Landkreis Oberhavel: Die "grüne Lunge des nördlichen Berlins"
Der Landkreis Oberhavel grenzt in seiner Lage zwischen der Uckermark im Osten und dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Westen an das nördliche Berlin an.
Foto © Aintschie
Der Norden des Landkreises Oberhavel reicht bereits in das Landschaftsgebiet der Mecklenburgischen Seenplatte hinein. Den Namen "grüne Lunge nördlich Berlins" trägt der Landkreis nicht umsonst: Insgesamt setzen sich 50 % der Fläche des kompletten Landkreises aus Landschafts- oder Naturschutzgebieten zusammen. Dennoch gehört Oberhavel mit seinen dichten Gewerbe- und Industriegebieten im direkten Berliner Speckgürtel zwischen Oranienburg, Velten und Henningsdorf zu den wirtschaftsstärksten Landkreisen Brandenburgs.
Oberhavel hat sich mit seinen über 170 Seen, rund 100 Kilometern schiffbarer Flüssen und weiten Wiesen als Idyll für Wander-, Reit-, Golf- oder Wassersporttouristen gemausert. Unter Radfahrern ist insbesondere das Teilstück des Radfernweges Berlin-Kopenhagen beliebt, welches entlang der oberen Havel führt. Auch die Wasserstadt Fürstenberg mit ihrem alljährlichen Wasserfest und der von Fontane gepriesene Stechlin-See ziehen immer mehr Touristen an.
Eher verträumt muten hingegen die alten Herrenhäuser und Schlösser wie Ziethen und Hoppenrade, die Angerdörfer und mittelalterlichen Burgen an. Sie sind immer noch echte Geheimtipps. Lediglich auf Schloss Oranienburg, das zu den bedeutendsten Barockbauten in der ganzen Mark Brandenburg zählt, tummeln sich die Menschenmassen. Louise Henriette von Oranien, Friedrich Wilhelms tatkräftige Gemahlin, brachte ab 1650 nicht nur das Schloss, sondern auch den einst öden Flecken Bötzow zum Florieren. Etwas weniger Andrang herrscht auf Schloss Rheinsberg, welches vornehmlich durch seine malerische Lage am Grienericksee besticht. Hier verbrachte Friedrich der Große als Kronprinz die, wie er selbst sagte, glücklichste Zeit seines Lebens. Sein jüngerer Bruder, Prinz Heinrich von Preußen, schuf in Rheinsberg einen bedeutenden Musenhof und prägte nachhaltig Schloss und Garten im Stil des frühen Klassizismus. Das charmante Ensemble diente übrigens als Vorbild für das später erst erbaute Schloss Sanssouci in Potsdam.
Rustikal geht es auf der "Deutschen Tonstraße" zu, einem Rundkurs von etwa 215 Kilometer Länge, der gleichzeitig fast durch den kompletten Landkreis führt. Keramikwerkstätten und Galerien geben Einblick in das handwerkliche und künstlerische Schaffen vieler Generationen, als das reiche Tonvorkommen und die Ziegelindustrie nicht allein die Landschaft, sondern auch die Infrastruktur und die Entwicklung vieler Städte und Gemeinden prägten. Auf der Route kann man bei Zehdenick idyllische Seen entdecken, die zum Teil aus Tonstichen entstanden sind und heute Refugium für viele Tieren und Pflanzen sind. Das Tongebiet von Burgwall bis Zehdenick ist das größte der insgesamt vier eiszeitlich entstandenen Tonbecken der Umgebung. Ausgangspunkt der Deutschen Tonstraße ist die Stadt Velten mit Ihrem Ofen- und Keramikmuseum, welches auf etwa 1500 qm Öfen des 16. bis 20. Jahrhunderts zeigt. Weitere Highlights sind der Ziegeleipark Mildenberg, auf dessen Gelände man anhand zweier denkmalgeschützter Großziegeleien Technikgeschichte erleben kann, sowie der ca. 128 ha große Tagebau in Burgwall, wo seit 1988 Ton, Quarzsand und Kies abgebaut wird.
Text: AK
Weitere Informationen unter: www.oberhavel.de
Adresse der Kreisverwaltung:
Adolf-Dechert-Straße 1
16515 Oranienburg
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