An den Kanten der Stanzstahlplatten sind die Angaben
zu den einzelnen Transporten zu lesen.
Hier: 1.3.1943 / 1736 Juden / Berlin - Auschwitz
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Ersatzweise kann man aber z.B. den "Roman eines Schicksallosen" zur Hand nehmen, den der ungarische Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger von 2002 Imre Kertész (geb. 1929) 1975 in Ungarn veröffentlichte. Das Buch ist überaus ungewöhnlich: der 15jährige György wird zusammen mit anderen ungarischen Juden nach Auschwitz deportiert und schildert das Erlebte, indem er den Vorgängen trotz aller Härten Verständnis entgegenzubringen sucht, ja, er glaubt sogar, es gibt für ihn nach dem Vernichtungslager ein Leben im gewünschten Beruf. Auf der Rampe von Auschwitz wundert er sich, dass die deutschen Soldaten "so einen gewöhnlichen Spazierstock mit gebogenem Ende" bei sich haben, "und das überraschte mich etwas, da sie doch alle Männer im Vollbesitz ihrer Kräfte und ihrer Fortbewegungsfähigkeit waren". Kurz darauf sieht er, "dass der Gegenstand nicht aus Holz, sondern aus Leder, und kein Stock, sondern eine Peitsche war. …aber schließlich konnte ich kein Beispiel dafür erblicken, dass man sie benutzte, nun, und dann waren ja auch ringsum die vielen Häftlinge, das sah ich ein". Der Junge könnte einer von den jüdischen Kindern in Polen zwischen den Weltkriegen sein, denen im oft übersetzten Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" des israelischen Schriftstellers Amos Oz (geb. 1939) eingeschärft wird, sie sollten "Gott behüte, (keinen) schlechten Eindruck auf die Goijm (Nichtjuden) machen, und dann würden sie wütend werden und uns deshalb wieder schreckliche Dinge antun, die man sich lieber gar nicht erst vorstellte". Ein reales, nichtliterarisches Schicksal ist das des damals elfjährigen Berliner Mädchens Marion Samuel aus der Rhinower Straße 11 im Prenzlauer Berg. Die Mutter Cilly wird am 1. März 1943 nach Auschwitz verschleppt; drei Tage später gehen Marion und ihr Vater auf Transport. Das Mädchen wird nach der Ankunft im Lager in die Gaskammer geschickt. Der Vater stirbt nach 61 Tagen an den Folgen von Zwangsarbeit, das Schicksal der Mutter - unbekannt.