Landkreis Barnim

Text: A. K. / Letzte Aktualisierung: 13.04.2026

Kloster Chorin im Landkreis Barnim
Das Kloster Chorin im Landkreis Barnim ist ein beliebtes Ausflugsziel - Foto: © Makuba - stock.adobe.com

Der Landkreis Barnim - Natur und Geschichte vor den Toren Berlins

Der Landkreis Barnim liegt im Nordosten Brandenburgs und grenzt unmittelbar an Berlin. Mit rund 193.000 Einwohnern auf einer Fläche von knapp 1.480 km² gehört er zu den bevölkerungsreicheren Landkreisen des Bundeslandes. Das liegt vor allem an der Nähe zur Hauptstadt: Städte wie Bernau und Panketal liegen nur wenige Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt und sind über S-Bahn und Regionalbahn bestens angebunden.

Gleichzeitig ist der Barnim einer der grünsten Landkreise Brandenburgs. Große Teile des Kreisgebiets stehen unter Naturschutz, darunter das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und der Naturpark Barnim. Ob Radfahren, Wandern, Baden in einem der zahlreichen Seen oder ein Besuch im Zoo Eberswalde - der Barnim bietet Erholung und Abwechslung für Tagesausflügler und Urlauber.

Landschaft und Lage

Der nach dem pleistozänen Höhenzug Barnim benannte Landkreis grenzt im Norden an die Uckermark, im Westen an den Landkreis Oberhavel, im Süden an Berlin und im Osten an Polen. Damit fungiert der Barnim als Brücke zwischen der Hauptstadt und Nordosteuropa. Neben den beiden städtischen Zentren Bernau und Eberswalde ist es vor allem die in weiten Teilen unter Naturschutz stehende Landschaft, die den Reiz des Landkreises ausmacht.

Geologisch ist der Barnim von der letzten Eiszeit geprägt. Die waldreiche Grundmoränenplatte mit der Schorfheide und ihrem alten Eichenbestand bildet den nördlichen Teil, während im Süden das Eberswalder Urstromtal verläuft - das jüngste der drei während der Weichsel-Eiszeit entstandenen brandenburgischen Urstromtäler. Hier finden sich ausgedehnte Moor- und Dünenlandschaften. Zahlreiche Seen wie der Werbellinsee, der Gorinsee und der Liepnitzsee machen den Barnim auch für Wasserfreunde attraktiv.

Schorfheide und Kloster Chorin - Natur und Kultur

Das Herzstück des Barnim ist das durch die UNESCO geschützte Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Es gilt als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands und beherbergt eine bemerkenswerte Artenvielfalt - darunter Fischotter, Kraniche, Seeadler und gelegentlich sogar Wölfe. Schon Theodor Fontane bezeichnete die Region um den Werbellinsee als "Märchenplatz" in der Mark Brandenburg.

Mitten in diesem Waldgebiet liegt das Zisterzienserkloster Chorin, eine der bedeutendsten gotischen Backsteinbauten Norddeutschlands. Gegründet im 13. Jahrhundert und seit dem 19. Jahrhundert als Ruine erhalten, dient es heute als stimmungsvolle Kulisse für den Choriner Musiksommer, eines der renommiertesten Klassikfestivals Brandenburgs.

Die Schorfheide blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Aufgrund des hohen Wildbestands war sie über Jahrhunderte bevorzugtes Jagdrevier - zuerst der brandenburgischen Kurfürsten, später des Kaisers, für den 1897 eigens der Bahnhof Werbellin errichtet wurde. In der DDR-Zeit hatte die Partei- und Staatsführung ihren von der Öffentlichkeit abgeschirmten Wohnsitz im nahe gelegenen Wandlitz, idyllisch am Südufer des Wandlitzsees gelegen. Heute ist Wandlitz längst wieder ein beliebtes Ausflugsziel mit seinem historischen Seebad.

Schiffshebewerk Niederfinow
Das Schiffshebewerk Niederfinow ist eine bekannte Sehenswürdigkeit im Landkreis Barnim
Foto © FrankyG

Eberswalde - Kreisstadt und Industriegeschichte

Eberswalde, der Verwaltungssitz des Landkreises, ist Brandenburgs ältestes Industriegebiet und trägt nicht ohne Grund den Spitznamen "märkisches Wuppertal". Bereits im 16. Jahrhundert entstanden hier durch kurfürstliche Förderung Kupferhämmer, Mühlen und später Gießereien und Walzwerke. Lebensader der Stadt war lange Zeit der Finowkanal - die erste künstliche Wasserstraße Deutschlands, die auf Geheiß von Kurfürst Friedrich die obere Havel mit der mittleren Oder verband. Mit der Eröffnung des parallel verlaufenden Oder-Havel-Kanals 1914 verlor der Finowkanal zwar seine wirtschaftliche Bedeutung, ist heute aber ein beliebter Wasserwanderweg.

Heute ist Eberswalde Sitz der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNEE) und hat sich als Standort für Forstwissenschaft und Ökologie einen Namen gemacht. Der Familiengarten Eberswalde auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau und der Zoo Eberswalde gehören zu den beliebtesten Ausflugszielen im Barnim.

Ein technisches Meisterwerk befindet sich nur wenige Kilometer östlich von Eberswalde: das Schiffshebewerk Niederfinow. Hier fahren Schiffe gewissermaßen Fahrstuhl - das Hebewerk überwindet einen Höhenunterschied von 36 Metern auf dem Oder-Havel-Kanal. Seit 2022 ist neben dem historischen Hebewerk von 1934 ein moderner Neubau in Betrieb, der größere Schiffe aufnehmen kann. Beide Bauwerke sind frei zugänglich und gehören zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Barnim.

Bernau und weitere Orte im Barnim

Die zweitgrößte Stadt des Barnim ist Bernau bei Berlin, nur wenige Kilometer von der nördlichen Stadtgrenze entfernt und über die S-Bahn direkt angebunden. Den Chroniken zufolge wurde Bernau 1232 gegründet, auch wenn die Legende es anders will: Demnach soll bereits Albrecht der Bär um 1140 die Gründung der Stadt veranlasst haben - wegen des Wohlgeschmacks des ihm hier gereichten Bieres. Die wechselvolle Geschichte der Stadt lässt sich heute noch an den gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtresten ablesen: Die acht Meter hohe Wehrmauer, der schlanke Hungerturm, das Henkerhaus und das spätgotische Steintor - das Wahrzeichen Bernaus - sind auf einem Rundgang durch die Altstadt zu entdecken.

Seit 2017 gehört die Bundesschule des ADGB in Bernau zum UNESCO-Welterbe. Der in den 1920er-Jahren von Hannes Meyer und Hans Wittwer entworfene Bauhaus-Komplex gilt als herausragendes Beispiel moderner Architektur und kann bei Führungen besichtigt werden. Zusammen mit dem jährlichen Hussitenfest, bei dem die Stadt an ihre erfolgreiche Verteidigung gegen die Hussiten im Jahr 1432 erinnert, macht das Bernau zu einem lohnenden Ausflugsziel.

Neben Eberswalde und Bernau gehören unter anderem Werneuchen, Wandlitz, Panketal und Ahrensfelde zu den größeren Gemeinden. Gerade die berlinnahen Orte wie Panketal und Ahrensfelde sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Orte im Landkreis Barnim:

  • Amtsfreie Städte
  • Eberswalde
  • Bernau
  • Werneuchen
  • Biesenthal
  • Amtsfreie Gemeinden
  • Wandlitz
  • Panketal
  • Ahrensfelde
  • Schorfheide
  • Weitere Gemeinden
  • Biesenthal-Barnim
  • Britz-Chorin-Oderberg
  • Joachimsthal (Schorfheide)
  • Weitere Orte im Barnim

Der Barnim ist auch für einen mehrtägigen Urlaub geeignet. Zahlreiche Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze finden sich rund um die Seen und in der Schorfheide. Wer den Landkreis mit dem Fahrrad erkunden möchte, findet in der Oberbarnimer Feldsteinroute eine gut ausgeschilderte Radtour, die an mittelalterlichen Feldsteinkirchen vorbei durch die hügelige Landschaft führt.

Veranstaltungen im Landkreis Barnim 2026

Jedes Jahr locken zahlreiche Veranstaltungen Besucher in den Landkreis Barnim. Hier eine Auswahl der wichtigsten Termine:

  • 33. Hussitenfest in Bernau (12. - 14.06.2026) - das größte Stadtfest der Region mit mittelalterlichem Markttreiben und Ritterturnieren
  • Choriner Musiksommer (20.06. - 30.08.2026) - Klassikkonzerte in der einzigartigen Kulisse des Klosters Chorin
  • 29. Flößerfest in Finowfurt (03. - 05.07.2026) - Musik und Unterhaltung am Finowkanal

Darüber hinaus finden im Barnim über das Jahr verteilt zahlreiche weitere Feste, Märkte und Ausstellungen statt. Aktuelle Termine finden Sie bei den Städten und Gemeinden des Landkreises.

Wichtige Daten und Fakten im Überblick:
  • Fläche: 1479 km2
  • Einwohner: ca. 193 000
  • Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner / km2
  • Kreisgliederung: 25 Gemeinden
  • Verwaltungssitz: Eberswalde
  • Adresse: Kreisverwaltung Barnim
    Am Markt 1, 16225 Eberswalde
    Telefon: 033 34/ 214 -0

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