Badeseen in Berlin

Blick auf den Müggelsee
Blick auf den Müggelsee

Flüsse und Seen zum Baden in Berlin und Brandenburg

"Pack-die-Badehose-ein-nimm-dein-kleines-Schwesterlein-und-dann-nüscht-wie-ab-zum-Wannsee" - oder zu einem der vielen anderen Seen in Berlin und in der Umgebung, wo der gestresste Großstädter nicht gleich in das nächste Getümmel gerät. Denn an ruhigen Badeplätzen bietet die Havel-Dahme-Spree-Landschaft mehr als gedacht. "Summer in the City" und schnell zum kühlen Nass muss also nicht zwangsläufig in die hoch frequentierten Strandbäder oder anderen Berliner Freibäder führen, sondern auch zu erholsamen und idyllischen Plätzchen am Wasser, die auch nicht weiter entfernt sind. Man muss allerdings wissen wo.

Kleiner Müggelsee

Zwar kann man im Berliner Südostens derzeit auch im Strandbad Müggelsee paradiesische Zustände erleben, da auf Grund der fortschreitenden Verrottung der denkmalgeschützten Gebäudedes über 100 Jahre alten Strandbades kein offizieller Badebetrieb herrscht. Aber hier kommen immer noch genügend Badegäste zusammen, da kein Eintritt erhoben wird. So wirklich idyllisch ist es dann angesichts des traurigen Zustands der "Riviera des Ostens" denn doch nicht. Wer sich jedoch auf die andere Seite des Müggelsees begibt, findet zwischen Müggelheim und Rahnsdorf den Kleinen Müggelsee, der inmitten einer schönen Waldlandschaft liegt. Die größte Badestelle befindet sich am Neuhelgoländer Weg, der Verlängerung der Odernheimer Straße. Das Ufer bietet einen knapp 100 Meter langen Sandstrand, der sanft ins Wasser abfällt. Hier kann man sich in die pralle Sonne im Sand packen, eine natürliche Liegewiese nutzen oder ein schattiges Plätzchen unter Bäumen belegen - die Individualität ist trotz guter Besucherfrequenz gewahrt. Das Publikum ist bunt gemischt, aber keiner kommt dem anderen in die Quere. Auch beim Schwimmen ist viel Platz vorhanden und die Wasserqualität ist exzellent. Einzelne Boote sind kein Problem. Wer es partout völlig intim haben will, wechselt einfach in die nächste Badebucht. Hier gibt es zwar Steine, aber dafür auch völlige Ruhe. Über die Versorgung muss sich keiner Sorgen machen. In unmittelbarer Nähe befinden sich das "Café L & B" und das "Hotel Restaurant Neu-Helgoland", wo natürlich auch ein zivilisierter Gang auf die Toilette möglich ist. Mit dem Auto kommt man über die Odernheimer Straße bis auf 400 Meter an das Badeparadies heran, und kann den fahrbaren Untersatz sogar absolut ordnungsgemäß auf dem dort eingerichteten Parkplatz abstellen. Selbst der Weg zum See ist anfangs asphaltiert. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Kleine Müggelsee ab S-Bahnhof Köpenick mit dem Bus X69 erreichbar, der bis zur Odernheimer Straße fährt.

Baden in der Dahme

Sie tragen so nette Namen wie "Langer See", "Große Krampe", "Kleine Krampe" oder "Seddinsee" - aber sie sind alle nur Ausbuchtungen der Dahme, die sich in der südöstlichen Berliner Region in mehrere Fließgewässer aufzweigt. Dadurch sind aber auch herrliche Badewinkel entstanden, die von den Berlinern gern genutzt werden. Da sich die Besiedlung des peripheren Stadtraums punktuell konzentriert, gibt es hier noch weite Areale mit natürlicher Anmutung. Wald, Wiesen und Sand sorgen für das perfekte Badevergügen in der Dahme, wobei natürlich auch die ausgezeichnete Wasserqualität eine Rolle spielt. Zumindest der Lange See darf sich wenigstens Flusssee nennen. Er wird offiziell mit einem Gesamtvolumen von 15,8 Mio. m³ Wasser und einer mittleren Tiefe von rund 3,5 m geführt. Da die Dahme Binnenschifffahrtsgewässer ist, verfügt auch die Erweiterung zum Langen See über eine ca. 6 m tiefe Fahrrinne in der Längsrichtung. Das alles tut dem Badevergnügen keinen Abbruch.
Den langen Strandabschnitt Richtershorn erreichen die Badelustigen, indem sie das Strandbad Grünau im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen und noch einen Kilometer weiter Richtung Südosten fahren. Auch mit der Straßenbahn 68 ab dem S-Bahnhof Köpenick ist das kein Problem. Auf der anderen (Müggelheimer) Flussseite lässt sich das nicht so einfach bewerkstelligen. Hier ist das Fahrrad die beste Lösung. Die Badestelle trägt den unergründlichen Namen "Bammelecke". Auf Grund der Abgeschiedenheit wird hier auch fröhlich FKK gepflegt.

Baden in der Dahme
Auch in der Dahme kann man baden!
Die Große Krampe am Übergang zum Seddiner See führt die offizielle Adresse Gosener Damm 12559 Berlin. Am Besten erreicht man die schönen Badebuchten von Schmöckwitz aus mit dem Fähre 21. Auf der Straße zur Krampenburg, einem historischen Ausflugslokal auf der Landzunge zwischen Langem und Seddiner See, bewegt man sich parallel zum Krampen-Ufer, und wählt einfach einen Badeort nach dem eigenen Geschmack. Überall gibt es reichlich Sand und Baumbewuchs. Die Gegend ist schon seit 100 Jahren ein beliebtes Naherholungsgebiet mit touristischer Infrastruktur. Sogar Zelten kann man hier. Der historische Name "Kuhle Wampe", der für das Terrain gewählt wurde, ist allerdings vom Müggelsee "importiert". Es ist der Titel eines Films aus dem Jahr 1932, zu dem Bert Brecht das Drehbuch und Hanns Eisler die Musik geschrieben haben. Den zweiten Teil des Filmtitels "Wem gehört die Welt?" kann der Badefreund von heute ruhig auf sich selbst ummünzen, wenn er inmitten des hektischen Berlins an einem echten Traumstrand liegt. Die gesamte Region liegt im Einzugsgebiet des Flughafens Berlin-Schönefeld. Aktuell sind damit keine größeren Lärmbelästigungen verbunden. Das würde sich beim geplanten Großflughafen BER deutlich ändern. Aber der liegt wohl noch in jahrelanger Ferne und eigentlich hat doch "niemand die Absicht, eine Mauer bzw. einen Flughafen zu errichten".

Der Liepnitzsee

Im Norden von Berlin, 8 Kilometer hinter dem Berliner Ortsschild, liegt der Liepnitzsee im Naturpark Barnim. Hier ist wirklich Natur pur angesagt - am Ufer und im Wasser. Der See zählt zu den saubersten im ganzen Land Brandenburg. Die Sichtweite unter Wasser beträgt 5 Meter. Das Paradies lässt sich aber nur in Reinkultur erleben, sofern man sich vom Strandbad an der Westseite fernhält und die schönen Waldbuchten auf der Nordseite nutzt. Der See ist groß genug, dass sich die Badeanstalt andernorts am See nicht bemerkbar macht, und außerdem liegt eine 34 ha große Insel im See, die das Gefühl völliger Abgeschlossenheit schafft. Für dieses Erlebnis ist natürlich ein wenig Abenteuer notwendig. Der Abstieg von der steilen Uferkante an die Badestelle mit Sand ist genau so riskant wie das Erreichen der "Waldbadeplätze". Auch das Parken an einem geeigneten Platz im Wald ist eher "inoffiziell". Besser ist die Variante mit dem Fahrrad: bis Bernau mit der S-Bahn und dann auf dem Radweg R1 bis zum See. Der Vorteil: ein Badeerlebnis in der Natur, wie es so nah an Berlin nicht möglich scheint. Der Nachteil: keine Versorgung, keine Infrastruktur. Aber was hätte die auch in der unberührten Natur zu suchen?

Der Groß-Glienicker See

Klares Wasser mit zwar nur vier Metern Sichtweite, aber dafür zwei grünen Inseln, gibt es auch in Berlin: im Groß-Glienicker See im Ortsteil Kladow. Die Nordseite gehört zu Brandenburg, genauer zur Landeshauptstadt Potsdam. Hier sind zwei offizielle Badestellen mit feinem Sandstrand und Rasenflächen zum Liegen ausgewiesen, am Nordufer und am Südufer. Letzteres ist es sehr belebt, denn die Badestelle wird vorzugsweise von Familien aufgesucht. Ein wenig Infrastruktur mit Imbiss-Bude direkt am Wasser, einem Gummibootverleih, zwei Dixi-Toiletten (formal nach Männern und Frauen getrennt) und die Bushaltestelle direkt am See (Buslinie 639 von Spandau nach Potsdam Hauptbahnhof) machen aus der Location so etwas wie ein "gute Gelegenheit". Individueller geht es am Nordufer zu. Hier ist es deutlich ruhiger. Wer es ganz abgeschieden mag, kann auch die Seepromenade weiterwandern und sich eine eigene Badebucht suchen. Der Sand am Ufer und am Grund des Sees ist überall sehr fein. Die beiden Inseln schaffen einen schönen romantischen Charakter. Am Ufer ist die Besiedelung allerdings stark an den See heran gerückt. Nur im ehemaligen "Mauergebiet" gibt es noch naturbelassene Stellen. Eine Bürgerinitiative engagiert sich für den Erhalt des freien Zugangs zum See. Die Bebauung an der Ostseite konnte sie aber nicht verhindern. Den Streit um die Anwohnerrechte vergisst man jedoch beim Schwimmen im See. Dieser ist fast zwei Kilometer lang und zwischen 240 und 530 Meter breit. Dadurch entsteht eine harmonische Atmosphäre. Mit dem Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel kann man auch an Land zur "Entspannung" beitragen. Parkplätze sind nämlich nur begrenzt vorhanden und das Blockieren öffentlichen Raums wird hier ungern gesehen.

Natürlich gibt es noch viel mehr Seen in Berlin!

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Alle Angaben ohne Gewähr! Stand: 26.09.2016