Von Altbau bis Platte: Auf Wohnungssuche in Berlin Eine uralte Weisheit lautet: Ein echter Berliner verlässt seinen Kiez niemals. Oder höchstens mal auf einen kurzen Ausflug in andere Stadtteile.
Tipps zur Wohnungssuche in Berlin
Foto © Dóri O'Connell
Zugezogene müssen sich dieser Regel zum Glück nicht unterwerfen, und so steht für die zahlreichen Neu-Berliner der Möglichkeit nichts im Wege, mit der Wohnung auch gleich den Stadtteil zu wechseln.

Wer sich etwa in Schöneberg langweilt, sollte über einen Umzug ins szenige Friedrichshain nachdenken, wer sich im Prenzlauer Berg langsam zum Alten Eisen gehörig fühlt, ist mit einer bürgerlichen Existenz in Charlottenburg vielleicht besser bedient, und wem das Großstadtleben endgültig stinkt, der findet im grünen Umland endlich zurück zur Natur.

Das alles ist jedoch leichter gesagt als getan, denn schließlich muss erst einmal ein passendes neues Heim gefunden werden. Ob Mietwohnung, WG-Platz oder gleich ein eigenes Haus: Erste Anlaufstelle im digitalisierten Zeitalter sind normalerweise Internet-Börsen - ( Auch bei In-Berlin-Brandenburg.com gibt es einen online
Immobilien - & Wohnungsmarkt. ) Auch die Tageszeitungen stellen ihre Anzeigen längst online, wobei teilweise ebenfalls mit Immobilien-Börsen zusammengearbeitet wird. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, ist dies sicher ein guter Weg, jedoch sind die wirklich interessanten Angebote meist so schnell wieder weg, wie sie eingestellt wurden. Konfrontiert mit den Ladenhütern kann dann schnell der Eindruck einer eher deprimierenden Lage am Berliner Immobilienmarkt entstehen.

Um solchem Frust vorzubeugen, sollte man auf jeden Fall die Wochenendbeilagen der großen Tageszeitungen nutzen. Wobei natürlich auch hier gilt: Was gut ist, geht sofort weg - was wiederholt inseriert wird, hat normalerweise einen Haken. Ein wertvoller Tipp ist daher, selbst ein Gesuch aufzugeben und seine Vorstellungen dabei genau zu schildern. So wird man - hoffentlich - nur von Anbietern angerufen, die etwas Entsprechendes im Bestand haben und muss nicht selbst Maklern und Hauverwaltern hinterher telefonieren, um herauszubekommen, ob etwa die "sanierte Altbauwohnung" uncharmantes Neubau-Flair verbreitet oder ob "renovierungsbedürftig" fließend Wasser von den Wänden bedeutet.

Wer die Berliner Wohnungslandschaft nur ein wenig kennt, weiß, dass der Ausdruck "renovierungsbedürftig" noch ganz andere Gefahren birgt. Lohnt es sich wirklich, für ein bis zwei Monate mietfrei zu wohnen, wenn man sich dafür mit kaputten Dielen, zugigen Fenstern und Bleirohren herumschlagen muss?

Auch die gute, alte Ofenheizung bietet zwar oft erhebliche Mietersparnis, sorgt bei sibirischen Temperaturen aber auch für nicht zu unterschätzende Unannehmlichkeiten. Umso schlimmer, wenn zusätzlich auch noch das Warmwasser im Bad per Allesbrenner angefeuert werden muss. Andererseits kann die Kombination Altbau plus Gasetagenheizung die Warmkosten schnell in immense Höhen treiben. Hier heißt es also, sich zwischen leerem Geldbeutel und Bequemlichkeit zu entscheiden - oder lieber gleich einen Neubau zu beziehen. Besonders günstig sind dabei oft Plattenbau-Wohnungen zu haben und es soll Leute geben, die auf diese Form des Wohnens schwören. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden, so dass jeder die Möglichkeit hat, früher oder später seine Traumwohnung oder sein Traumhaus zu finden.

Ist dies geschehen, steht gleich die nächste Frage an: Wie geht der Umzug möglichst glatt über die Bühne? Mehr dazu in Teil 2. ( Text: JJ )

- Schleppen und schleppen lassen: Umziehen in Berlin
- Der Immobilienmarkt Berlin 2009

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