Gendarmenmarkt in Berlin

Gendarmenmarkt Berlin
Der Gendarmenmarkt in Berlin. Foto © Tobias Reimann

Der Gendarmenmarkt: Berlins schönster Platz

Mit seinen klassizistischen Prachtbauten ist der Gendarmenmarkt zweifellos der bezaubernste Platz der Hauptstadt. Die Eleganz, die das Bauensemble aus Deutschem und Französischem Dom sowie Konzerthaus ausstrahlt, schmeichelt den Augen und bildet eine perfekte Kulisse mehr als nur einen Hauch Savoir Vivre.

Locations am Gendarmenmarkt

Hier findet man nicht nur einige der nobelsten Hotels der Stadt, sondern auch eine ganze Reihe erstklassige Gourmetlokale und Edelbars wie etwa das Traditionsrestaurant Lutter und Wegener, das Restaurant Guy, das Restaurant Aigner und die Newton Bar. Die wohl beliebteste Promi-Tränke unter den Nobellokalen ist jedoch sicherlich das Borchardt. In dem ehemaligen Restaurant für den Hochadel verkehren heute Kulturschaffende sowie Regierungsvertreter und Wirtschaftsmagnaten treffen sich zum Businesslunch.
Wer nach den Winzportionen seine lukullischen Gelüste noch nicht gestillt hat, macht zum verlängerten Dessert einen Abstecher zu Fassbender & Rausch hinter dem Deutschen Dom. In dem größsten Schokoladenhaus Europas, das ehemals sogar Königlicher Hoflieferant war, haben Leckermäuler an einer 16 Meter langen Theke die Qual der Wahl. Doch bevor man sich für eine Auslese aus den rund 200 Pralinensorten entscheidet, darf gekostet werden. Ein echtes Paradies für Schokoholics also.

Geschichte des Gendarmenmarktes

Der Gendarmenmarkt im Sommer
Blick auf den Berliner Gendarmenmark
Foto © Waldteufel

Den Bauch mit Delikatessen gefüllt, ist man gestärkt für ein umfangreiches Besichtigungsprogramm. Zentrales Gebäude des imposanten Platzes ist das Konzerthaus, das man über die großzügige Freitreppe und einen herrlichen Portikus mit den sechs ionischen Säulen betritt. Flankiert wird dieser Prachtbau von Deutschen und Französischen Dom. Ein wenig soll der Platz an die Piazza del Popolo in Rom erinnern - so plante es zumindest Friedrich der Große, unter dessen Aufsicht der Platz seine eigentliche Gestalt erhielt. Etwa 100 Jahre zuvor entstand hier jedoch zunächst ab 1688 ein Viertel für französische Flüchtlinge, die Hugenotten, denen denen der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit dem Edikt von Potsdam im Jahre 1685 den Schutz ihrer religiösen Freiheit und volles Bürgerrecht zugesichert hatte. Zunächst als Markt angelegt, hieß der Platz im 17. Jahrhundert Linden-Markt, später Mittelmarkt bzw. Friedrichstädter Markt, danach Neuer Markt. Seinen heutigen Namen erhielt er 1799 in Erinnerung an die Stallungen des Kürassierregiments der "Gens d'armes", die der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. hier aufbauen ließ.

Letzterer war es auch, der die Französische Komödie, Vorgängerbau des 1817 abgebrannten Nationaltheaters und des danach gebauten Schauspielhauses, errichten ließ, allerdings weniger aus Liebe zu den Hugenotten, die inzwischen längst eingepreußt waren, sondern weil ihm das Französische als höchste Kulturform galt. Wenig später jedoch ebbte seine Begeisterung für das Komödienhaus ab und das Gebäude wurde bis zu seinem Tod nur noch als Lagerhaus genutzt. Erst sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II. erweckte es aus dem Dornröschenschlaf, ein Schlaf, der ohnehin nicht ewig dauern sollte, denn auch später war der Gendarmenmarkt Ort des wechselhaften politischen Geschehens in Berlin: so zeichnete sich etwa schon 1847die Märzrevolution von 1948 auf dem Gendarmenmarkt durch die so genannte "Kartoffelrevolution" ab, ein Aufruhr gegen gestiegene Lebensmittelpreise. Fast 150 Jahre später fand an selbiger Stelle am 2. Oktober 1990, dem Vorabend der Wiedervereinigung, der letzte Staatsakt der DDR-Regierung unter Lothar de Maizière mit der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie unter Kurt Masur statt.

Gendarmenmarkt - Ein Panoramafoto

Panorama des Gendarmenmarkt Berlin
Panoramafoto vom Gendarmenmarkt in Berlin. Foto © licht75

Heute ist der Gendarmenmarkt nicht nur eine Gourmetmeile, (Besuchen Sie doch zum Beispiel mal das Französisches Restaurant Brasserie am Gendarmenmarkt), sondern auch ein kultureller Hotspot. Neben dem Classic Open Air, ein alljähriches Highlight, schlägt hier jedes Jahr Berlins schönster Weihnachtsmarkt seine Zelte auf und verzaubert mit extravaganten Showeinlagen und altehrwürdigem Kunsthandwerk.
Text: A.K.

Anfahrt zum Gendarmenmarkt:

Mit dem Auto:
Über die B1 oder B5 in Richtung Mitte.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:
U-Bahn: U6 bis Französische Straße
U2 bis Hausvogteiplatz oder Stadtmitte

Bus: 147 bis U Französische Straße oder Werderscher Markt
100, 147, 200, TXL bis Unter den Linden / Friedrichstraße
100, 200, TXL bis Staatsoper
265, M48 bis Jerusalemer Straße
M48 bis U Stadtmitte / Leipziger Straße

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Stand: 29.11.2016