Es ist die älteste Stadt im Land Brandenburg mit Stadtrecht seit 1174: Die mittelalterliche Handelmetropole glänzt als Perle unter den Flämingstädten und hat noch reichlich an Baudenkmälern und Kunstschätzen zu bieten.
Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming
Im Volksmund wird Jüterbog mitunter das "märkische Mantua" genannt. Ganz zu Unrecht trägt die reizvolle Stadt diesen Spitznamen nicht. Mit ihrer gut erhaltenen Stadtmauer, ihren sieben Wehrtürmen und drei Stadttoren, ihrem Rathaus von 1507 und einer Reihe von teils außergewöhnlichen Sakralbauten ist Jüterbog ein wahres Altstadt-Juwel.
Wahrzeichencharakter hat die im 14. Jahrhundert erbaute Nikolaikirche mit ihrer eindrucksvollen Doppelturmanlage, von deren Aussichtsplattform man einen hervorragenden Überblick über die ganze Stadt inklusive Umland genießen kann. Vor dieser Kirche soll der Dominikanermönch Johannes Tetzel 1517 den berühmten Ablass-Spruch ausgerufen haben: "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt". Seinen daraus geschlagenen Profit schloss Tetzel in eine Truhe, die man noch heute im Kircheninneren besichtigen kann. Tetzels Ablassbriefe waren es auch, die Luther im nahen Wittenberg dazu veranlasst haben sollen, seine 95 Thesen anzuschlagen.
In unmittelbarer Nähe zur Nikolaikirche befindet sich eine ehemalige Klosterkirche der Franziskaner, die Mönchenkirche von etwa 1500. Mittlerweile wurde sie zum Kulturquartier umfunktioniert, in welchem heute eine Bibliothek, ein kulturhistorisches Archiv, die Stadtinformation sowie das Museum untergebracht sind.
Eine Augenweide sind auch die vielen pittoresken Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die den zentralen Marktplatz umrunden. Hier steht das prachtvolle
backsteinerne Rathaus mit seinem reich verzierten Gerichtslaubenvorbau. Wer etwas Zeit mitbringt, kann im Obergeschoss des Hauses zu speziellen Besuchszeiten das Schmuckstück des Hauses, das Fürstenzimmer, besichtigen. Heute ist es das Dienstzimmer des Bürgermeisters. Im Sitzungssaal ist noch die originale Balkendecke erhalten. 1992 wurde hier bei Restaurationsarbeiten ein Fresko aus der Zeit um 1530 freigelegt.
Etwa 100 Meter östlich der Nikolaikirche ragt einer der vielen restaurierten Wehrtürme Jüterbogs empor. Aufgrund seines eierförmigen Grundrisses trägt er den Namen "Eierturm". Quasi nebenan steht das "Neumarkttor", der Zugang von Osten in die Stadt.
Zur Stärkung nach einem ausgiebigen Stadtrundgang empfiehlt sich das Restaurant "Schmied zu Jüterbog", das zu absolut moderaten Preisen in rustikalem Amiente mit echten Schmiedewerkzeugen Gerichte serviert, die allesamt im Tiegel zubereitet werden. Wer sich die Kalorien nach einem deftigen Mahl wieder abtrainieren möchte, packt am besten gleich noch seine Inlineskates mit ein. Nördlich von Jüterbog verläuft der Fläming Skate, Deutschlands größtes Steckennetz für Inlineskater. Wer's lieber gemütlich mag kann über die Gastwirte des "Schmieds" auch eine Stadtführung mit dem historischen Flämingbähnchen buchen.
Wer nach einem Stadtbesuch noch mehr Lust auf Historie hat, sollte noch einen Ausflug ins nur wenige Kilometer entfernte Kloster Zinna, ein mittelalterliches Zisterzienserkloster, unternehmen. Das Klostermuseum vermittelt einen guten Einblick in die Kloster- und Ordensgeschichte. Man kann auch einen Blick in die Schaudestille werfen. Im Eintrittspreis enthalten ist dabei ein Schluck des bekannten Kräuterlikörs Zinnaer Klosterbruder.
(Text: A.K.)
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