Landkreis Spree-Neiße: weißer Sand und braunes Gold Im Südosten des Bundeslandes Brandenburg, zwischen den deutschen Metropolen Berlin und Dresden sowie dem angrenzenden Polen, erstreckt sich der Landkreis Spree-Neiße vom Oberspreewald im Nordwesten bis zur Neiße im Osten.

Inmitten des Landkreises Spree-Neiße liegt die kreisfreie Stadt Cottbus als eine eigene Gebietskörperschaft.
Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg
Foto © moonrun
Mit ihren fast 100.000 Einwohnern, ihren Bildungs- und Forschungseinrichtungen und ihrem vielseitigen kulturellen Angebot ist Cottbus das Oberzentrum der Region und gleichzeitig Sitz vieler Landesbehörden. Der Verwaltungssitz des Landkreises Spree-Neiße befindet sich in der Kreisstadt Forst. Highlight der Stadt ist ein riesiger Rosenpark. Auf einer Gesamtfläche von 15 Hektar präsentieren sich neben einem altehrwürdigen Baumbestand und schönen Rhododendronhainen ca. 700 Rosensorten auf 40.000 Rosenstöcken.

Direkt an der polnischen Grenze liegt die Neißestadt Guben. Die Neiße, die nach Kriegsende zum Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen wurde, teilt die alte Industriestadt in zwei Teile. Zu DDR-Zeiten trug Guben den Beinamen Wilhelm-Pieck-Stadt, denn der Kommunistenführer und erste Präsident der DDR war 1876 in der Gubener Altstadt geboren. Bekannt geworden ist die Stadt allerdings eher aufgrund ihrer Wollhutindustrie. Deren Blütezeiten sind jedoch schon lange passé. Heute erinnert das "Technische Museum der Hutindustrie" die Erinnerung an jene Zeiten wach, als in Guben über 7.000 Arbeitnehmer den glänzenden wasserfesten Hutstoff produzierten.

Trotz dieser Attraktion zieht es die meisten Besucher des Landkreises eher nach Burg. Der kleine, aber sehr malerische Ort bildet das östliche Tor zum Spreewald: hier
schlängen sich 194 befahrbare Fließe, zudem gibt es noch viele typische Spreewaldhöfe. Von hier aus starten ein- bis achtstündige Bootstouren durch ein einzigartiges Wasserlabyrinth. Gerade hier ist unübersehbar, dass große Teile des Landkreises die Heimat der Sorben sind. Ihre Lieder, Trachten und Bräuche prägen das Lokalkolorit der Region. An vielen Ecken sieht man idyllische Spreewaldhäuser kauern und manchmal, zu besonderen Anlässen tragen die Frauen ihre typischen bunten Kleider mit viel Spitze und dazu große Hauben. Die Älteren unter den Sorben beherrschen sogar noch die alte Sprache, das dem Tschechischen und Polnischen nahestehende Sorbisch.

Ein ganz anderes Landschaftsbild offenbart sich wiederum in der Niederlausitz. Das charakteristische an dieser Region ist, dass man hier einen gewaltigen Landschaftswandel hautnah erleben kann. Von den ehedem unzähligen Braunkohletagebauanlagen, in denen sich gigantische Schaufelräder von riesigen Baggern unablässig bis zu 120 Meter tief in die Landschaft gefressen haben, um an die Braunkohleflöze heranzukommen, sind nur noch drei in Betrieb. Dort, wo der Tagebau stillgelegt worden ist, bemüht man sich, die Landschaften zu rekultivieren, was an vielen Stellen durch Schaffung künstlicher Seen bereits gelungen ist. Langfristig sollen alle alten Gruben geflutet werden, so dass mit dem Lausitzer Seenland eine Seenlandschaft gigantischen Ausmaßes entstehen soll und damit die größte künstlich geschaffene Seenlandschaft Europas. Bis zum Jahr 2020, so zumindest der Plan, sollen die riesigen Mondlandschaften durch eine einzige Seenplatte ausgetauscht sein. Statt braunem Gold gibt es dann nur noch weißen Sand.

Adresse des Verwaltungssitzes:
Heinrich-Heine-Straße 1
03149 Forst (Lausitz)

 
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