Militäraktionen, sondern vielmehr als Freiheitsengel. Und es ist schon kurios: der 17.Juni, der Tag, nach dem die Straße benannt ist, in dessen Mitte die Siegessäule steht, ist u.a. auch das Datum, an dem die amerikanische Freiheitsstaue 1885 im Hafen von New York ankam. Natürlich trägt die Straße des 17.Juni ihren Namen bekanntlich aber aufgrund eines ganz anderen Datums, dem Volksaufstand in der DDR im Jahr 1953.

Übrigens kann man von der Siegessäule aus auch einen wunderbaren Blick über den Tiergarten, den Potsdamer Platz, das Hotel Adlon am Brandenburger Tor und das umliegende Stadtgebiet genießen. Um auf die Aussichtsplattform in 50,66 Meter Höhe zu gelangen, muss man zunächst einen Fußgängertunnel passieren, der unter dem Platz ins Zentrum des Großen Sterns führt. Im Inneren der Säule steigt man schließlich eine Wendeltreppe mit 285 Stufen empor. Oben angekommen kann man dann auch Viktorias Ebenbild erspähen, ist es doch dieselbe Siegesgöttin, die auf dem Brandenburger Tor mit der Quadriga Richtung Unter den Linden zuprescht. Wer sich zusätzlich zu dem eindrucksvollen Panorama von der Spitze der Siegessäule auch noch geschichtlich bilden will, hat im Sockelgeschoss die Gelegenheit dazu. Dort erfährt man nicht nur, was die Siegessäule über das Selbstverständnis des Deutschen Kaiserreiches um 1870 erzählt, sondern kann die Siegesäule mit anderen europäischen Bauwerken wie etwa dem Arc de Triomphe in Paris, der Nelsonsäule in London, dem Denkmal zu Victor Emanuel in Rom oder dem Hradschin in Prag vergleichen.

Fotos vom Reichstag

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Wichtige Informationen für Besucher der Siegessäule:

Siegessäule
Straße des 17. Juni/ Großer Stern
10785 Berlin

Öffnungszeiten der Goldelse

1.4. - 31.10.:
Mo - Fr 9:30 Uhr - 18:30 Uhr
Sa - So 9:30Uhr - 19:00 Uhr

1.11. - 31.3.:
Mo - Fr 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
Sa - So 10:00 Uhr - 17:30 Uhr

Eintrittspreise in die Siegessäule:

Erwachsene: 3,00 €
Ermäßigt: 2,50 €

Öffentlicher Nahverkehr:
S-Bahn: S5, S7, S75 bis Bellevue
U-Bahn: U9 bis Hansaplatz
Bus: 106, N26 bis Hansaplatz
100, 106, 187, N26 bis Großer Stern

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Text: ak, Alle Angaben ohne Gewähr!, Stand: 03.06.2015