Landkreis Oder-Spree: zwischen Märkischem Meer und Modellstadt
Der Landkreis Oder-Spree, bei Erkner und Woltersdorf im Südosten an Berlin angrenzend, entstand durch Zusammenlegung der kreisfreien Stadt Eisenhüttenstadt sowie der Landkreise Eisenhüttenstadt, Beeskow und Fürstenwalde. Die Unverwechselbarkeit der Landschaft dieser Region wird maßgeblich durch das weit verzweigte Gewässersystem geprägt. Seen, Flüsse und Bäche liegen hier wie Perlenschnüre aneinander gereiht.
Weithin bekannt ist beispielsweise die Groß Schauener Seenkette, die größtenteils unter Naturschutz steht. Zu den Highlights des Landkreises zählen darüber hinaus das Mittlere Odertal, das Schlaubetal als schönstes Bachtal Brandenburgs, die Spreetalniederung, in denen u. a. die Städte Beeskow und Fürstenwalde eingebettet liegen und der Scharmützelsee, der mit einer Fläche von 13,8 km², den größten märkischen See darstellt und deswegen auch "Märkisches Meer" genannt wird. An dessen Ufer liegt auch der beliebte Kurort Bad Saarow, dessen renommiertes Thermalsolebad von der ortseigenen Catharinenquelle versorgt wird. An den Gestaden des Scharmützelsees liegt außerdem die Domstadt Fürstenwalde, die mit ihrer über 750-jährigen Geschichte reichlich historisches Flair verströmt.
Ganz in der Nähe befindet sich Storkow, eine verträumte, von Wasser umgebene Kleinstadt, die mit ihrem von hübschen Fachwerkhäusern umstandenen Marktplatz eher dörflich anmutet. Die großflächigen Dünensandaufwehungen, die besonders im Storkower Raum sehr markant sind, bilden den Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel Heidenelke, Sandbienen, Glattnatter, Wiedehopf und Ziegenmelker.
Kreisstadt des Landkreises ist Beeskow, auch "Tor zur Niederlausitz" genannt. Den Reiz der Stadt macht in erster Linie ihre Lage an der Spree sowie ihre reizvolle Altstadt mit vielen stillen Winkeln, einer weitestgehend erhalten gebliebenen alten Stadtmauer samt Wehrgang und einer herrlichen Promenade aus. Die größte Attraktion von Beeskow ist jedoch die Burg, die sich im Osten der Altstadt auf einer Insel in der Spree erhebt und einst als Zentrum der Herrschaften Beeskow und Storkow die Stadt an der Handelsstraße Richtung Frankfurt(Oder) schützte.
Weniger attraktiv, aber nichtsdestotrotz geschichtlich sehr spannend ist die neben Fürstenwalde größte Stadt des Kreises: Eisenhüttenstadt, direkt an der Oder und damit der polnischen Grenze gelegen, ist als ehemalige Modellstadt ein einziges Flächendenkmal. Zu DDR-Zeiten hieß die fast durchweg von Plattenbaukomplexen dominierte Stadt Stalinstadt. Als mit dem Kalten Krieg die DDR von den westdeutschen industriellen Zentren abgeschnitten wurde, benötigte man ein eigenes Eisenhüttenwerk - und baute dazu planmäßig eine ganze Stadt: die "erste sozialistische Stadt" in Deutschland.
Nur wenige Kilometer südlich von Eisenhüttenstadt, in Neuzelle, liegt ein architektonisches Highlight aus einer ganz anderen Epoche: Mit seinen beiden Barockkirchen, dem Kreuzgang mit Klausur und dem Barockgarten zählt das Kloster Neuzelle zu eine der wenigen vollständig erhaltenen Anlagen Mitteleuropas und gilt als größtes Barockdenkmal Nord- und Ostdeutschlands. In der angeschlossenen Klosterbrauerei kann man das hauseigene Bier degustieren. Text: A.K.