Freilandmuseum Lehde

Text: A. B. (Journalistin aus Berlin) / Zuletzt aktualisiert: 02.07.2019

Lehde im Spreewald
Das Freilandmuseum Lehde im Spreewald - Symbolbild: © ines39 - stock.adobe.com

Das Freilandmuseum Lehde befindet sich im Spreewald und zeigt auf drei Höfen das frühere Leben im Spreewald. Es wurde bereits am 26.07.1957 eröffnet und war auch schon Drehort für einen Film.

Freilandmuseum Lehde: Zeitreise ins 19.Jahrhundert

Die Digital-Non-Natives unter uns können sich noch zurückerinnern an eine Zeit ohne Handy und Internet - für viele Teenager heute unvorstellbar. Doch wie lebte es sich erst ohne elektrischen Strom und fließendes Wasser? Zu einer Zeit, als das Wasser noch mühsam mit Eimern geschöpft und die Wäsche per Hand mit Kernseife in der Wanne geschrubbt werden musste? Als sich mitunter drei Generationen einen einzigen Raum zum Essen, Schlafen, Wohnen und Spielen teilten? Das älteste Freilandmuseum Brandenburgs in Lehde im Spreewald gewährt Neugierigen einen authentischen Einblick in das Leben der Einheimischen im 19. Jahrhundert.

Die wichtigsten Infos für Ihren Besuch

Adresse:
Freilandmuseum Lehde
An der Giglitza 1a
03222 Lübbenau OT Lehde
Tel: 035 73/ 87 02 440

Anfahrt:
Auto: A13 bis Lübbenau oder A15 bis Boblitz, weiter in Richtung Lübbenau und der Beschilderung folgen Parkplätze (kostenpflichtig) Dammstr. in Lübbenau, von dort 2 km Fußweg oder Kahnfahrt
Öffentliche Verkehrsmittel:
RE2, RB24 bis Lübbenau

Öffnungszeiten Freilandmuseum:

30.03. - 30.09.2019
Mo - So 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

01.10. - 31.10.2019
Mo - So 10:00 Uhr - 17:00 Uhr

Spreewaldweihnacht
(31.11., 01.12., 07.12., 08.12.19)
11:00 Uhr - 18:00 Uhr

Eintrittspreise Freilandmuseum:

Erwachsene 5€, ermäßigt 3,50€
Kinder bis 16 Jahre 1€
Kinder bis 3 Jahre Eintritt frei
Familienkarte 10€
Erwachsene mit bis zu 3 Kindern bis 16 Jahre
Jahreskarte 20€
Führungen ab 15€
Veranstaltungen extra Preise

Lehde: Eine abgeschiedene kleine Welt für sich

Mitten im Herzen des Spreewaldes, auf kleinen Inseln zwischen den Fließen lebten die Bauern um 1850 in einer abgeschiedenen kleinen Welt für sich. Das Wasser und die Jahreszeiten bestimmten ihr Leben. In Lehde, einem kleinen Dorf, das gut mit dem Kanu oder einem Spreewaldkahn von Lübbenau angefahren werden kann, wurden vier historische Hofanlagen wiederaufgebaut. Besucher können hier in original eingerichteten Stuben plastisch nachempfinden, wie man im 19. und frühen 20. Jahrhundert auf dem Lande wohnte, zusammenlebte und arbeitete und sich darüber informieren, welche Sprachen im Spreewald gesprochen wurden und welche Sagengestalten sich unter das Dorfleben mischten. Das alles ist für ein Freilandmuseum an sich nichts Außergewöhnliches. Was diesen Ort jedoch sehr besonders macht, ist die malerische Lage im fast schon märchenhaft schönen Spreeörtchen Lehde mit seinen reetgedeckten Holzhäusern. Man gelangt nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Wasserweg dorthin.

Wäsche schrubben und Melken im Kuhstall: Erlebnisstationen laden zum Mitmachen ein

Eine weitere Spezialität dieses Museums sind die Erlebnisführungen in regionaler Tracht, bei der sich das Areal aktiv erschließen lässt. An verschiedenen Erlebnisplätzen im Freilandmuseum können sich Kinder wie Erwachsene aktiv in altmodischen Pflichten ausprobieren: Wäsche weiß waschen mit Seife und Waschbrett oder Melken im Kuhstall. Oder einmal austesten, wie es sich in schweren Holzpantinen so läuft oder in einem Heubett liegt. Darüber hinaus hat das Museum Workshops zum Erlernen historischer Handwerkstechniken, vom Spinnen bis zum Blaudruck im Repertoire. Natürlich muss man nicht unbedingt das ganze Programm mitmachen. Das Museum ist auch ein schöner Ort, um einfach nur gemütlich eine Stunde über das Gelände zu schlendern und eine Ruhepause im Bauerngarten des Museums einlegen, wo zwischen den Fließen Blumen, Obstbäume, Kräuter, Heil- und alte Nutzpflanzen, blauer Lein und natürlich typische Spreewälder Spezialitäten wie die Gurke und der scharfe Meerrettich wachsen.

Highlights im Jahreskalender: Lichtnacht und Spreewaldweihnacht

Ein Highlight im Kalender des Museums ist im Sommer die Spreewälder Lichtnacht. Bei der beliebten Sommernachtskahnfahrt wird die Fließlandschaft stimmungsvoll illuminiert und das Freilandmuseum lädt traditionell zum Lichtnacht-Theater. Ein weiterer Höhepunkt im Jahr ist die Spreewaldweihnacht. Dann öffnet das Museum trotz Winterschließzeit für einige Tage extra seine Pforten. Per Spreewaldkahn gelangen die Besucher von Lübbenau durch die winterliche Landschaft in das Freilandmuseum Lehde zum Weihnachtsmarkt "Weihnachten wie´s früher war", für besinnliche Gemüter ein wohltuendes Kontrastprogramm zu den oft lauten und kitschigen Märkten in den Städten.
Ganz in der Nähe befindet sich auch das Spreewelten Bad, in dem Sie mit Pinguinen schwimmen können.

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