Landkreis Barnim: Märchenplätze in preußischen Jagdgründen Der nach dem pleistozänen Höhenzug Barnim benannte Landkreis grenzt im Norden an die Uckermark, im Westen an den Landkreis Oberhavel,
Wandern im Landkreis Barnim
Foto © Miredi
im Süden an Berlin und im Osten an Polen. Damit fungiert der Barnim gewissermaßen als Brücke zwischen der Hauptstadt und Nord-Osteuropa. Neben den beiden städtischen Zentren Bernau und Eberswalde ist es in erster Linie die in weiten Teilen unter Naturschutz stehende Landschaft, die den Reiz des Landkreises ausmacht. Der Barnim ist zum einen geprägt durch die waldreiche Grundmoränenplatte, zu der u.a. die Schorfheide mit ihrem uraltem Eichenbestand gehört, zum anderen durch das Eberswalder Urstromtal, das jüngste der drei während der Weichsel-Eiszeit entstandenen brandenburgischen Urstromtäler. Hier dominieren ausgedehnte Moor- und Dünenlandschaften.

Deutlich bekannter und bei Wanderfreunden beliebter ist jedoch die durch die UNSECO als Biosphärenreservat geschützte Schorfheide-Chorin. Der Landschaftsstrich, zu dem auch das bedeutende Zisterzienserkloster Chorin gehört, gilt als das größte und schönste Waldgebiet Brandenburgs. Schon Theodor Fontane bezeichnete die Region um den Werbellinsee als "Märchenplatz" in der Mark Brandenburg. Die verschwiegenen Wälder, die Seen und die Fließe machen den besonderen Reiz der Natur aus. Aufgrund des hohen Wildbestands galt die Schorfheide von alters her als bevorzugtes Jagdrevier der brandenburgischen Kurfürsten. Für den Kaiser wurde 1897 nur aus diesem Grund der Bahnhof Werbellin errichtet. Später jagte auch Reichsmarschall Göring in der Schorfheide, dem die Genossen Honecker, Mittag und Mielke folgten. Letztere hatten, wie fast die gesamte SED-Politprominenz, ihren von der Öffentlichkeit komplett abgeschirmten Wohnsitz im nur wenig entfernten Wandlitz, der "verbotenen Stadt" der DDR, idyllisch am Südufer des Wandlitzsees gelegen. Heute hat das schon vor dem Zweiten Weltkrieg als eines der beliebtesten Ausflugsziele geltende Wandlitz wieder sein altes Seebad.

Eberswalde, der Verwaltungssitz des Landkreises, ist Brandenburgs ältestes Industriegebiet und hat sich daher auch den Spitznamen "märkisches Wuppertal" eingefangen. Hier entstanden schon im 16.Jahrhundert durch kurfürstliche Förderung Kupferhämmer, Mühlen und später Gießereien und Walzwerke. Lebensader der Stadt war lange Zeit der Finowkanal, die erste Wasserstraße, die auf Geheiß von Kurfürst Friedrich gebaut worden war und die die obere Havel mit der mittleren Oder verband. Mit der Eröffnung des nahezu parallel dazu verlaufenden Oder-Havel-Kanals im Jahr 1914 wurde der Finowkanal jedoch mehr oder weniger bedeutungslos. Ein Meisterwerk der Technik ist mit dem Schiffshebewerk in Niederfinow zu besichtigen. Hier fahren die Schiffe Fahrstuhl: das Schiffshebewerk hebt und senkt ankommende Kähne und Motorboote um ganze 36 Meter.

Die zweitgrößte Stadt des Barnim ist Bernau, nur wenige Kilometer von der nördlichen Berliner Stadtgrenze entfernt. Die Stadt ist, so wird es vermutet, aus einer slawischen Siedlung entstanden, doch die Legende will es anders: Sie berichtet, dass bereits Albrecht der Bär um 1140 die Gründung der Stadt unter anderem ob des Wohlgeschmackes des ihm hier gereichten Bieres veranlasst habe. Den Chroniken zufolge wurde Bernau aber erst 1232 gegründet. Dass Bernau eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat, kann man heute noch anhand der vielen mittelalterlichen Stadtreste wie der acht Meter hohen Wehrmauer, dem schlanken, ehedem als Gefängnis genutzten Hungerturm, dem Henkerhaus und dem spätgotischen Steintor, dem Wahrzeichen Bernaus, ablesen.
Text: von AK

Weitere Informationen unter: www.barnim.de

Der Verwaltungssitz ist Eberswalde.
Die genaue Adresse:
Heegermühler Straße 75 16225 Eberswalde

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