Der Ritter Kahlbutz in Kampehl

Christian Friedrich von Kahlbutz (* 6. März 1651 in Kampehl, Mark Brandenburg; 3. November 1702 in Kampehl) war ein märkischer Edelmann. Er wurde vor allem durch seine Leiche berühmt, die ohne Mumifizierungsverfahren bis heute nicht verwest.
Adresse:
Ritter Kahlbutz
Kampehl 29c
16845 Neustadt / Dosse
Tel.: 033970 132165 oder 015204141200

Öffnungszeiten Kahlbutzgruft:


  • März, April, Oktober, November:
       Freitag - Sonntag 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr
  • Mai:
       Donnerstag - Sonntag 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr
  • Juni - September:
       Mittwoch - Sonntag 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr
  • Dezember, Jan. + Febr.:
       geschlossen

  • Eintrittspreise:

    (gültig ab 1. Juni 2014 )
    Kinder bis 6 Jahre frei, Kinder ab 16 Jahre 1,00 EUR
    Erwachsene 3,00 EUR, Gruppe ab 10 Personen 2,00 EUR

    Informationen über den Ritter Kahlbutz:


    Der Mann hat was durch. Christian Friedrich von Kahlbutz (1651-1702),
    Foto vom Ritter Kahlbutz in Kampehl
    Foto vom Ritter Kahlbutz ist von -wn-
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    Ritterguts-Eigner aus Kampehl im heutigen Landkreis Ostprignitz-Ruppin, führte ein Leben, das mit dem Tod noch lange nicht zu Ende ist. Dem letzten Atemzug folgte ein knappes Jahrhundert Ruhe im Sarg. 1794, vor 214 Jahren also, wurde die nach dem Schachtel-Prinzip aufwendig gefertigte Totenkiste aus Tannen- und Eichenholz bei einer Kirchenrenovierung geöffnet. Unglaublich: Man fand den Ritter trocken, ledrig, unverwest. Was folgte, ist selbst für einen Toten belastend: Er wird ausgestellt. Gegen Gebühr kann er besichtigt werden, um - wie Theodor Fontane bemerkte - "das Spuk- und Sagenbedürfnis des Volks in dortiger Gegend" zu befriedigen. Denn angeblich hatte der Ausgesargte zu Lebzeiten vor Gericht seine Nichtverwesung für den Fall in Aussicht gestellt, dass er - so die Anklage - der Mörder des Schäfers Pickert ist. Dessen Braut Maria Leppin aus dem Nachbarort Bückwitz zeigte Kahlbutz die kalte Schulter, als er ihr mit dem Recht der ersten Nacht kam und an die Wäsche wollte. Eine andere Quelle berichtet nicht vom sexbessenen, sondern vom habsüchtigen Kahlbutz. Auf der Feldflur habe er die Grenzsteine zum Nachteil der Nachbarn versetzt, was der Schäfer beobachtete und anzeigte. Pickert jedenfalls lag am Schluss erschlagen da, ein Gericht tagte, der beschuldigte Kahlbutz schwor einen entlastenden Reinigungs-Eid und wurde freigesprochen. Zeugen gab es nicht.

    Die Mumie von Kahlbutz


    Die einen glaubten, höhere Macht habe den 6,5 kg schweren und 1,70 Meter langen Toten nicht zu Staub werden lassen. Andere suchten nach einer rationalen Erklärung für die Mumifizierung. Pergamentartig spannt sich die braune Haut über Körper und Knochen. Auf dem Schädel und auf der Oberlippe sieht man Haare, die Fingernägel - wie kürzlich erst geschnitten. Koryphäen nahmen sich den geheimnisvollen Leichnam vor. 1895 öffnete der Berliner Pathologe Rudolf Virchow (1821-1902) die linke Brustseite, entnahm eine Leberprobe und kam keinem Stoff auf die Spur, der eine Mumifizierung bewirkt haben könnte. Der Chirurg Ernst Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) stellte 1930 fest, dass der Körper nicht einbalsamiert ist. Die Erkenntnis des Neuruppiner Arztes Dr. Werner Neuparth: Natürliche Mumien entstehen bei ständig bewegter trockener Luft oder in einer Atmosphäre wie sie in einem dicht geschlossenen Sarg herrscht.

    1983 kam Überraschendes zutage. Eine Computertomographie von Prof. Meinhard Lüning in der Berliner Charité ließ ernsthaften Zweifel an der Identität der Leiche in der Kampehler Kirchengruft aufkommen. Christian Friedrich von Kahlbutz hatte als 24jähriger Fähnrich an der Schlacht bei Fehrbellin 1675 teilgenommen, bei der die brandenburgische Armee unter dem Befehl des Kurfürsten Friedrich Wilhelm eingefallene schwedische Einheiten glänzend besiegte. Der Ritter war mit einer beträchtlichen Verletzung des linken Knies auf sein Gut zurückgekehrt. Prof. Lüning hat an der Mumie jedoch keine Spuren einer Knieverletzung finden können.

    Ansonsten aber war der Ritter mehrfach Hohn und Spott ausgeliefert. 1806 holten ihn Soldaten der Napoleonischen Besatzungsmacht aus der Gruft und stellten ihn ins Häuschen einer Schildwache. 1913 wurde er auf einer Bauernhochzeit der Braut ins Bett gelegt. Andermal setzte man ihn auf die Friedhofsmauer, dann aufs Schuldach. Einige Jahre stand er sogar im Wartezimmer einer Arztpraxis im nahen Neustadt/Dosse. Diese ärztliche Schockwerbung verfing nicht. Der Ritter im Wartezimmer nährte bei den nach und nach ausbleibenden Patienten den Verdacht, der Chirurg habe ein gespaltenes Verhältnis zum hippokratischen Ärztegelöbnis.

    Der Ritter Kahlbutz in Kampehl:


    Was Kahlbutz im Juli 1991 um eine Haar widerfahren wäre, fehlte noch in seiner 340 Jahre alten Vita: ein Kidnapping. Auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Bublitz der Hauptgemeinde Neustadt sollte die Mumie - der erklecklichen Einnahmen wegen - aus kirchlicher in kommunale Obhut kommen. ABM-Kräfte standen mit schwerem Gerät bereit, den Schachtelsarg zu expedieren. Das Stadtparlament sagte Nein im letzten Moment. Den Streitenden war allerdings entgangen, dass Kahlbutz' Name inzwischen verloren war. Zwar gibt es im Dorf den Ritterhof, den Rittersaal, die Ritterbutze, wo der Gast einen Ritterschlag, Rittertopf oder Ritterteller bestellen kann. Zunächst unbemerkt hatte sich eine ostdeutsche Brauerei den Namen des Ritters als Schutzmarke eintragen lassen. Das Kahlbutz-Bier heißt Männerstolz und der Kahlbutz-Klare "Korn auf Esche". Mumie da, Name weg. Er wird wohl Krach geben. Vielleicht steht ein Prozess ins Haus. Vor neuerlicher Mumifizierung wird gewarnt.

    So kommen Sie zur Gruft vom Ritter Kahlbutz:
    Kampehl liegt an der A 10 Hamburg-Berlin, Ausfahrt Neuruppin. Dann die B 167 bis Neustadt (Dosse)
    Oder Sie fahren mit der RE 4 (Berlin-Wittenberge) bis Neustadt / Dosse. Vom Ausgang Kampehler Straße sind es ca. 1,5 km bis zur Gruft!
    Text: -wn- / Stand: 19.02.2016

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