Das Anti-Kriegs-Museum in Berlin Wedding

"Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren. Albert Einstein", liest der Besucher, nachdem er das Anti-Kriegs-
Anti-Kriegs-Museum Berlin
Im Anti-Kriegs-Museum in Wedding werden u.a. alte Postkarten
und andere Dokumente ausgestellt - Foto © Markus Bormann
Museum betreten hat. Klein wirkt das Museum auf den ersten Blick. Doch man braucht schon eine Weile, bis man sich die Exponate, inklusive einen Film über die Entstehung des Anti -Kriegs -Museums, angeschaut hat. Natürlich widmet sich das Museum hauptsächlich dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, doch es gibt auch Exponate zur Friedensbewegung und anderen Themen. In der Abteilung "Von Laotse - Willy Brandt, aus der Geschichte der Welt-Friedensbewegung" gibt es Berichte über Jesus von Nazareth, Sankt Martin Bischof von Tours, die Quäker und vielen anderen Organisationen, die in der Friedensbewegung tätig waren.
Kurios in dieser Abteilung ist ein hölzerner Tisch, hergestellt aus Propellern eines "Jägers" Kampf-Flugzeuges aus dem ersten Weltkrieg!

Im Anti-Kriegs-Museum Berlin

Lebensmittelkarten, Blätter aus Schulbüchern (die den Führer verherrlichen), Inflationsgeld und diverse Papiere befinden sich in Schubladen, die nur darauf warten geöffnet zu werden. Zum Teil schockierende Plakate hängen überall. Eine große Weltkarte zeigt die Kriege und Konflikte der heutigen Zeit (1911). Zu den Exponaten über Minenopfer gehört auch ein Teddy, dem ein Bein fehlt. Es gibt Exponate zum Thema moderne Kriegswaffen, die zum Teil biologische und chemische Kampfstoffe enthalten und Kriegsspielzeug. In der Peace Gallery finden Sonderausstellungen statt.

Im Anti-Kriegs-Museum gibt es auch einen Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg
Einzigartig ist der Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg, doch dazu muss der Besucher eine enge Treppe hinuntersteigen. Wer erstmal unten ist, findet dort ein Stockbett und eine Orginal Tür zu einem Luftschutzkeller, wo die einzelnen Bombenangriffe auf Berlin notiert sind und das sind eine Menge! Gasmasken und eine Luftschutz Hausapotheke gehören auch zu den Exponaten.

Doch wer hat das Anti-Kriegs-Museum gegründet?
Der Berliner Pazifist und Anarchist Ernst Friedrich wurde 1894 in Breslau geboren. Mit 18 schloss er sich der antimilitaristischen Arbeiterjugend an. 1924 erschien der 1. Band seines Buches "Krieg der Kriege", das auch über die Grenzen Deutschlands bekannt wurde. 1925 eröffnete Ernst Friedrich das Anti-Kriegs-Museum in der Parochialstraße. 1925-1933 stellte er Kriegsmaterial und Fotos aus. Seine Aktivitäten führte 1923-1933 zu 13 Verurteilungen. 1933 verwüstete die SA, das Anti-Kriegs-Museum und machte es zu einem SA-"Sturmlokal". Ernst Friedrich wurde in Schutzhaft genommen und emigrierte danach mit seiner Familie nach Belgien, wo er das II. Anti-Kriegs-Museum gründete, auch dieses wurde von den Nazis zerstört. Ernst Friedrich starb 1967 in Frankreich. Das Anti-Kriegs-Museum wurde 1982, 15 Jahre nach seinem Tod, erneut eröffnet.

Adresse:
Anti-Kriegs-Museum
Brüsseler Str. 21
13353 Berlin Wedding
Tel: 030/ 45 49 01 10

Öffnungszeiten vom Anti-Kriegs-Museum in Berlin:


täglich 16-20 Uhr auch sonn und feiertags

Wie man hinkommt:
U -Bahn Seestr (U 6), Amrumer Straße (U 9)
Text: R. H. / 01.05.2012



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