Das Nikolaiviertel in Berlin

Nikolaiviertel Berlin
Blick auf das Berliner Nikolaiviertel - Foto © Henry Czauderna

Das Berliner Nikolaiviertel

Es ist einer der wenigen Orte in ganz Berlin, wo man der Großstadthektik wirklich entfliehen kann: das Nikolaiviertel rund um die älteste Kirche der Stadt, die Nikolaikirche, ist mit seinen Fußgängerzonen, eleganten Boutiquen, Antiquariaten, Souvenirshops, Museen und seinem Ensemble aus historischen Bauten eine Oase der Ruhe und Beschaulichkeit. Hier kann man ausgiebig shoppen, bummeln und zwischendurch in einem der gemütlichen Cafés und Restaurants einen Happen kredenzen.

Geschichte vom Nikolaiviertel

Großer Beliebtheit erfreute sich das Viertel auch seit jeher bei Künstlern: Lessing, Ibsen, Casanova, Schinkel, Humboldt, Zille, Goethe oder der Otto Nagel wandelten hier gerne die verwinkelten Straßenzüge, wohnten oder logierten hier. Kein Wunder, denn das Nikolaiviertel ist etwas Besonderes: es ist die Wiege Berlins. Die Gedenkplatte Berliner Stadtsiegel dokumentiert, dass hier um 1230 das Stadtrecht verliehen wurde. Während die Stadt ringsherum ständig expandierte und sich neue städtische Zentren entwickelten, veränderte sich das Nikolaiviertel hingegen kaum; hauptsächlich Handwerker wohnten und arbeiteten in den engen, winkligen Gassen. Dennoch blieb das Nikolaiviertel von großer Bedeutung. In der Kirche mit dem ältesten aufrecht stehenden Mauerwerk Berlins wurde nicht nur 1539 der Übergang der Mark Brandenburg zum protestantischen Glauben vollzogen, sondern hier traf sich auch 1809 die erste gewählte Stadtverordnetenversammlung Berlins. Nach dem 2. Weltkrieg war vom Nikolaiviertel, wie es früher einmal war, allerdings nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Jahrzehntelang spielte das Viertel in der Berliner Stadtplanung keine Rolle. Erst ab 1981 wurde damit begonnen, die wichtigsten Gebäude wieder halbwegs originalgetreu zu rekonstruieren. Die wenigen vorhandenen Gebäude wurden restauriert und ansonsten eine ganze Reihe von Neubauten, teils mit historisierenden Fassaden, teils in angepasster industrieller aber ornamental oder mit schmiedeisernem Zierrat verzierter Plattenbauweise errichtet. Das Ergebnis ist nicht ganz unumstritten. Manche Kritiker sagen, es sei eine Art sozialistisches Disneyland entstanden, das ein wenig synthetisch wirkt.

Sehenswürdigkeiten im Nikolaiviertel

Auch wenn man im Nikolaiviertel nicht unbedingt das authentische Alt-Berlin bewundern kann, so gibt es dennoch einige Sehenswürdigkeiten, die man sich anschauen sollte. Zu den wichtigsten restaurierten Gebäuden zählt neben der Kirche beispielsweise das Ephraim-Palais, ein architektonisches Juwel aus dem Rokoko, in dem heute Wechselausstellungen aus den reichen Beständen des Stadtmuseums präsentiert werden. Das Bürgerpalais gehörte Veitel Heine Ephraim, dem Bankier Friedrichs II. Die Säulen und die Balkongitter für den Bau waren Beute aus dem Siebenjährigen Krieg und sind ein Geschenk des Königs für Ephraims treue Dienste. Ein schönes Beispiel für einen Prachtbau aus der Renaissancezeit ist hingegen das aus rotem Sandstein gebaute und reich mit Stuck verzierte Kurfürstenhaus direkt am Spreeufer. Einen Blick sollte man auch auf das frühklassizistische Rankendekor des Knoblauchhauses werfen, welches 1765 von einem reichen Seidenfabrikanten erbaut worden ist. Heute befinden sich in dem Gebäude die "Historischen Weinstuben" und in den Obergeschossen eine ständige Ausstellung zur Berliner Geschichte im 19.Jahrhundert, speziell auch zur Geschichte der Familie Knoblauch, die das Haus bis 1928 besaß. Besuchen Sie auch die Nikolaikirche und das Knoblauchhaus!

Gaststätten im Nikolaiviertel

Alles in allem bleibt das Nikolaiviertel nach wie vor eine der schönsten Ecken der Hauptstadt und wird von dem meisten Touristen und auch von vielen Berlinern sehr gerne angenommen. Vor allem die vielen Restaurants und Kneipen sind stark frequentiert. Empfehlenswerte Gastroadressen sind - um nur einige wenige zu nennen - das Restaurant "Le Provencal" mit klassischer französischer Küche, das "Reinhards" im Stil der 20er Jahre aber auch die gemütliche "Zillestube" und die rustikale Gaststätte "Nussbaum". Deftig und relativ preiswert kann man im "Georgsbräu", bei "Mutter Hoppe" oder im "Paddenwirt" essen. Text: A.K.

Anfahrt zum Nikolaiviertel in Berlin

Mit dem Auto in Richtung Mitte oder einfach der Spitze des Fernsehturms entgegen fahren.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:
U-Bahn: U2 bis Klosterstr.
Tram: M4, M5, M6 bis Spandauer Str. / Marienkirche
Bus: 248, M48 bis Berliner Rathaus oder Nikolaiviertel
147 bis Neumanngasse
100, 200, M48, TXL bis Spandauer Str. / Marienkirche
147, 248, 265, M48 bis Fischerinsel
100, 200 bis Lustgarten
248 bis Littenstr.

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Alle Angaben ohne Gewähr!, Stand: 29.11.2016