Schloß Dracula: Schauerromantik in Schenkendorf

Das Schloss Dracula wurde im Jahr 2008 zwangsversteigert und ist seitdem geschlossen. Sobald wir nähere Informationen haben, stellen wir diese hier zur Verfügung.

Geschichte von Schloß Dracula Schenkendorf


Ein wenig gruselig ist das schon: Im sonst so beschaulichen Brandenburg, genauer gesagt in Schenkendorf bei Königs Wusterhausen, lebt auf einem Schloss einer echter Vertreter des uralten rumänischen Grafengeschlechtes Dracula. Kein Witz: Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco ist ein legitimes Familienmitglied der Draculas - auch ohne blutsverwandt zu sein. Der Berliner wurde 1990 von der waschechten Nachfahrin des transsylvanischen Adelsgeschlechts, Katarina Olympia Prinzessin Kretzulesco Caradja, adoptiert. Die damals 96 Jahre alte Prinzessin fürchtete, ihre Dynastie könne bald aussterben.
Als sie den gelernten Bäcker Ottomar Berbig, so dessen eigentlicher Name, in einem Antiquitätenladen kennenlernte, war sie sich sicher, dass er ein würdiger Stammhalter sei. Fehlte für den frischgebackenen Dracula nur noch die dementsprechend repräsentative "Visitenkarte": ein Schloß. Statt geheimnisumwobenen Standesdünkel zu betreiben, setzt der neue Graf in seiner Residenz in Schenkendorf auf Gastfreundschaft. Das alte Gemäuer, das zu DDR-Zeiten von Grenz-Miltiärs bewohnt wurde, ist heute eine beliebte Touristendestination.

An Berühmtheit toppen kann Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco seinen unheilvollen Vorfahren jedoch sicher nie. Gemeint ist Vlad Tepes, genannt auch "der Pfähler". Er war es, der Bram Stoker zu seinem Bestseller-Roman "Dracula" inspirierte. Vlad Tepes bekämpfte im 15. Jahrhundert von seinem Schloss am Borgo-Pass in Transsylvanien aus die einfallenden Türken und ließ alle, die ihm in die Hände fielen, am lebendigen Leibe auf Pfähle spießen. Groteske Grausamkeiten dieser Art brachten schließlich das Gerücht in Umlauf, er habe sogar das Blut seiner Feinde getrunken. Der Mythos des blutdürstenden Grafen war geboren.

Vor derartigen Brutalitäten muss man sich jedoch keineswegs fürchten, wenn man sich dem Dracula-Schloss in Schenkendorf nähert. Im Gegenteil: das 46 Zimmer umfassende Anwesen hat sich zu einer wahrhaften Touristenattraktion entwickelt. Als leidenschaftlicher Gastgeber lockt der moderne Dracula mit Vampirpartys, Mittelalterspektakeln, Walpurgisnächten und Open-Air-Konzerten. Gemeinsam mit dem DRK lädt der Adoptiv-Dracula sogar zu Blutspendeparties auf sein Schloss. Im Rahmen von Besichtigungen kann man sich zudem durch die imposante Antiquitätensammlung des Schlosses oder das Kutschen- und Schlittenmuseum mit Gefährten aus dem 18.Jahrhundert führen lassen.
Früher gehörte ein verkleideter Vampir zum Besichtigungsprogramm. Der sollte den Besuchern das Fürchten lehren, indem er plötzlich knarzend den Deckel eines Sarges lüftete. Als eine amerikanische Besucherin daraufhin einen Herzinfarkt erlitt, wurde der Programmpunkt jedoch gestrichen.

Vielleicht inspizieren Sie das Dracula-Anwesen zunächst einmal vorsichtig bei einem schaurig-romantischen Dinner im schloßeigenen Restaurant, der ehemaligen Orangerie? Doch Vorsicht: Wer seine Mitmenschen am nächsten Tag nicht verschrecken will, sollte sich bei den diversesten Knoblauchgerichten besser in Abstinenz üben. Die haben es nämlich gehörig in sich. Wer es dennoch probiert, braucht immerhin so schnell keinen nächtlichen Vampir-Übergriff zu fürchten.
Text: ak / Stand: 07.07.2014

Das Schloß Dracula ist geschlossen!

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