Der Kurfürstendamm: Schaufenster des Westens

Ganze dreieinhalb Kilometer lang zieht er sich vom Breitscheidplatz
Der Ku’damm in Berlin
Kurfürstendamm umgangssprachlich auch Ku’damm genannt.
Foto © schmidtchen
mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bis hin zum Rathenauplatz einmal quer durch den
Berliner Bezirk Charlottenburg- Wilmersdorf der Kurfürstendamm, der trotz der Nachwende-Konkurrenz am Potsdamer Platz, nach wie vor die beliebteste Flaniermeile für Berlin-Besucher geblieben ist.
Ursprünglich war es nur ein kurfürstlicher Reiterweg zwischen Stadtschloss und Jagdschloss Grunewald. Erst Bismarck beschloss, den Straßenzug zu einem Renommierboulevard auszubauen. Dabei hatte er als Vorbild nichts Geringeres als die Pariser Champs-Elysées im Kopf. Und tatsächlich: als der ehemalige Knüppeldamm zur Straße ausgebaut war, errichteten wohlhabende Bürger im ausgehenden 19. Jahrhundert schmucke Häuser entlang des neuen Kurfürstendamms. Dahinter, in den so genannten Gartenhäusern, dort, wo heute Praxen und Kanzleien eingezogen sind, lebten in kleineren Wohnungen die Künstler. Bis zum Ersten Weltkrieg avancierte der Kurfürstendamm schließlich von einer feudalen Wohnstraße zum Vergnügungs-, Kauf- und kulturellen Kommunikationszentrum. Als Schauplatz bürgerlicher Selbstdarstellung und des kulturellen Aufbruchs, unter anderem mit dem berühmten Café des Westens und dem Lunapark trat der Kurfürstendamm bald in Konkurrenz zur alten
Prachtstraße Unter den Linden und wurde später sogar zum Inbegriff der Goldenen Zwanziger Jahre.

Der Ku'damm in Berlin als Symbol des Wirtschaftswunders


Nachdem der Kurfürstendamm im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe erheblich
zerstört worden war, packte West-Berlin - insbesondere in Zeiten des Kalten Krieges - den Wiederaufbau mit dem Ziel an, die Flaniermeile zum Symbol des Wirtschaftswunders und zum Schaufenster des Westens auszubauen. Gerade der Abschnitt am Ostende in der Nähe des Bahnhof Zoos entwickelte sich zum wichtigsten Geschäftszentrum Berlins. Viele neue Hochhäuser und Zeilenbauten ersetzten die zerbombten Gründerzeithäuser - was dem Kudamm aus heutiger Sicht nicht immer unbedingt gut zu Gesicht stand. Eine Bausünde der Sechziger Jahre war etwa die Bebauung des Kudamm-Ecks an der Kreuzung zur Joachimsthaler Straße, die später wieder abgerissen und neu bebaut wurde.
Ein Neubau, der sich hingegen durchaus sehen lassen kann, ist das neue Kranzlereck. 2001 wurde in der traditionellen Rotonde mit seiner markanten rot-weiß gestreiften Markise ein neues Café eröffnet. Dahinter erhebt sich ein gigantischer Glasbau, ein modernes Shopping- und Bürozentrum mit riesigen Volièren, die Antwort des 21. Jahrhunderts auf altehrwürdige Konsum-Institutionen des Kurfürstendamms wie etwa das KaDeWe ein paar Meter weiter. Daneben verschwindet das Europa-Center fast gänzlich im Schatten. 1965 eingeweiht, galt es mit seinen 85 Metern Höhe und 22 Geschossen als riesenhaft und verkörperte mit seinem 14 Meter hohen, sich drehenden Mercedesstern auf dem Dach die Selbstbehauptung des Westens.

Der Kurfürstendamm als Amüsiermeile


Ohnehin haben sich die Schwerpunkte des Kudamms heute verschoben. War der Boulevard früher eine Amüsiermeile mit vielen Cafés und Kinos, die es heute nicht mehr gibt, so regiert heute in erster Linie die Kreditkartenelite des 21.Jahrhunderts den Kudamm. Das große ABC des Shoppings von A wie Armani über B wie Bulgari bis C wie Chanel lässt sich hier mühelos durchexerzieren.
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Kurfürstendamm
Blick auf die Gedächtnis-Kirche am Kurfürstendamm
Foto © fux
Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Und den Rest findet man im KaDeWe. Jenseits dessen ist leider nicht allzuviel geblieben: der Kudamm präsentiert sich heute als die alte Diva des Westens. Das Schönste am KuDamm sind heute jedoch sowieso nicht die Prestigebauten, sondern die grünen Seitenstraßen mit ihren hochherrschaftlichen Gründerzeit-, Neorennaissance- und Jugendstilhäusern. Besonders die Meineckestraße mit ihren noblen Restaurantadressen, aber auch die Fasanen-, Bleibtreu- und Uhlandstraße mit ihren unzähligen, extravaganten Boutiquen und feinen Cafés laden zu einem gemütlichen Bummel abseits des großen Touristenstroms entlang des Hauptboulevards ein.
Wenn Sie am Ku'damm sind sollten Sie sich unbedingt
die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ansehen!
( Text: A.K. )

Der Kurfürstendamm auf einem Stadtplan :

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  • Weitere Sehenswürdigkeiten im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf:
  • Klausenerplatz: von Zilles Miljöh zum gediegenen Kreativ-Kiez
  • Die Deserteurs-Denkzeichen im Schanzenwald der Murellenberge
  • Theater des Westens
  • Käthe-Kollwitz-Museum
  • Funkturm
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