Blick auf den Berliner Gendarmenmark
Foto © Waldteufel
errichten ließ, allerdings weniger aus Liebe zu den Hugenotten, die inzwischen längst eingepreußt waren, sondern weil ihm das Französische als höchste Kulturform galt. Wenig später jedoch ebbte seine Begeisterung für das Komödienhaus ab und das Gebäude wurde bis zu seinem Tod nur noch als Lagerhaus genutzt. Erst sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II. erweckte es aus dem Dornröschenschlaf, ein Schlaf, der ohnehin nicht ewig dauern sollte, denn auch später war der Gendarmenmarkt Ort des wechselhaften politischen Geschehens in Berlin: so zeichnete sich etwa schon 1847die Märzrevolution von 1948 auf dem Gendarmenmarkt durch die so genannte "Kartoffelrevolution" ab, ein Aufruhr gegen gestiegene Lebensmittelpreise. Fast 150 Jahre später fand an selbiger Stelle am 2. Oktober 1990, dem Vorabend der Wiedervereinigung, der letzte Staatsakt der DDR-Regierung unter Lothar de Maizière mit der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie unter Kurt Masur statt.