Sealife in Berlin
Die Havel, die Spree, unzählige Kanäle sowie die umgebenden Seen in allen Größen:
Hier spielt sich an schönen Sommertagen ein Großteil des Berliner Lebens ab, sowohl auf als auch am Wasser. Was liegt da näher, als bei regnerischem Wetter die Welt unter Wasser zu erforschen? In Berlins Mitte, an der Spandauer Str.3, Ecke Alexanderplatz befindet sich das Sealife, ein Großaquarium, das mit einem, via Aufzug befahrbaren Fischtank wirbt.
Auf ca. 1800 qm Ausstellungsfläche kann man hier, neben allerlei Exotischem, auch das Leben in den regionalen Flüssen und Seen beobachten.
Vorausgesetzt man bringt die Geduld mit, sich an stark frequentierten Tagen in die lange Schlange der Wartenden einzureihen und 30 bis 60 Minuten in selbiger zu verweilen.
An der Kasse angekommen, ist der stolze Eintrittspreis von 16,95€ für Erwachsenen sowie 11,95 € für Kinder zu entrichten.
Die Kassenhalle macht einen engen, dunklen Eindruck. Leider bessert sich das nur wenig, man fühlt sich die ganze Zeit über in den Ausstellungsräumen beengt und hat wenig Lust an den einzelnen Stationen zu verweilen. Das liegt zum einen an der Wegführung, die nur selten einen ruhigen Platz finden lässt, zum anderen an der recht unattraktiven Präsentation der Fische und Reptilien. Mögen die einzelnen Habitate zwar anschaulich gestaltet sein, so sind doch oftmals die Beobachtungsfenster zu klein und mit Fettfingerspuren verschmiert. Noch dazu sind viele dieser Fenster rund und nach außen gewölbt, wie eine optische Linse, was zu einer völlig falschen Wahrnehmung der Proportionen führt.
Auch die einzelnen Attraktionen scheinen den hohen Eintritt nicht zu rechtfertigen. Ein Becken mit Seesternen, Muscheln und Seeigeln für Kinder zum Anfassen, eine Rochenbecken mit kurzer Show, die im 20minütigen Rhythmus stattfindet. Dazu der Tunnel unter einem Becken mit Bewohnern der Meere. Wie in jedem Sealife. Denn das Sealife gehört zur Merlin-Gruppe, die weltweit u. a. über 20 Sealife-Aquarien verwaltet. Fische von der Stange sozusagen. Mit jeweils einer lokalen Hauptattraktion. Im Berliner Fall der Aquadom.
Ein 25 Meter hoher und 16 Meter breiter Tank, in dessen Mitte ein gläserner Aufzug hoch und runter fährt. Gefüllt ist das Becken mit 1 Million Liter Meerwasser und 1500 Fischen in 30 Arten, die da im Kreis schwimmen. Im Hintergrund ringsum die Fenster eines Hotels und dazu die Stimme des Fahrstuhlführers, der die technischen Daten aufsagt und die eintönige, knapp 10minütige Fahrt mit seinem Geplapper verkürzt.
Bevor man jedoch das Sealife verlässt, um den Aquadom zu betreten, wird man, wie in allen Unternehmungen der Merlin-Gruppe, am Ausgang durch einen Souvenirshop gelotst.
Es verlangt einiges an Standhaftigkeit, wenn man da mit einem Kind durch muss.
Mein Fazit:
Das nächste mal wieder Fische gucken im Berliner Zoo Aquarium!
Sealife und Aquadom
Spandauer Str. 3,
10178 Berlin
Öffnungszeiten: Täglich geöffnet von 10 bis 19 Uhr (letzter Einlass 18 Uhr).
Erwachsene: 16,95 €
Ermäßigt: 15,95 €
Kinder von 3-14 Jahren: 11,95 € Text: P.H.