Blick auf die Bösebrücke in Berlin
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klingt es meist wie eine frische Überlegung, und sein sinntiefes wie unmissverständliches Argumentieren zieht viele Zuhörer an. "Hier an dieser Stelle", sagte er also am 9. November 2009 auf der für den feierlichen Zweck gesperrten Fahrbahn der Bösebrücke zwischen Wedding und Prenzlauer Berg stehend, "ist einmal etwas Weltgeschichtliches passiert. Die Regierenden dachten daran, ein Ventil zu öffnen, aber als es offen war, ist viel mehr passiert." Einmal von so etwas schönem reden zu können, musste für den Mann eine Beseligung gewesen sein, wo er sich doch Jahre lang im Mief eines geheimdienstlichen Dokumentenschunds umtun musste. Die anwesende Bundeskanzlerin indessen sah sich während Gaucks Rede um, als suche sie etwas augenscheinlich Geschichtliches, das mit dieser Brücke in Verbindung steht. Von Historie sieht man nichts, normal ist alles ringsum wie auf jeder Brücke - außer dass dieser nunmehr fast 100 Jahre alte, 138 Meter lange dreifeldrig aus hochfestem Nickelstahl eng genietete Verkehrsbau mit seinem eleganten Bogenstich auf einer von Ost und von West her sich sanft erhebenden Höhe ruht. Die angeschüttete Erhebung hat einen Grund. Vor Beginn des Brückenbaues (1913-1916) kreuzten sich die Bahn-Schienen und der nördliche Straßen-Stadtring auf derselben Ebene, so dass heute die Fahrt zur die Gleise überspannenden Brücke naturgemäß ansteigend und von ihr weg abfallend ist.