Teltow-Flämig: Von der Teltower Platte bis zum Niederen Fläming Der Landkreis Teltow-Fläming ist ein Landkreis im Süden des Bundeslandes Brandenburg. Nachbarkreise sind im Osten der Landkreis Dahme-Spreewald, im Süden der Landkreis Elbe-Elster und im Westen der Landkreis Potsdam-Mittelmark
Teltow-Flämig ein Landkreis in Brandenburg
Foto © Helmut Niklas
sowie der sachsen-anhaltische Landkreis Wittenberg und im Norden das Land Berlin. Seinen Namen erhielt der Landkreis aufgrund bereits vorhandener Landschaftsbezeichnungen: der eiszeitlich entstandenen Teltower Platte im Norden und dem Niederen Fläming im Süden. Während sich im Nachbarlandkreis Potsdam-Mittelmark der Hohe Fläming mit seinen Erhebungen, die - zugegebenermaßen leicht überzogen - als nördlichstes Mittelgebirge Deutschlands deklariert werden, besteht der Landkreis Teltow-Fläming größtenteils aus flachen, weiten Wiesen, durchzogen von zahlreichen kleinen Flüsschen und Bewässerungsgräben. Aus dieser Ebene hat der Landkreis prompt Kapital geschlagen und mit der fast 200 Kilometer langen "Fläming-Skate" Europas größte Skate-Region geschaffen.

Bemerkenswerte Bodenerhebungen sind höchstens in im Niederen Fläming - oder aber auch Richtung Sperenberg zu finden, wo durch die alten, heute stillgelegten Gipsbrüche ein Paradies für Wanderer entstanden ist. Hier gibt es viele seltene
Pflanzenarten wie etwa den weißblühenden Körnchen-Steinbrech, das Rötliche Fingerkraut, die Raue Nelke, den Berg-Ziest und weitere etwa 250 Arten zu bestaunen. Auch seltene Tiere wie die Zauneidechse, die Uferschwalbe oder der Eisvogel nutzen den besonderen Lebensraum der Sperenberger Gipsbrüche. Ganz in der Nähe holt sich die Natur auch die alten Militärflächen wieder zurück. Während die Zukunft des ehemaligen Sperenberger Flugplatzes, von dem aus zu DDR-Zeiten täglich eine Maschine nach Moskau startete, ungewiss ist, haben findige Geister aus der ehemaligen Fernemeldebunkeranlage in Wünsdorf eine Bücher- und Bunkerstadt hochgezogen und damit eine deutschlandweit einzigartige Touristenattraktion geschaffen.

In wirtschaftlicher Hinsicht gehört Teltow-Fläming zu den stärksten Landkreisen Brandenburgs. Die Kreisstadt Luckenwalde übernimmt dabei allerdings keine federführende Funktion. Sie hat seit der Wende ihre Bedeutung als wichtige Industriestadt verloren. Seitdem ist es still in der an sich hübschen Stadt mit ihrem schönen mittelalterlichen Marktturm, dem Wahrzeichen Luckenwaldes geworden. Viele Betriebe, wie z.B. die Hut- und Tuchmacherfabriken wurden geschlossen und die Arbeitslosigkeit schnellte über 20 Prozent. Seitdem versucht die Stadt, neue Schlüsseltechnologien anzusiedeln, was etwa mit dem Biotechnologiepark bereits gelungen ist. Die wirtschaftsstarken Gemeinden liegen weiter nördlich, im unmittelbaren Berliner Speckgürtel. Vor allem die Autowerkerstadt Ludwigsfelde und die Gemeinde Großbeeren mit ihren riesigen Logistikparks sind die Zugpferde des Landkreises.

Einer der schönsten Orte des Landkreises ist für viele die Stadt Jüterbog. Die historische Altstadt wird teilweise noch von einer alten Stadtmauer umgeben,
außerdem zieren wuchtige mit Blenden, Friesen und Zinnen geschmückte Toranlagen alle drei Hauptzufahrtsstraßen. Im Mittelalter florierte Jüterbog als Handels- und Handwerkerstadt. Von diesen Wohlstandszeiten kündet heute noch das spätgotische, den Marktplatz beherrschende Rathaus, ein äußerst imposanter Backsteinbau mit mächtigem Satteldach. Nur wenige Kilometer südlich von Jüterbog liegt mit Kloster Zinna eines der berühmtesten Zisterzienserklöster. Untrennbar verbunden mit Kloster Zinna ist natürlich die Geschichte seines bekanntesten Produkts, des "Klosterbruders", eines süßen Kräuterlikörs, der bis in die 1990er in Luckenwalde produziert wurde und dessen Rezept der Legende nach aus dem Kloster selbst stammen soll. Ein Klosterbruder soll ihn aus Liebeskummer gebraut haben, da er hoffte, der berauschende Kräutertrunk würde ihn von den Lebenden scheiden lassen. Stattdessen wurde er nach ein paar Gläsern so heiter und froh, dass er darüber auch sein Leid vergaß. Wer selbst ein Gläschen vom Klosterbruder kosten möchte, kann dies in der klostereigenen Destillerie tun.
Text: AK

Adresse vom Verwaltungssitz:
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde

 
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