Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock

Einsam steht im Ehrenhof des Bendlerblocks, wo sich die Gedenkstätte Deutscher Widerstand befindet, eine Statue - ein nackter junger Mann mit gebundenen Händen.
Bundeswehr im Bendlerblock
Noch heute nutzt die Bundeswehr den Bendlerblock
Foto: © ogolne
Beklemmend wirkt die Statue, die der Bildhauer Richard Scheibe entwarf. Beklemmend wirkt der ganze Hof. Denn hier wurden in den späten Abendstunden des 20. Juli 1944 die Offiziere Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Friedrich Olbricht, Albrecht Ritter Merz von Quirnheim und Werner von Haeften erschossen. Diese Männer, die ein Attentat auf Adolf Hitler planten, wollten danach eine vom Widerstand gebildete Staatsführung an die Macht zu bringen.

Das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944


Am 20. Juli begibt sich Stauffenberg mit einer Aktentasche, die eine Bombe enthält, in das Führerhauptquartier Wolfschanze in Ostpreußen um ein Attentat auf Hitler zu verüben. Der Anschlag schlägt fehl. Hitler überlebt das Attentat leicht verletzt. Jedoch in den Glauben Hitler sei tot, kehrt Stauffenberg nach Berlin in den Bendlerblock zurück, wo das Oberkommando des Heeres untergebracht ist. Hier sollen weitere Aktionen der geplanten "Operation Walküre" stattfinden. Dramatische Stunden spielen sich im Bendlerblock ab, Stunden, die mit der Ermordung der an der Verschwörung beteiligten Offiziere enden. Die restlichen Mitglieder der Verschwörung werden zum Tode verurteilt. Die genaue Zahl der Verurteilten ist unbekannt, es dürften mehrere Hundert Menschen gewesen sein, die im Zusammenhang mit dem Anschlag ermordet wurden.

Die Ausstellung Widerstand gegen den Nationalsozialismus


In der zweiten Etage der Gedenkstätte Deutscher Widerstand befindet sich die ständige Ausstellung: "Widerstand gegen den Nationalsozialismus". Die Ausstellung ist in verschiedene Abteilungen eingeteilt wie " Widerstehen in Kunst und Wissenschaft", "Widerstand aus der Arbeiterbewegung", "Widerstehen aus liberalen und konservativen Denken". Es gibt Informationen über Deutsche im Exil und im Spanischen Bürgerkrieg und auch allgemeines über den Nationalsozialismus. Ein Raum in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand ist der Roten Kapelle gewidmet - eine Widerstandsorganisation um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen. Insgesamt wurden mehr als fünfzig Mitglieder dieser Gruppe ermordet. Auch die Widerstandsgruppe die Weiße Rose wird erwähnt und es wird auch Georg Elser gedacht, der am 8. November 1939 in München ein Attentat auf Adolf Hitler plante. In der Abteilung "die zerstörte Republik" kann der Besucher eingerahmte Zeitungsartikel studieren. Eine Wand zeigt die Fotos der vielen Widerstandskämpfer, die ermordet wurden. Über das Scheitern des Umsturzes kann man sich im Arbeitszimmer des Generalobersts Friedrich Fromm informieren, das am 20. Juli 1944 das Zentrum des Umsturzversuches gegen die nationalsozialistische Diktatur war. Die Sterbestelle von Generaloberst Ludwig Beck, der nach Aufforderung von Generaloberst Friedrich Fromm seinem Leben selbst ein Ende setzte, ist mit einer Gedenktafel versehen.

Geschichte des Bendlerblocks


Der Gebäudekomplex in der Bendlerstraße (nach dem Kommunalpolitiker Johann Christoph Bendler benannt) wurde ab 1914 von hohen Militärdienststellen, wie dem Reichsmarineamt, genutzt. Im Zweiten Weltkrieg war der Bendlerblock Sitz des Oberkommandos der Wehrmacht. Auch heute noch wird der Bendlerblock vom Militär genutzt. Seit 1993 ist er zweiter Dienstsitz des Bundesministers der Verteidigung. Zu Ehren an Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde die Bendlerstraße 1955 in Stauffenbergstraße umbenannt.
Text: R.H.

Adresse der Gedenkstätte Deutscher Widerstand :
Stauffenbergstraße 13
10785 Berlin
Wie man hinkommt: Bus: 200
M29, M41 M48, M85


Bendlerblock auf einer größeren Karte anzeigen

Gedenkstätte Deutscher Widerstand Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch und Freitag: 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr Uhr
Donnerstag: 9:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
geschlossen am: 24. bis 26. Dezember und 31. Dezember bis 1. Januar
Der Eintritt ist frei !


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